
Personal Liaison Manager (PLM) sind rund um die Uhr erreichbar© Maybach
In echten Sinn- und Lebenskrisen hilft das Center of Excellence ebenfalls. Wenn etwa dem erlauchten Kunden mit seinem Sechs-Meter-zwanzig-Gefährt weit abseits einer Maybach-Station technische Unbill widerfährt - was nach vierwöchiger Handarbeit und halbtägiger Probefahrt vor Auslieferung natürlich nicht vorkommen sollte. Wenn's aber doch passiert, läuft die Maybach-Zentrale mit einem exklusiven Fürsorgeprogramm zu großer Form auf.
»Bei Bedarf«, wie simple Pannen in Sindelfingen heißen, rückt notfalls die hauseigene Flugbereitschaft aus. Intern »Flying Doctors« genannt. Die Experten schrauben dann vor Ort, um den Gestrandeten wieder flottzukriegen. Den Gag haben die Maybach-Mannen bei Rolls-Royce abgekupfert. Als der Stammvater aller fahrenden Protz-Tempel noch allein den Untertanen Ihrer Majestät gehörte, schickten die Briten bei technischen Gebrechen ebenfalls ihre Service-Luftlandetruppe los. Angeblich. Verbürgt ist allerdings kein einziger Fall.
Auf die Idee mit dem PLM wären die Teetrinker auch nicht gekommen. Der Job birgt nämlich erhebliche Gefahren für die höheren Stände auf Ihrer Majestät Insel. Der persönliche Maybach-Betreuer könnte so tief in die Lebenswelt seines erlauchten Kunden eintauchen, dass die gesellschaftlichen Klassenunterschiede verwischt werden.
Die Zeitschrift »hinz & kunzt«, ansonsten eher ein Fachblatt für Arbeits- und Obdachlose, sieht aufgrund der intensiven Liaison gar die Gefahr echter Freundschaften zwischen Geldriesen und Normalsterblichen. Darüber wären die Engländer not amused. Europäer und der Rest der Welt gehen halt lockerer mit ihren Eliten um.
Personal Liaison Managern, die solch soziale Verbrüderung mental dennoch nicht verkraften, rät das Blatt zum Wechsel als Verkäufer für gebrauchte Toyotas - »völlig ohne Service«.
Peter Weyer