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29. Dezember 2004, 10:00 Uhr

Die Jagd durch die Wüste

Jutta Kleinschmidt will mit ihrem VW-Touareg dem Favoriten Mitsubishi Paroli bieten. Dabei gilt Seriensieger Mitsubishi auch dieses Jahr als unschlagbar.

Dabei sein ist alles: Jutta Kleinschmidtt© Fabian Bimmer/AP

Gleich fünf Fahrzeuge wird der französische Teamchef Dominique Serieys für das geplante Mitsubishi-Solo in die Sahara schicken. 9000 Kilometer sind auf dem Weg zum insgesamt zehnten Erfolg und dem fünften hintereinander zurückzulegen. Verhindern wollen diesen Durchmarsch unter anderen VW und die Kölnerin Jutta Kleinschmidt. Zwar ist die Dakar 2005 um fast 3000 Kilometer kürzer als im Vorjahr, dafür gibt es ein Rekord- Starterfeld: 695 Fahrzeuge, darunter 167 Autos und 237 Motorräder.

Die Strecke der Wüsten-Rallye© AP

Neben dem französischen Vorjahressieger Stéphane Peterhansel und dem Japaner Hiroshi Masuoka, Gewinner 2002 und 2003, hat Mitsubishi den einstigen Ski-Weltcupsieger Luc Alphand (Frankreich) und den Spanier Nani Roma, Motorrad-Sieger von 2004, am Steuer. Im fünften Wagen sitzt die Vorjahresfünfte Andrea Mayer aus Hiemenhofen. Sie steuert im Gegensatz zu ihren Kollegen keinen Pajero, sondern die Pick-Up-Version L200 und ist nebenbei auch wieder als Pannenhelferin für ihre Stallgefährten unterwegs.

Der Platzhirsch heißt MMC's Pajero Evolution© Mitsubishi

Wolfsburger Versuch mit dem Race-Touareg

Aber auch Volkswagen hat aufgerüstet und bringt vier Rallye- Fahrzeuge vom Typ Race-Touareg an den Start. Nach Vorstellungen von Motorsport-Direktor Kris Nissen sollte der Touareg nach einer einjährigen Entwicklungs- und Lernphase für den zweiten Dakar-Start gut genug sein, um den angepeilten Erfolg einzufahren. "Wir wollen nicht nur mit Einzelsiegen glänzen, wir wollen um den Gesamtsieg kämpfen", betonte Nissen. Im VW-Team stehen gleich drei frühere Dakar-Sieger. Jutta Kleinschmidt gewann 2001 auf Mitsubishi als erste Frau den Marathon-Klassiker. Zuvor war ihr französischer Teamkollege Bruno Saby von 1994 bis 1996 gleich drei Mal siegreich - auch in einem Mitsubishi. Der finnische Neuzugang und viermalige Rallye- Weltmeister Juha Kankkunen (Finnland) gewann 1988 im Peugeot auf Anhieb die Dakar. Vierter im VW-Kader ist Robby Gordon aus den USA.

Auch in der Technik hat VW aufgerüstet. Neben vielen Detail- Verbesserungen wurde der Hubraum des TDI-Motors von 2,3 auf 2,5 Liter erhöht. 260 PS treiben nun die vier Touareg-Räder an. VW hat sich auf den zweiten Dakar-Start des Touareg intensiv vorbereitet. Neben den vier Rallye-Einsätzen spulte das Team bei einem zweiwöchigen Test im November fast die Gesamtdistanz der 16 Dakar-Prüfungen problemlos ab.

Nissan schickt in zwei der drei Werks-Pick-up die Ex-Weltmeister Ari Vatanen (Finnland), der immerhin vier Mal das Wüsten-Spektakel gewann, und Colin McRae ins Sandrennen. Auch Jean-Louis Schlesser, 1999 und 2000 Dakar-Gewinner, dürfte in seinem Ford-Buggy Siegchancen haben. Ellen Lohr, die 1992 als erste Frau in Hockenheim auf Mercedes ein DTM-Rennen gewonnen hat, sorgt bei ihrem ersten Dakar-Start für noch mehr deutsche Frauenpower in der Wüste. Im Buggy des deutschen 2Drive-Teams wagt die 39 Jahre alte Mönchengladbacherin nach 20 Jahren Rennsport bei der Dakar das große Motorsport-Abenteuer. Es startet an Silvester erstmals in Barcelona endet nach 15 Prüfungen (= 5433 km) und 9036 Gesamtkilometern am 16. Januar in Dakar.

Von Toni Hoffmann/DPA

 
 
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