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11. März 2009, 14:38 Uhr

Ende März ist Schluss

Wer die 2500 Euro Abwrackprämie noch mitnehmen will, muss Gas geben. Legt man die Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeugverbandes zugrunde, wird die Zahl von 600.000 förderungsberechtigten Neuwagen bereits Ende März erreicht sein. Von Björn Erichsen

Abwrackprämie, Umweltprämie, Fördertopf, Hersteller

Riesige Nachfrage nach der Abwrackprämie, ab Ende März werden die Mittel des Fördertopfes erschöpft sein© Sean Gallup/Getty Images

Autofahrer müssen sich sputen, wenn sie noch von der Abwrackprämie profitieren wollen. Aufgrund der hohen Nachfrage werden die Fördermittel deutlich schneller erschöpft sein, als bisher angenommen. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeugsgewerbes existieren bereits jetzt 420.000 Kaufverträge, die auf der Basis der Abwrackprämie abgeschlossen wurden (Stand 6. März). Geht es im bisherigen Tempo weiter, wird die Gesamtzahl von 600.000 förderungsberechtigten Neukäufen bereits Ende März erreicht sein. Es ist daher zu erwarten, dass die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel von 1,5 Milliarden Euro bereits kurz nach dem Stichtag zur Reservierung am 30. März erschöpft sein werden.

Dies ergibt sich, wenn man die Zahlen des Zentralverbandes, der seine Daten direkt von Herstellern und Markenverbänden erhält, hochrechnet: Bei 420.000 Kaufverträgen vom 15. Januar - ein Tag nach dem Kabinettsbeschluss zur Umweltprämie - bis zum 6. März - dem Tag der Erhebung des Zentralverbandes - sind pro Tag 8235 Neuwagen auf Basis der Abwrackprämie verkauft worden. Bleibt es bei diesem Durchschnittswert, sind die restlichen 180.000 Wagen innerhalb der nächsten 22 Tage verkauft. Vom 6. März an gerechnet wäre dies der 28. März.

Angesichts dieser Zahlen wird der Fördertopf weit vor dem gesetzten Termin Ende 2009 leer sein. Beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sind bisher 217.693 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie (Stand: 10. März) eingegangen. Die Differenz von rund 200.000 PKW ergibt sich aus den zum Teil langen Lieferzeiten von Neuwagen. Bisher kann der Antrag beim Bafa nur mit dem Nachweis der Zulassung des neuen Autos und dem Verschrottungsnachweis für den Altwagen gestellt werden.

Am Montag hatte das Bafa mitgeteilt, dass es aufgrund der langen Lieferzeiten möglich sein wird, die Abwrackprämie in einem zweistufigen Verfahren zu reservieren. Danach soll die Vorlage eines rechtsverbindlichen Kaufvertrages zur Beantragung ausreichen, der Nachweis der Verschrottung kann nachgereicht werden. Dadurch soll das so genannte Windhundprinzip (Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) entschärft werden. Diese Regelung wird jedoch erst ab dem 30. März greifen, also in etwa zu dem Zeitpunkt, an dem - zumindest de facto - die Gesamtzahl der zu fördernden Neukäufe bereits erreicht sein wird.

Auf das Bafa wird am Stichtag eine wahre Flut von Anträgen zukommen. "Man kann sich in etwa vorstellen, was an diesem Tag im Bundesamt los sein wird", sagt Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. "Wir schätzen, dass allein am ersten Tag auf Schlag 50.000 Anträge dort eingehen werden." Da diese nach Angaben des Bundesamtes nach Reihenfolge der Antragstellung bearbeitet werden, können sich Verzögerungen rächen. Wer den Stichtag am 30. März versäumt, geht ein hohes Risiko ein, die Abwrackprämie nicht zu erhalten.

