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Ratgeber Allergie
7. Juni 2010, 11:48 Uhr

Forscher hoffen auf neue Therapie

Japanische Wissenschaftler haben ein Eiweiß entdeckt, das bei bei schweren allergischen Reaktionen eine Rolle spielt. Sie hoffen, dass sich daraus in Zukunft eine neue Behandlung entwickeln lässt.

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Bei einer Allergie reagiert die Körperabwehr auf eigentlich harmlose Stoffe - wie zum Beispiel Blütenpollen© Colourbox

Japanische Forscher haben ein Eiweiß entdeckt, das gefährliche allergische Reaktionen verhindern kann. Das Allergin-1 genannte Protein unterdrückt die bei einer Allergie fehlgeleitete Reaktion der Körperabwehr, indem es die Ausschüttung von Histaminen und anderen Stoffen blockiert. Diese Botenstoffe lösen die für eine Allergie typischen Symptome wie die Reizung der Schleimhäute von Nase, Bronchien, Augen oder Darm aus. Allergin-1 sei daher eine vielversprechende Grundlage zur Entwicklung neuer Medikamente gegen schwere Allergien, berichten die Wissenschaftler um Akira Shibuya von der Universität Tsukuba im Fachmagazin "Nature Immunology".

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf sogenannte Allergene - eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Gräserpollen. Das Immunsystem bildet dabei Antikörper gegen die Eindringlinge, die sich an das Allergen heften. So wird es von speziellen Immunzellen, den Mastzellen, erkannt, die wiederum Histamine und andere Stoffe ausschütten. Normalerweise dienen die Histamine der Abwehr von Krankheitserregern, doch bei einer Allergie sind sie die Auslöser der unangenehmen allergischen Reaktion. Im äußersten Fall erleiden Allergiker einen anaphylaktischen Schock, bei dem der Kreislauf versagt.

Akira Shibuya und seine Kollegen haben Allergin-1, ein bisher unbekanntes Eiweißmolekül, auf der Oberfläche der Mastzellen von Mäusen entdeckt. Es blockiert die Andockstellen für den Komplex aus Antikörper und Allergen auf den Mastzellen - mit einer wichtigen Folge: Die Mastzellen können die potenziell gefährlichen Histamine nun nicht mehr ausschütten. Die Wissenschaftler untersuchten Mäuse, denen Allergin-1 fehlte. Die Nager stellten sich als sehr anfällig für das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks heraus.

Allergin-1 reguliert also einen Teil der Körperabwehr und könnte daher ein wirkungsvolles Mittel gegen den anaphylaktischen Schock sein. Da auch Menschen Allergin-1 produzieren, wäre es möglich, eine darauf basierende Behandlung zu entwickeln. Zunächst müssen aber weitere Eigenschaften des Moleküls untersucht werden, erklären die Wissenschaftler. Noch sei unklar, unter welchen Umständen der Mechanismus überhaupt ausgelöst wird.

DDP
 
 
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