Ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) sind Bestandteile des Sonnenlichts, die das Auge nicht wahrnimmt. Sie treffen nur in geringen Konzentrationen auf die Erdoberfläche: Nur etwa sechs Prozent gelangen durch die schützende Ozonschicht, als UV-A- und UV-B-Strahlung.

Ultraviolettes Licht hat sich vor allem bei der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis) bewährt© Picture-Alliance
Diese ist - in Maßen - für den menschlichen Körper unerlässlich: Sie regt ihn beispielsweise an, Vitamin D zu bilden. Bis zu 80 Prozent seines Bedarfs produziert er auf diese Weise in der Haut. Das Vitamin sorgt dafür, dass Kalzium, ein wichtiges Mineral für den Aufbau von Knochen und Zähnen, aus der Nahrung aufgenommen werden kann. Außerdem stimuliert Sonnenlicht das Immunsystem und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Dabei genügt es schon, sich täglich zehn Minuten der Sonne auszusetzen oder mindestens eine halbe Stunde bei Tageslicht im Freien zu verbringen.
Wie gefährlich dagegen zu starke UV-Bestrahlung sein kann, weiß jeder, der bereits einen Sonnenbrand hatte. Je nach Grad der Verbrennung rötet sich die Haut oder bildet Blasen. In schlimmen Fällen stirbt Hautgewebe ab. Es entstehen sogenannte Nekrosen. Wie stark die Haut dabei geschädigt wird, hängt jedoch nicht nur von der Dauer der Bestrahlung ab, sondern auch von der Energie des UV-Lichts und deren Eindringtiefe ins Gewebe. Die kurzen Wellen der UV-B-Strahlung (Wellenlängen in Bereichen von 280 bis 315 Nanometern) dringen nur in die obere Hornschicht, die Epidermis. Langwelliges UV-A-Licht (Wellenlängen-Bereich von 320 bis 400 Nanometern) stößt dagegen bis in das tiefer liegende Bindegewebe vor.
Die Medizin macht sich dies zunutze. Mittels Fluoreszenzröhren oder speziellen Quarzlampen wird ultraviolettes Licht in unterschiedlichen Wellenlängen (UV-A, UV-B, oder eine Kombination) erzeugt. Die Haut des Patienten wird damit bestrahlt. Bei der sogenannten PUVA-Therapie erhält der Patient vor der Bestrahlung ein Psoralen, eine Substanz, die die Haut UV-sensibler macht. Ultraviolettes Licht hat sich vor allem bei der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis) bewährt. Es hilft aber auch gegen Depressionen oder einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. "Der Arzt wählt dabei die jeweilige Strahlendosis, abhängig vom Hauttyp des Patienten als auch von seiner Erkrankung", sagt Nicolas Hunzelmann, Professor für Dermatologie an der Hautklinik der Universität zu Köln. Allgemein gelte: Je oberflächlicher die Erkrankung, desto kurzwelliger die Strahlen.
UV-B-Therapie
UV-A-Therapie
Kombinierte UV-A-/UV-B-Therapie
PUVA-Therapie
Da UV-A-Strahlen allein gegen die Schuppenflechte kaum helfen, wird diese in Kombination mit einem sogenannten Lichtsensibilisator (Psoralen) verabreicht - und hat sich als hoch wirksam erwiesen. Mittels dieser chemischen Substanz wird die Haut vor der eigentlichen UV-A-Behandlung lichtempfindlich gemacht. Der Lichteffekt wird dadurch verstärkt und die Aussicht auf Linderung steigt.
Hochdosiertes UV-Licht greift die Hautzellen an. Durch UV-B-Strahlen bilden sich anfangs verstärkt Hautpigmente. Die Haut bräunt. Abhängig vom jeweiligen Hauttyp verbrennt sie jedoch nach einer bestimmten Zeit. Folge: Vorstufen von Hautkrebs können entstehen. UV-A-Strahlen dagegen können auch die tiefer liegenden Hautschichten verändern. Bei übermäßigem Bestrahlen altert die Haut schneller. Und sie fördert möglicherweise sogar die Bildung eines Melanoms, einer bösartigen Form des Hautkrebses, der die Pigmentzellen befällt. UV-Therapien sollten daher nur vom Dermatologen verordnet und durchgeführt werden. Bei Kindern sind sie zurückhaltend und mit großer Vorsicht anzuwenden.
Ja, allerdings nur bei medizinisch notwendigen Behandlungen. Die reine UV-Therapie ist eine Leistung der Kassen. Salzbäder- und PUVA-Therapie werden nur stationär übernommen, sind ambulant aber Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die direkt beim Arzt bezahlt werden müssen.