Die Haut spiegelt in vielen Fällen eine Allergie wider. Entweder ist sie entzündet wie beim Kontaktekzem. Oder sie gibt bei Tests wichtige Hinweise auf die möglichen Auslöser einer Allergie. Denn auch bei einer Nahrungsmittel-Allergie oder allergischem Schnupfen reagiert die Haut auf das Allergen. Wir stellen die verschiedenen Verfahren vor. Für alle gilt: Mit dem Test allein kann der Arzt meist keine Diagnose stellen. Erst zusammen mit der Krankengeschichten (Anamnese), mit Bluttests oder auch einem Provokationstest wird er eine Ursache für die Beschwerden finden können.

Der Prick-Test kann hilfreich sein, wenn der Arzt eine IgE-vermittelte Allergie nachweisen will© ECARF
Dermographismus heißt übersetzt Hautschrift. Damit wird ein Phänomen bezeichnet, das auf eine besonders empfindliche Haut hinweist oder auf eine bestimmte Form der Nesselsucht.
Wie läuft er ab?
Am oberen Rücken oder am Unterarm streicht der Arzt unter festem Druck mit einem Holzspatel oder einem Stift über die Haut. Bei Neurodermitikern wird der Hautstreifen darunter weiß - und nicht rot wie bei Gesunden. Bei einer bestimmten Form der Nesselsucht kommt es innerhalb weniger Minuten zu einer Rötung und Quaddeln Die Stellen jucken und reichen über die Auslösefläche hinaus. Die Reaktion hält zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. Manchmal tritt der Effekt auch erst vier Stunden später auf.
Wann ist dieser Test sinnvoll?
Bei Verdacht auf diese Erkrankungen kann sich die Untersuchung lohnen: Neurodermitis, Nesselsucht mit physikalischer Ursache (Urticaria factitia)
Der Prick-Test kann hilfreich sein, wenn der Arzt eine IgE-vermittelte Allergie nachweisen will. Das ist eine Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp. Mit der Hautreaktion lassen sich auch Nahrungsmittel-Allergien untersuchen. Der Test allein kann jedoch keine sichere Diagnose liefern. Erst wenn das Ergebnis zur vorherigen Befragung passt, ist das getestete Allergen wahrscheinlich auch der Auslöser der Allergie.
Wie läuft er ab?
Der Allergologe setzt Tropfen verschiedener Allergenextrakte auf die Unterarm-Haut. Dann sticht er (englisch = to prick) mit einer kleinen Lanzette die Allergene oberflächlich in die Haut hinein. Richtig gemacht, ist der Test kaum schmerzhaft. Nach zehn bis zwanzig Minuten bilden sich an den Stellen, an denen tatsächlich eine allergische Reaktion anläuft, Rötungen oder Quaddeln. Sie bleiben einige Stunden bestehen. Besteht das Risiko einer heftigen allergischen Reaktion mit Kreislaufproblemen, legt der Arzt vorher eine Venenkanüle, um im Notfall Medikamente direkt in die Blutbahn spritzen zu können. Immerhin provoziert der Test eine Abwehrreaktion des Körpers - in seltenen Fällen bis hin zu allergischem Schock oder schwerer Atemnot.
Wann ist dieser Test sinnvoll?
Bei Verdacht auf diese Allergene kann sich die Untersuchung unter anderem lohnen: Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift, Naturlatex und mit Abstrichen Nahrungsmittel, Schimmelpilze und Arzneimittel.
Hat der Prick-Test trotz eines starken Verdachts keine Allergie nachgewiesen, kann der Arzt mit einem Intrakutan-Test (auch: Intradermaltest) einen zweiten Versuch starten Weil er dabei das Allergen tiefer in die Haut spritzt, kommt es eher zu einer Reaktion. Auch hier gilt: Der Test allein liefert keine sichere Diagnose. Erst wenn das Ergebnis zur vorherigen Befragung passt, ist das getestete Allergen wahrscheinlich auch der Auslöser der Allergie.
Wie läuft er ab?
