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Ratgeber Allergie

14. September 2007, 17:10 Uhr

Seehofer setzt auf Information

Allergien sind keine Bagatelle - darauf hat Bundesverbraucherminister Horst Seehofer bei einer Verbraucherpolitischen Konferenz in Berlin hingewiesen. Um Allergiker vor den starken Krankheitsschüben zu schützen, setzt er vor allem auf Information.

Macht sich für mehr Transparenz stark: Horst Seehofer© Patrick Seeger/DPA

Auch wenn Gammelfleischskandale immer wieder die Gemüter erregen - verglichen mit Allergien gefährdet Ekelfleisch doch meist nur wenige Menschen. Mehr als 30 Prozent der Deutschen leidet an einer solchen Überempfindlichkeitsreaktion. Forscher suchen nach den Ursachen der Allergien, doch noch immer kennen sie nicht alle Zusammenhänge.

Umso wichtiger sind Informationen, die Allergiker vor einem Krankheitschub schützen können. Zum Beispel in Internetportalen wie dem stern.de-Ratgeber Allergie oder dem neuen Onlineangebot des Bundesverbraucherministeriums. Beide Portale wurden gemeinsam mit der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) entwickelt.

Diese Informationen helfen aber nichts, wenn Allergiker nicht erkennen können, ob eine Hautcreme oder ein Müsliriegel das für sie gefährliche Allergen enthält. „Wir müssen zu einer deutlich verbesserten Deklaration von Inhaltstoffen bei Lebensmitteln, Kosmetika, Arzneimitteln, Bekleidung und jetzt auch ganz aktuell Spielzeug kommen, um gefährdete Personen zu schützen“, sagt Torsten Zuberbier, Sprecher des Allergie-Centrums-Charité und Leiter der ECARF.

Vor allem bei loser Ware wie Brot oder Burgern fehlen diese für Allergiker manchmal lebenswichtigen Informationen. Die Lebensmittelwirtschaft will deshalb künftig ihr Personal besser schulen - mit dem Ziel, dass später beispielsweise jede Bäckereifachverkäuferin sagen kann, ob das Plunderstück vielleicht Erdnüsse enthält. Zurzeit erarbeitet der Deutsche Allergie- und Asthmabund zusammen mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde einen entsprechenden Leitfaden für die Wirtschaft.

Horst Seehofer setzt gegenwärtig auf freiwillige Lösungen. Sollte die Wirtschaft allerdings nicht wie gewünscht reagieren, schließt er eine rechtliche Regelung keinesfalls aus.

Arnd Schweitzer

 
 
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