Viele Autohersteller und der ADAC fordern daher, die Begrenzung der Prämie auf 1,5 Milliarden Euro aufzuheben und die Subvention bis Ende des Jahres zu zahlen. Der Bund lehnt dies bisher kategorisch ab. Vor allem für die deutschen Hersteller hat sich die Prämie dennoch gelohnt: Nach stern.de-Informationen hat allein der VW-Konzern über 150.000 Fahrzeuge über die Abwrackprämie abgesetzt (90.000 VW/49.000 Skoda/6500 Seat). Auch Opel konnte mit 40.000 Fahrzeugen stärker profitieren als die ausländische Konkurrenz wie etwa Fiat oder Renault/Dacia mit je 30.000 verkauften Autos. (Die Verkaufszahlen der Hersteller im Überblick)

Von Björn Erichsen
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
chatman53 (11.03.2009, 22:39 Uhr)
Topf bald leer?
Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, dass die Abwrackprämie dem Staat möglicherweise überhaupt keinen einzigen Euro kostet?
Bereits bei einem Kaufpreis von 13.500 € beträgt die Mehrwertsteuer von 19 % schon satte 2.565 € - und ich glaube nicht, dass so viele Fahrzeuge zu einem Preis verkauft werden, dass es für den Staat dabei zu einem Minusgeschäft, sprich einer echten Ausgabe unter dem Strich kommt. Die Regelung gilt ja nur für Neufahrzeuge bzw. Jahreswagen – und die haben nun mal ihren Preis.
Habe mir selbst einen Golf V, 9 Monate alt, knapp 8.000 km gelaufen mit vielen angenehmen Extras und zwei kostenfreien großen Inspektionen und erweiterter Mobilitätsgarantie für einen Schnäppchenpreis von knapp unter 14.000 €, abzüglich Abwrackprämie also rund 11.500 € gekauft.
Da kassiert Vater Staat stolze 2.700 € Mehrwertsteuer, die er ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erhalten hätte. Es ist daher schwer nachvollziehbar warum die Regierung sich so sträubt, den Fond wieder aufzufüllen. Man muss wahrscheinlich Politiker sein, um den Sinn – Unsinn??? – einer solchen Verhaltensweise zu verstehen, ich kann es leider nicht.
Silbador (11.03.2009, 20:30 Uhr)
Abwarten
gut 1/3 ist beantragt. Da die Preise für Jahreswagen zu Jahresbeginn schön nach oben getrimmt wurden, haben die Händler da schön Kasse gemacht. Jetzt sind neue Kleinwagen der Renner, alles bis ca. 15.000 Teuro geht, darüber geht deutlich weniger - Mittelklasse kann man vergessen. Ab April wird es ruhiger werden.
metoo (11.03.2009, 16:12 Uhr)
Wieso Panik verursachen ?
ich meine, die Prämien werden so oder so aufgebraucht das ist klar. Ich kann mir dennoch gut vorstellen das es schnell leer sein wird der Topf.
Naja warten wirs ab ;-)... 2500€ mehr oder weniger, wen störts... Ist ja eh bald alles nichts mehr wert ;)
Gruß
gedankenflut (11.03.2009, 16:06 Uhr)
Panikmache
Eine grundlose Panikmache: http://www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/umweltpraemie/foerdermittel/index.html
NeuerMensch (11.03.2009, 16:03 Uhr)
wers glaubt....
Laut bafa.de (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) wurden bis heute knappe 220.000 Anträge auf Abwrackprämie eingereicht. Da ist noch sehr viel Luft bis 600.000. Wie die Tagesschau kürzlich berichtet, stehen viele Anträge vor einer Ablehnung, da die Voraussetzungen der Prämie nicht erfüllt werden. Hier will der Zentralverband wohl etwas Kaufpanik verbreit, was?
metoo (11.03.2009, 16:02 Uhr)
Man man man
Echt super Sache !
Da bestellt man sich verbindlich ein Auto, denkt sich okay das kann man noch schaffen mit der Prämie nun kippen die das Anmeldeverfahren und jetzt wird alles zu einer noch größeren Lotterie !
Das die Politiker nicht ein mal was gebacken bekommen, was einfach direkt Hand und Fuß hat !
lächerlich !
Mein neues Auto wird als zu 95% 2500€ teurer werden als geplant....
Gruß
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