Die Pollenflugsaison beginnt früher und dauert auch länger. Ein neuer Pollenflugkalender hilft. Erstmalig zeigt er die Belastung für vier verschiedene Regionen in Deutschland.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren setzt der Pollenflug heute nicht nur früher ein, er dauert auch länger. Eine aktuelle Auswertung aller Pollenflugdaten der vergangenen sieben Jahre für Deutschland zeigt auch, dass sich die Pollen anders zusammensetzen. Ein neuer Pollenflugkalender fasst diese Ergebnisse für Gesamtdeutschland zusammen.
„Eine Ursache für die steigende Zahl von Pollenallergikern wird auch in der Klimaveränderung durch die Zunahme der Durchschnittstemperatur vermutet“ sagt Karl-Christian Bergmann, Professor am Allergie-Centrum-Charité. Die Messungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass der größte Anteil der Erwärmung im Herbst und Winter liegt. Dies hat auf den Blühbeginn der Frühblüher einen entscheidenden Einfluss. „Die Pollenmenge hat zugenommen, die Pollenflugsaison setzt früher ein und dauert länger an“ sagt Klaus Bucher, Biometeorologe des Deutschen Wetterdienstes. Aber auch die Art der Pollenzusammensetzung habe sich verändert.
Belegen lassen sich die Auswirkungen durch Untersuchung der Pollen selbst und durch Beobachtung der Jahreszeiten - sogenannte phänologische Beobachtungen. So setze der Frühling deutlich früher ein und die Pflanzenwachstumsphase sei damit verlängert. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) misst an rund 50 Pollenflugfallen in Deutschland den aktuellen Pollenflug. Die gewonnenen Daten werden dem Deutschen Wetterdienst gemeldet und von dort mit den phänologischen Daten und der Wetterprognose koordiniert.