Rasen - leicht gemacht

2. September 2003, 16:42 Uhr

Aluminium - wie emotional kann ein Metall sein, aus dem man Folie presst? Unendlich emotional - wenn es in kundige Hände kommt. Auf dem Genfer Autosalon zeigte Audi, wie man sich den Berufswunsch eines jeden Leichtmetall-Moleküls vorzustellen hat.

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Die schönste Erfindung, seit es Aluminium gibt

Aluminium - wie emotional kann ein Metall sein, aus dem man Folie presst? Unendlich emotional - wenn es in kundige Hände kommt. Auf dem Genfer Autosalon zeigte Audi, wie man sich den Berufswunsch eines jeden Leichtmetall-Moleküls vorzustellen hat.

Premium-Zukunft

Bisher war Audis Wandlung hin zum sportlichsten aller Luxus-Autobauer mehr oder weniger heiße Luft. Limousinen, Cabrios, Roadster - alles wie gehabt. Hochwertig zwar, aber eben auch nicht sportiver als die Motorkutschen, die die Konkurrenz derzeit im Programm hat. Pünktlich zum Genfer Autosalon zeigt nun Audis Chefdesigner Walter de'Silva, wie er sich Audis sportliche Premium-Zukunft vorstellt.

Legendärer Namen

Nuvolari - das klingt nach knackigen Kurven, verwaisten Serpentinen und endlos viel Power. Warum ist da kein Autobauer früher draufgekommen? Weil es keines der berühmten Kunstworte ist. Tazio Nuvolari gewann 1939 als letzter Rennfahrer überhaupt einen Grand Prix in einem Auto-Union-Rennwagen. Markenzeichen der Rennfahrer-Legende: sein tollkühner Fahrstil und ein gelber Pullover. Ein angemessener Namensgeber also, für einen sportlichen Viersitzer. Umgekehrt hätte der selige Tazio sicherlich auch wenig Einwände gehabt, einem derart rassigen Sportwagen seinen Namen zu leihen.

Bekannte Formen

Nichts am silberfarbenen Nuvolari quattro erinnert an biedere Luxus-Limousinen oder prollige Gewalt-Sportler, und doch wirkt der flache Audi sonderbar vertraut. Es sind die kleinen Design-Anleihen im Gesamtauftritt, die Brücken zur aktuellen Audi-Palette schlagen. Die Form der Rückleuchten, das Interieur-Design, die Gestaltung des Hecks: alles Audi und doch alles anders.

Das Nuvolari-Heck erinnert an die aktuellen Audi-Modelle

Markantes Gesicht

Auffälligstes Merkmal ist der mächtige einteilige Kühlergrill. "Singleframe-Kühlergrill" nennen die Ingolstädter das Ungetüm in reinstem Denglisch. Ein Begriff, an den sich Audi-Kunden gewöhnen sollten. Denn jenes "Maul" hat Walter de'Silva schon vor einiger Zeit zum Erkennungsmerkmal für die Audis der Zukunft erhoben. Bereits der nächste A6 soll sich mit einem ähnlichen Lufteinlass schmücken. Ganz so konkret will Audi-Sprecher Werner Röser auf Nachfrage nicht werden: "Allerdings sollten Sie sich das Nuvolari-Gesicht für die Zukunft merken". Na bitte.

Verwandtschaftsverhältnisse

Merken muss man sich auch die restlichen Details des rassigen Gran Tourismo (GT).Bläulich schimmernde LED-Scheinwerfer, kess ausgestellte Radhäuser und über 20 Zoll große Räder. Spielereien einer Design-Studie, keine Frage. Dennoch munkelt man, dass hinter den schönen Proportionen weit mehr steckt. Schon die Gesamtlänge von 4,8 Metern deutet auf eine Verwandtschaft mit dem A8 hin. Auch der Alu-Rahmen, bei Audi "Space Frame" (ASF) genannt, weist in diese Richtung. Allerdings ist der Radstand des Nuvolari sechs Zentimeter kürzer als der des A8. Ein Audi-Coupé auf verkürzter A8-Basis also? In der Ingolstädter-Konzernzentrale schüttelt man auf diese Frage hin heftig den Kopf. "Das würde sich nicht rechnen", erklärt Röser.

