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Ratgeber Allergie

22. November 2007, 14:24 Uhr

Immuntherapie geht vor

Allergikerinnen mit Kinderwunsch sollten sich rechtzeitig desensibilisieren lassen. So könnte das Allergierisiko für das Kind sinken, sagen Jenaer Mediziner.

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© Fotolia

Wissenschaftler raten Frauen mit Kinderwunsch, sich frühzeitig gegen Allergien desensibilisieren zu lassen. Ansonsten bestehe das Risiko, die Empfänglichkeit für diese Erkrankungen auf ihre Kinder zu übertragen. "Wenn Frauen während der Schwangerschaft an allergischen Reaktionen leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind eine Allergie entwickelt", sagt Udo Markert, Leiter des Plazenta-Labors der Frauenklinik an der Universität Jena. "Eine Desensibilisierung vor der Schwangerschaft ist zwar keine Gewähr, verringert aber das Risiko einer späteren Allergie des Kindes." Da es einige Zeit dauere, bis die Desensibilisierung wirke, müsse damit so früh wie möglich begonnen werden.

Entzündungsprotein in der Plazenta

Frühere Forschungsarbeiten haben nach Angaben von Markert ergeben, dass Allergien von der Mutter auf das Kind übertragen werden können. Jetzt untersuchte das Team aus Gynäkologen und Allergologen an der Friedrich-Schiller-Universität die Plazenta darauf, ob sie auf Allergene - also die Auslöser von Allergien - reagieren. "Dabei haben wir festgestellt, dass in der Plazenta von Allergikerinnen nach dem Kontakt mit Allergenen ein Entzündungsprotein freigesetzt wurde. Bei Nicht-Allergikerinnen kam es nicht zu dieser Reaktion." Das bedeute aber nicht, dass die Kinder später an derselben Allergie erkranken wie ihre Mutter. "Es kann auch eine völlig andere Allergie sein."

Nach Ansicht von Markert ist diese Übertragung eine von vielen Erklärungen dafür, dass in den vergangenen zehn Jahren immer mehr junge Menschen an Allergien erkranken. "Natürlich ist die Übertragung nur ein Faktor von vielen." Umweltverschmutzung und Vererbung würden nach wie vor eine bedeutende Rolle spielen. "Allerdings überträgt sich die mütterliche Allergie fast doppelt so häufig wie die väterliche." Eine Desensibilisierung vor der Schwangerschaft sei also ratsam.

Irena Güttel, DPA

 
 
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