Der Einfluss des Arbeitsplatzes auf das Asthmarisiko wird bislang deutlich unterschätzt. Eine spanische Studie zeigt, dass bestimmte Berufsgruppen besonders stark gefährdet sind, die Atemwegserkrankung zu entwickeln. Dazu zählen Drucker, Krankenpfleger, Reinigungskräfte oder Menschen, die Holz bearbeiten.

Berufsasthma: Auch Reinigungskräfte sind einem hohen Risiko ausgesetzt (Corbis)
Die Umweltepidemiologen aus Barcelona untersuchten mehr als 6.800 Teilnehmer einer früheren europäischen Studie, die damals keine Asthmasymptome hatten. In den folgenden rund neun Jahren prüften die Forscher das Auftreten asthmatischer Beschwerden und verglichen dies unter anderem mit der Tätigkeit der Betroffenen.
Computerberechnungen ergaben, dass Drucker mit einem um 137 Prozent erhöhten Risiko am stärksten gefährdet sind. Bei Krankenpflegepersonal und Berufen der Holzbearbeitung liegt die Gefährdung um jeweils 122 Prozent höher. Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft hatten eine um 85 Prozent gesteigerte Asthmawahrscheinlichkeit, bei Reinigungspersonal lag das Risiko um 71 Prozent höher.
Die erhöhte Gefährdung von Krankenpflegern erklären die Forscher in der Zeitschrift "The Lancet" damit, dass diese Berufsgruppe verstärkt bestimmten Substanzen ausgesetzt ist, darunter Atemwegsallergenen oder Desinfektionsmitteln. Die Forscher betonen, dass die Häufigkeit von berufsbedingtem Asthma deutlich unterschätzt wird.
AP