Bliebe also noch die Plattform des neuen A6. Die würde passen - so der Mittelklasse Audi tatsächlich ebenfalls in den Genuss eines Aluminium-Rahmes kommen würde. Es darf weiter spekuliert werden.

High-Tech

Unbestritten ist die Funktion des Nuvolari als Technologie-Lokomotive. Unter der schicken Alu-Haut steckt so ziemlich alles, an dem die Audi-Ingenieure im Augenblick tüfteln. So sind alleine die Scheinwerfer mit LED-Technologie eine echte Weltpremiere. Was sich bei Heckleuchten langsam durchzusetzen scheint verpflanzt Audi nun auch ans vordere Ende eines Fahrzeugs. Möglich machen dies 18 gekühlte High-End-Leuchteinheiten. Viel Aufwand für viel Licht.

Neu sind auch die unsichtbaren Türgriffe. Nähert sich der Fahrer seinem Nuvolari, öffnet sich die Mulde unterhalb der bündig passenden Griffe nach innen. Der Greifraum wird dabei von LEDs ausgeleuchtet.

Leder und poliertes Aluminium im Innenraum

Leuchtdioden spielen auch im Innenraum eine große Rolle. Rücken sie doch das, ansonsten an den aktuellen A8 erinnernde, Interieur ins rechte Licht. Soweit das bei edelstem Leder und blitzendem Aluminium überhaupt notwendig ist.

Leistung satt

Als Rennfahrer hätte Tazio Nuvolari aber sicherlich nicht nach schimmernden Luminiszenzdioden oder einem Handschuhfach mit Fingerabdruckerkennung gefragt. Was in diesen Kreisen zählt, ist die Kraft, die das gute Stück nach vorne treibt. Vorab nur soviel: Der gute Tazio wäre zufrieden gewesen. Unter der langen Motorhaube wummert der stärkste Motor, den Audi jemals für den Einsatz in einem Straßenfahrzeug entwickelt hat. Das V10-Triebwerk schöpft dank Benzin-Direkteinspritzung und zwei Turboladern aus fünf Litern Hubraum satte 600 PS. Der quattro-Allradantrieb hat 750 Newtonmeter Kraft an die Antriebsräder zu verteilen. Heraus kommt dabei ein Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden.

Das Lamborghini-Gen

Ähnlich schnell ist übrigens auch ein anderer Sportwagen aus der sportlichen Audi-Familie. Lamborghinis neuer Gallardo vertraut ebenfalls auf den kräftigen Zehnzylinder aus Ingolstadt. Der "kleine" Lambo muss lediglich auf die beiden Turbolader verzichten und kommt damit "nur" auf 500 PS.

Abstimmung

Audis Nuvolari sollte ...

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Audi Nuvolari quattro
Motor V10-Biturbo-Triebwerk
Hubraum Fünf Liter
Leistung 600 PS / 441 kW
Max. Drehmoment 750 Newtonmeter
0-100 km/h 4,1 Sekunden
Höchstgeschw. 250 km/h elektronisch abgeriegelt
Länge/Breite/Höhe 4.800/1.920/1.410 Millimeter
Radstand 2.890 Millimeter
Preis keine Angaben

Zur Person Tazio Nuvolari
1892 in Mantua/Italien geboren und 1953 gestorben, fuhr Nuvolari bis 1926 Motorrad. 1938 wechselte er zur Auto-Union, die ihren 12-Zylinder-Mittelmotorwagen vom Typ D bei Bergrennen einsetzte. Am 3. September errang er in Belgrad den letzten Sieg eines Auto-Union-Rennwagens.

Jochen Knecht
 
 
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