So sieht Zukunft aus

25. Oktober 2007, 20:30 Uhr

Kaum hat sich der IAA-Rummel gelegt, steht gleich das nächste Automobil-Mega-Event vor der Tür: Die Tokyo Motor Show. Vor allem die asiatischen Lokalmatadoren nutzen die Messe, um futuristische Studien und innovative Technologien zu präsentieren. Von Susanne Kilimann und Stefan Grundhoff

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Mobile Wohlfühl-Insel: Toyotas kastenförmige Studie namens RiN©

Die Tokyo Motor Show ist eine der wichtigsten Automessen weltweit. In diesem Jahr findet sie zum 40. Mal statt. Bei der ersten Veranstaltung im Jahre 1954 sah die Automobilwelt auch in Asien noch anders aus. Trotzdem gab es bereits bei der ersten Auflage 547.000 Besucher, die auf einer überschaubaren Ausstellungsfläche von 4.400 Quadratmetern 229 Autos von 254 Ausstellern besichtigten. Die Zeiten haben sich geändert. Vor zwei Jahren, bei der letzten Tokyo Motor Show, gab es eine Ausstellungsfläche von über 40.000 Quadratmetern. Die 240 Aussteller zeigten 1,5 Millionen interessierten Besuchern 571 Fahrzeuge aus dem In- und Ausland. Auch wenn europäische und amerikanische Hersteller die Asienmesse zunehmend für sich entdecken, so gehört die Tokyo Motor Show in erster Linie doch den heimischen Marken - allen voran Mazda, Toyota, Nissan und Honda.

Doch auch Subaru und Suzuki zeigen ein paar Wochen nach der IAA ihre neuesten Modelle und spektakuläre Studien. Wie sich Asiens Automobilkonzerne die Zukunft vorstellen, zeigt die 40. Motorshow so deutlich, wie keine andere der großen internationalen Automobilmessen. Auf dieser Bühne stellen die experimentierfreudigen Japaner ihre neuesten Designerbabys vor - und beobachten mit scharfem Blick, was die Welt von ihnen hält.

Futuristisch gestylter Sportwagen mit Glasdach

Mazda präsentiert die bereits bekannten Studien Nagare und Hakaze - hat aber auch ein neues Konzeptfahrzeug im Gepäck: Taiki - ein futuristisch gestylter Sportwagen mit Glasdach, der die Concept-Car-Reihe Nagare, Ryuga und Hakaze weiterführt. Die Front des jüngsten Konzeptbabys ist dabei noch vergleichsweise konventionell konzipiert. Zukunftsmusik dröhnt dagegen im hinteren Teil. Hier werden die Räder fast vollständig von einem Blechmantel bedeckt und die übermütige Heckpartie gleicht einer Welle. Bewegt wird das futuristische Geschoss, das mit aerodynamischen Bestwerten punkten will, von einem neuentwickelten Wankelmotor. Zu Leistung und Verbrauch hat Mazda noch keine Angaben gemacht. Auch über die Taikis Serienchancen wurde noch nichts bekannt.

Toyota Hi-CT: Das kompakte Ladewunder kommt wie ein Würfel auf Rädern daher©

Luxuriöser Golf-Shuttle

Toyota nutzt die Bühne in diesem Jahr, um sechs Konzeptfahrzeuge ins Rampenlicht zu setzen. Dabei dürfte Hi-CT mit seinen ungewöhnlichen Proportionen wohl die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie ein Würfel auf Rädern kommt das kompakte Ladewunder daher: Gerade mal 3,33 Meter lang, 1,70 Meter breit, aber beachtliche 1,78 Meter hoch. Die platte Nase, die Räder, die an den äußersten Karossen-Ecken sitzen, die extrem knappen Überhänge betonen die gewöhnungsbedürftige Würfelform. Ein Plug-In-Hybridantrieb bringt den ulkigen Kubus auf Trab. An ein luxuriöses Shuttle für Golfspieler erinnert die kastenförmige Studie namens RiN. RiN will mit Wohlfühl-Ambiente punkten. Schiebetüren und großflächige Fenster aus grünem Glas, beheizbare Sitze und ein System, das den Sauerstoff- und Feuchtigkeitsgehalt im Innenraum regelt, sollen den Viersitzer zur mobilen Wellness-Insel machen. Wie sich die Toyota-Ingenieure den Antrieb des 3,25 Meter langen und 1,69 Meter breiten Concept Car vorstellen, wird noch nicht verraten.

Mit der Studie 1/X, die optisch vergleichsweise konventionell antritt und im Innenraum dem Prius ähnelt, ist die Antriebsfrage klar beantwortet: Für Triebkraft sorgt ein Plug-In Hybrid-Antrieb, der seine Speicher an jeder gewöhnlichen Haushaltssteckdose aufladen kann. Neben dem Elektromotor kommt ein 500 Kubikzentimeter-Benziner zum Einsatz. In Sachen Verbrauch könnte er wohl Traumnoten erzielen. Denn der Viersitzer ist dank seinem ultraleichten Rahmen und den Kohlefaserlaminat-Verstärkungen der Karosserie ein Leichtgewicht. Gerade mal 420 Kilogramm bringt 1/X auf die Waage. Fraglich ist, ob das für baldige die Serienreife taugt.

Flotter Look

Mit der ultrakompakten Konzeptstudie iQ wollen die Japaner eine intelligente Lösung zum Thema "Cityflitzer" vorstellen. Das knapp drei Meter kurze Auto bietet Platz für vier Passagiere und eine ganze Menge Gepäck. Es sieht fast so aus, als hätten sich die Japaner vom flotten Look des neuen Fiat Cinquecento inspirieren lassen. Immerhin wurde der niedliche Kleine in geografischer Nähe - vom Toyota Designstudio in Südfrankreich - entwickelt. Geht iQ in Serie, soll vor allem das junge Publikum in Europas Metropolen erobern.

Das Konzeptfahrzeug FT-MV zeigt, wie man sich beim japanischen Automobilbauer die Zukunft des Minivans vorstellt: Kantig, eckig, dynamisch, sportlich. Und innen richtig luxuriös - mit elektronisch verstellbaren Einzelsitzen, komfortablen Armlehnen und Fußstützen, farbigen Beleuchtungsleisten an der Decke. Ohne Bordkino muss die Familie auch nicht mehr auf Reisen gehen: Die großen, in den Sitzlehnen montierten Monitore, sorgen für Unterhaltung der Fond-Passagiere.

Reibungslose Beschleunigung bei geringem Verbrauch

Zudem rollen die Japaner auf der Leistungsschau noch für eine Edel-Limousine namens Crown HV Concept den roten Teppich aus. Dass Toyotas Entwickler in den nächsten Jahren auf optimierte Hybrid-Antriebe setzten, macht auch diese Studie deutlich. Innovativ ist das "THS II System", das für reibungslose Beschleunigung bei geringem Verbrauch und entsprechend vorzeigbare CO2-Werten sorgen soll und dabei den Geräuschpegel reduziert. Experten rechnen damit, dass Crown HV bereits in der zweiten Hälfte 2008 Jahr in Serie geht.

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