Schimmel ist nicht gesund. Finnische Forscher fanden jetzt heraus, dass durchfeuchtete Wohnungen und vor allem sichtbarer Schimmelbefall das Asthmarisiko für Kinder erhöht. Besonders gefährlich: Schimmel im Kinderschlafzimmer.

Risikofaktor Schimmelpilz: nicht immer ist der Befall so deutlich sichtbar (Corbis)
Asthma bei Kleinkindern - in Finnland ist jede fünfte dieser Erkrankung eine Folge schlechter Wohnraumbedingungen. Das zeigt die Studie eines finnischen Forscherteams um Juha Pekkanen von der Universität Kuopio. Durchfeuchtete Wohnungen, insbesondere ein sichtbarer Schimmelpilzbefall, sind nach dieser Untersuchung mit einem erhöhten Asthmarisiko bei Kindern verbunden. Die Ergebnisse wurden im März 2007 im Fachjournal "European Respiratory Journal" veröffentlicht.
Pekkanen unternahm eine sogenannte Fall-Kontroll-Studie: Dabei verglich er eine Gruppe aus 121 Kindern, die im Alter von ein bis sieben Jahren an Asthma erkrankten, mit einer Gruppe aus 242 gesunden Kindern. Die Teilnehmer aus beiden Gruppen lebten in vergleichbaren Stadtteilen. Zudem wohnten die Kinder die vergangenen zwei Jahre an der gegenwärtigen Adresse. Ausgebildete Ingenieure begutachteten alle Wohnungen systematisch. Sie hielten fest, wo sich Feuchtigkeit an den Wänden gebildet hatte, wo Kondensationsspuren sichtbar waren, sich Tapeten verfärbt oder abgelöst hatten.
Die Forscher stellten fest: Je feuchter die Wohnung und je mehr Schimmel sichtbar ist, desto höher steigt das Risiko für eine Asthmaerkrankung bei den Kindern. Sie sind zwei bis drei Mal häufiger erkrankt als Kinder in trockenen Wohnungen. Ausschlaggebend war der Schimmelbefall in dem Teil der Wohnung, in dem sich die Kinder bevorzugt aufhielten. Besonders viele Kinder erkrankten, wenn der Schimmel in ihrem Schlafzimmer wuchs.
Pekkanen und seine Mitarbeiter spekulieren auch über die Gründe: Die Schimmelpilze vermehren sich im Biotop von durchfeuchteten Wänden und Tapeten. Pilzbestandteile wandern durch die Luft und gelangen so in die Atemwege der Kinder. Dort lösen sie eine, bislang unbekannte immunologische Reaktion aus.
Die Schimmelpilze erhöhen sogar gleichermaßen das Risiko für allergische und für nichtallergische Formen des Asthmas. Daraus schließt Juha Pekkanen, dass der Feuchtigkeitsbefall eine mögliche Ursache des Asthmas ist und nicht nur dessen Symptome verstärkt.
Quelle: European Respiratory Journal und Deutsches Ärzteblatt