Der Mann traut sich etwas. Ulrich Bez, Chef von Aston Martin, will mit dem neuen Einstiegsmodell V8 Vantage Porsche erschrecken. Diese Woche feiert der Renner auf der Detroit Motorshow Premiere.

2005 geht der neue Aston Martin in Serie - als direkter Konkurrent von Porsche
Der Mann traut sich etwas. Ulrich Bez, Chef von Aston Martin, will mit dem neuen Einstiegsmodell V8 Vantage Porsche erschrecken. Diese Woche feiert der Renner auf der Detroit Motorshow Premiere
Die Anstecknadeln verteilt der Schlacks derzeit besonders gern. Daumennagelgroß, zeigen sie zwischen zwei silbrigen Schwingen den Firmennamen: Aston Martin. Darunter, und darauf kommt es in diesen Wochen an, die Ziffernfolge 007. Wobei die 7 geformt ist wie eine Pistole.
James Bonds Hausmarke
Ulrich Bez, der Chef von Aston Martin, trägt gelegentlich selbst solch einen Sticker. Ein wenig drückt dies den Stolz des schlanken 59-Jährigen aus, dass der englische Geheimagent mit der Lizenz für die Ewigkeit wieder ein britisches Automobil fährt. Den Bullen, den 466 PS starken V12 Vanquish, was passenderweise so viel wie Überlegenheit heißt. Die weltweite Markenwerbung vor Millionen Zuschauern ist mit Geld nicht zu bezahlen. Das Beste ist, dass "Äscht'n", wie es dem gebürtigen Stuttgarter schon mal Schwäbisch über die Lippen rutscht, dafür nicht ein Pfund hat bezahlen müssen. Sagt er jedenfalls.
Der kleine "Äsch'n"
Jetzt kam die klitzekleine Sportwagen-Manufaktur schon wieder groß raus. Erneut vor der Weltöffentlichkeit. Diesmal auf der Detroit Motorshow, wo sich, immer zu Jahresanfang, die Autokonzerne mit so genannten Showcars zu überbieten suchen. Dieses Mal sind wieder echte Premieren dabei. So wird der neue Rolls-Royce gezeigt oder der "kleine" Aston Martin.
Der ist das Werk von Bez. Als er im Juli 2000 die Führung des Tochterunternehmens von Ford übernahm, gab es nur zwei mögliche Wege: Entweder die Schotten dicht machen, weil die Käuferzahl so weit runter war, dass jeder Einzelne mit Handschlag begrüßt werden konnte, oder aber aufs Gas gehen.
Chance als Porsche-Gegner
Die Fleisch gewordenen Rotstifte des Ford-Konzerns haben zwar mächtig gejammert, als Bez in Amerika antrabte und den Granden des Vorstandes vom Einstieg in die Porsche-Klasse erzählte und das Projekt mit Design-Entwürfen untermauerte. Trotz schlimmster Erwartungen bekam Bez grünes Licht. Der damalige Konzernboss Jacques Nasser wie auch Gründerenkel William Clay Ford, der heute auf dem Firmenthron regiert, begriffen, dass der geplante Porsche-Gegner eine Chance darstellt.