Der Allergologe spritzt mit einer feinen Kanüle stark verdünnte Allergenlösungen in die Haut. Das ist schmerzhafter als beim Prick-Test. Nach zehn bis zwanzig Minuten bilden sich an den Stellen, an denen tatsächlich eine allergische Reaktion anläuft, Rötungen oder Quaddeln. Sie bleiben einige Stunden bestehen. Besteht das Risiko einer heftigen allergischen Reaktion mit Kreislaufproblemen, legt der Arzt vorher eine Venenkanüle, um im Notfall Medikamente direkt in die Blutbahn spritzen zu können. Immerhin provoziert der Test eine Abwehrreaktion des Körpers - in seltenen Fällen bis hin zu allergischem Schock oder schwerer Atemnot. Diese Gefahr ist beim Intrakutan-Test höher als beim Prick-Test.
Wann ist dieser Test sinnvoll?
Bei Verdacht auf diese Allergene kann sich die Untersuchung lohnen: Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift, Naturlatex und mit Abstrichen Nahrungsmittel, Schimmelpilze und Arzneimittel.
Beim Scratch-Test ritzt (englisch = to scratch) der Arzt die Haut mit einer Lanzette strichförmig ein und tropft dann Allergenextrakte auf diesen Bereich. Der Test ist im Vergleich zum Prick-Test belastender. Außerdem reizt das Kratzen die Haut unspezifisch. Deshalb sind die Ergebnisse oft nicht eindeutig. Allergologen wenden den Scratch-Test nur noch selten an.
Beim Reibe-Test entfettet der Arzt die Haut mit Alkohol und reibt dann den natürlichen Allergenträger - zum Beispiel Tierhaare - mehrmals fest über die intakte Haut. Die Untersuchung ist dann sinnvoll, wenn es keine fertigen Extrakte des Allergens gibt. Auch dieser Test ist weniger aussagekräftig als der Prick-Test und schlägt nur an, wenn der Patient stark auf das Allergen reagiert (höhergradige Sensibilisierung).
Mit diesem Pflastertest (englisch = patch) untersucht der Arzt, ob der Patient unter einem Kontaktekzem leidet - also einer Überempfindlichkeitsreaktion vom Spättyp. Voraussetzung ist eine komplett ausgeheilte Haut. Neben den etwa 25 Stoffen der sogenannten Standardreihe - Substanzen, die häufig Kontaktekzeme auslösen und deshalb immer mitgetestet werden - prüft der Arzt auch solche Allergene, die sich aus der Befragung des Patienten als mögliche Auslöser herausgestellt haben. Das Ablesen des Tests erfordert viel Erfahrung: Nicht jede Rötung ist eine allergische Reaktion.
Wie läuft er ab?
Die medizinisch-technische Assistentin löst die Testsubstanzen in einem Trägerstoff und streicht sie in kleine Kammern aus Aluminium oder Kunststoff, die auf selbstklebenden Pflastern sitzen. Dann klebt sie die Pflaster beim Patienten auf den oberen Teil des Rückens. Nach zwei Tagen nimmt sie die Pflaster wieder ab und der Arzt liest die Testfelder ab. Auch am Tag danach, manchmal auch noch später sieht er sich den Rücken des Patienten an. Eine Ekzemreaktion liegt vor, wenn die Testsubstanz eine gerötete Schwellung, Knötchen oder Blasen hinterlassen hat.
Wann ist dieser Test sinnvoll?
Bei Verdacht auf diese Allergene kann sich die Untersuchung lohnen: Metalle (Nickel, Chrom, Kobalt, Quecksilber, Gold), Kunstharze und Kleber, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Farben, Leder- und Textilfarben, Arzneimittel, Desinfektionsmittel, Friseurstoffe, Kosmetika und viele andere.
Ähnlich wie beim Epikutan-Test klebt der Arzt hier Pflaster mit Testsubstanzen auf den Patientenrücken. Nach 48 und 72 Stunden liest er das Ergebnis ab. Damit sucht er vor allem bei Neurodermitis-Patienten nach Allergie-Auslösern, die im Prick-Test keine Reaktion erzeugt haben. Das Verfahren ist bislang noch kein Routinetest. Weitere Studien müssen zeigen, ob er tatsächlich dem Prick-Test überlegen ist.
Dieser Hauttest wird gemacht, wenn ein photoallergisches Kontaktekzem vorliegen könnte. Der Arzt trägt auf dem Rücken des Patienten jeweils zwei kleine Proben der verdächtigen Allergene auf. Nach 24 Stunden bestrahlt er nur je eine Probe davon mit UV-A-Licht und kann später beide Testreihen miteinander vergleichen. Zeigt sich bei einer bestimmten Substanz der bestrahlten Testreihe eine Hautveränderung, ist der Patient wahrscheinlich photoallergisch.
Arnd Schweitzer