Ratgeber Allergie

14. Juni 2011, 17:28 Uhr

Hund und Katze senken Allergierisiko bei Kleinkindern

Anders als viele Eltern oft befürchten, erhöhen Haustiere wie Hund und Katze bei Kindern nicht das Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Sie können es sogar senken, wenn die Kinder schon als Säugling mit den Tieren in Kontakt kommen.

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Viele Kinder, die als Baby schon mit einer Katze zusammengelebt haben, litten später seltener an einer Katzenhaarallergie als Altersgenossen ohne Stubentiger©

Besorgte Eltern versuchen oft, ihre Kinder von Tieren fernzuhalten - aus Angst davor, dass ihre Kleinen an einer Tierhaarallergie oder Asthma erkranken. Dabei ist die Sorge zumindest bei zwei sehr beliebten Haustierarten offenbar unbegründet: Leben Hund und Katze mit im Haushalt, erhöht dies bei Kindern nicht das Allergierisiko. Es könnte sogar sinken, wenn das Kind schon als Baby mit den Tieren in Kontakt kommt, schreiben die Forscher um Ganesa Wegienka vom Henry Ford Hospital in Detroit, Michigan, im Fachblatt "Clinical & Experimental Allergy".

"Wir liefern neue Beweise, dass Erfahrungen im ersten Lebensjahr sich auf die Gesundheit im späteren Leben auswirken", sagt Biostatistikerin Wegienka. Ihr Team und ihre Kollegen des Medical College of Georgia griffen auf die Daten einer großen Langzeituntersuchung zurück. An der "Detroit Childhood Allergy Study" nahmen Kinder der Geburtsjahrgänge 1987 bis 1989 teil. Mithilfe von Interviews wurden jedes Jahr deren Gesundheitszustand und deren Lebensumstände festgehalten. Aus diesen Daten ergab sich, wann und wie lange die Kinder Hunde oder Katzen gehabt hatten, die mehr als 50 Prozent der Zeit im Haus verbrachten. Im Alter von 18 Jahren gaben insgesamt 565 der Teilnehmer eine Blutprobe ab, die die Forscher auf Antikörper gegenüber Hunde- und Katzenallergenen untersuchten.

Das erste Jahr ist entscheidend

Das Hauptergebnis der Untersuchungen lautet: Hunde und Katzen im Haushalt führen bei Kindern nicht mehr zu Tierhaarallergien als in tierfreien Wohnungen. Außerdem zeigte sich, wie wichtig die Zeit nach der Geburt offenbar für das Immunsystem ist. Viele Kinder, die im ersten Jahr mit einer Katze zusammengelebt hatten, litten später nur halb so oft an einer Katzenhaarallergie wie ihre Altersgenossen ohne Stubentiger. Bei den Hunden profitierten jedoch nur Jungen gesundheitlich vom tierischen Spielkameraden: Hatten sie im ersten Lebensjahr diesen Kontakt, erkrankten sie später auch nur halb so oft an der entsprechenden Allergie. Bei Mädchen machte das frühe Zusammenleben mit Hunden keinen Unterschied. Die Forscher überlegen, ob dies an einem anderen Umgang mit den Tieren liegen könnte.

Als nächsten logischen Schritt will Wegienkas Team den Einfluss von Haustieren auf das sich entwickelnde Immunsystem noch genauer untersuchen und kleinere Zeitfenster betrachten - etwa die ersten drei Monate oder nur den ersten Monat. Direkt nach der Geburt ist das Immunsystem des Menschen noch kaum ausgeprägt und deshalb besonders anfällig für Krankheitskeime. Andererseits entwickelt es aber auch im Kontakt mit seiner Umwelt nach und nach schützende Antikörper und Abwehrreaktionen.

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