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17. Mai 2010, 22:00 Uhr

Es geht um die Wurst

Steak contra Salami: Ob jede Art von rotem Fleisch ungesund ist, haben US-Forscher jetzt untersucht. Sie geben eine Entwarnung für manche Sorten - aber nicht für alle.

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Zurückhaltung an der Wursttheke könnte der Gesundheit nutzen© Colourbox

Der Verzehr von rotem Fleisch ist generell schlecht für die Gesundheit, hieß es lange. Inzwischen sehen Ernährungswissenschaftler das differenzierter. Drei US-Forscher wollten jetzt klären, welche Sorten von rotem Fleisch das Risiko eines Diabetes oder einer koronaren Herzerkrankung (KHK), die zu einem Infarkt führen kann, steigern. Die Wissenschaftler analysierten dafür Daten von 20 Studien aus zehn Ländern mit insgesamt rund 1,2 Millionen Teilnehmern. Knapp 11.000 Teilnehmer erkrankten an Diabetes, knapp 24.000 an einer KHK.

Die Forscher unterschieden bei der Analyse zwischen "behandeltem" Fleisch, das durch Pökeln, Salzen oder Räuchern konserviert wurde - also etwa Aufschnitt, Würstchen, Speck oder Schinken - sowie unbehandeltem Fleisch vom Rind, Schwein oder Lamm. "Obwohl die meisten Ernährungsrichtlinien empfehlen, den Fleischkonsum zu senken, haben frühere Studien unterschiedliche Ergebnisse zum Zusammenhang dieses Konsums mit Diabetes und koronaren Herzerkrankungen geliefert", sagt Renata Micha von der Harvard School of Public Health, eine der Autorinnen der im Fachjournal "Circulation" veröffentlichten Studie. Denn in früheren Studien wurde nur selten zwischen behandeltem und unbehandeltem Fleisch unterschieden.

Konservierungsstoffe machen vielleicht den Unterschied

Der Untersuchung zufolge muss niemand auf sämtliche Sorten roten Fleisches verzichten. Nur der Konsum von behandeltem Fleisch wirkte sich aufs Krankheitsrisiko aus. Wer jeden Tag 50 Gramm Wurst oder ähnliche Fleischwaren aß, hatte ein 42 Prozent höheres Risiko einer KHK und entwickelte mit 19 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit Diabetes. Der Konsum von unbehandeltem Fleisch - also zum Beispiel von Steak, Kotelett oder Lammkeule - hatte keinen solchen Effekt.

Wie lässt sich das erklären? Nicht mit der aufgenommen Menge an gesättigten Fetten oder Cholesterin, denn die sind in Salami und Eisbein in ähnlichem Maß vorhanden. "Aber im behandelten Fleisch finden sich im Schnitt viermal soviel Natriumsalz sowie etwa 50 Prozent mehr Konservierungsstoffe wie zum Beispiel Nitrate", sagt Renata Micha. Es könnten also diese Substanzen sein, die das Herzkreislaufsystem und den Stoffwechsel so in Mitleidenschaft ziehen, dass sie verschiedene Krankheiten begünstigen.

Aufgrund ihrer Ergebnisse nehmen die Forscher an, dass lediglich eine Portion, also 50 Gramm, behandeltes Fleisch empfehlenswert ist - allerdings nicht am Tag, sondern in der Woche.

bub
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
dentix07 (20.05.2010, 17:40 Uhr)
Nanu, keine geschlechtlichen Unterschiede?
Haben die Forscher etwa vergessen noch nach Geschlecht zu unterscheiden? Ist doch sonst so "üblich", nach dem Motto: Die pösen Männer, können's nicht lassen, essen einfach zu viel Fleisch - im Gegensatz zu den "ach so guten" Frauen!
(Seltsamerweise hat anscheinend noch niemand "studiert" ob die Fleischeslust der Männer eventuell einfach an der Notwendigkeit liegt die, gegenüber Frauen, größere Muskelmasse zu erhalten? Was eben durch das Fleischprotein auf natürliche Weise am einfachsten ist. Das könnte ja heißen, das Männer physiologisch bedingt eine für Frauen ungesunde Ernährung benötigten. Das kann nicht sein. Frauen sind doch die besseren Menschen!)
mandible (20.05.2010, 16:11 Uhr)
@dippegucker
Sie rechnen falsch. Es geht nicht um 42 Prozent von den 1,2 Millionen.

Insgesamt sind laut dem Text 35.000 Menschen erkrankt. Und unter denen waren mehr Wurstesser, weil die eben ein höheres Risiko hatten.
dippegucker (20.05.2010, 15:34 Uhr)
@binausgold Stimmt, das geht Ihnen...
...auf den Zeiger (unter anderem), der zeigt dann nicht mehr sondern baumelt maximal. Bei 100g pro Woche fällt er ab.
dippegucker (20.05.2010, 15:30 Uhr)
@petschmidt Sie rechnen falsch...
...mein Lieber !

42% von 1.2 Mio = 504000
12% von 1.2 Mio = 144000

petschmidt (18.05.2010, 13:31 Uhr)
Rechne ich da richtig?
Nur der Konsum von behandeltem Fleisch wirkte sich aufs Krankheitsrisiko aus. Wer jeden Tag 50 Gramm Wurst oder ähnliche Fleischwaren aß, hatte ein 42 Prozent höheres Risiko einer KHK

(42 Prozent - das sind ja "nur" 10080 bei 1,2 Millionen?)

und entwickelte mit 19 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit Diabetes

(19 Prozent - das sind "nur "2090" von 1,2 Millionen?)

Oder rechne ich da falsch?
EVITA-1 (18.05.2010, 11:52 Uhr)
elternlos
aufgewachsen, bis zum 4. Lebensjahr nur Milchbrei, dann der Krieg und Nachkriegszeit, wieder gegessen was da war, bin heute 81 und lebe immer noch, mit Diagnose vom Arzt, alles im grünen Bereich.
Macht ihr euch nicht alle selbst verrückt?
Freaker (18.05.2010, 11:34 Uhr)
@ Admins
Danke.
dreicon (18.05.2010, 09:49 Uhr)
Eßt, was euch schmeckt!
Der das schon vor Jahren immer wieder gesagt hat, und in zahllosen Talk-Runden zu diesem Thema immer wieder gegen den Stachel gelöckt hat, ist Udo Pollmer. Für mich der einzige Experte im Heer der pseudowissentschaftlichen Pseuoexperten!
Administrator (18.05.2010, 09:27 Uhr)
@Freaker
Die Antwort auf Ihre Frage finden Sie im Text:

"Die Forscher unterschieden bei der Analyse zwischen "behandeltem" Fleisch, das durch Pökeln, Salzen oder Räuchern konserviert wurde - also etwa Aufschnitt, Würstchen, Speck oder Schinken - sowie unbehandeltem Fleisch vom Rind, Schwein oder Lamm."

Herzliche Grüße

Ihre stern.de-Admins
binausgold (18.05.2010, 08:53 Uhr)
mann geht einem das auf den zeiger
...wenn alles so furchtbar ungesund ist?! WARUM werden wir dann alle so alt?!
es geht einem so auf den zeiger....sollen sie uns doch endlich zu frieden lassen und jeden nach seinem geschmack essen lassen.
ich wäre dankbar!
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