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9. Januar 2002, 14:55 Uhr

Die Monster kommen

Stars der Detroit Motor Show sind riesige Gelände- und Freizeitmobile, mit denen die absatzlahme Branche wieder in Fahrt kommen will.

Army-Erbe: der Hummer H2© dpa

Stars der Detroit Motor Show sind riesige Gelände- und Freizeitmobile, mit denen die absatzlahme Branche wieder in Fahrt kommen will

Stimmungstief

Amerikas Autohauptstadt Detroit war noch in Feierstimmung. Nach Weihnachten und Silvester ging es am vergangenen Freitag weiter mit der glanzvollen Amtseinführung des neuen Bürgermeisters, des erst 31-jährigen Kwame Kilpatrick. Der farbige Kommunalpolitiker gilt vor allem bei der Jugend der Stadt als Hoffnungsträger. Doch kaum im Amt, hatte er schon ein Problem mehr. Denn beim ersten Höhepunkt des jungen Jahres, der North American International Auto Show, war die Stimmung im Keller.

Entlassungen bei Ford

Kurz vor der Eröffnung am Sonntagmorgen war nämlich durchgesickert, dass Ford, zweitgrößter unter Detroits Autoherstellern, mindestens fünf Produktionsstätten schließen und über 20 000 Mitarbeiter entlassen will. Ein Verlust von rund zwei Milliarden Dollar im abgelaufenen Jahr mache diese Maßnahmen erforderlich. Das deutsche Wort »Angst« prangte von der Titelseite der »Detroit News«. Und keiner der Anwesenden Auto-Bosse konnte sich erinnern, während der Detroit Motor Show jemals schlimmere Branchen-Nachrichten gehört zu haben.

Muss-ich-haben-Reaktion

Um das mobile Gewerbe trotzdem glänzen zu lassen, setzen die Hersteller während der Show, die noch bis zum 21. Januar läuft, auf ein simples Rezept: »Autos, die eine Muss-ich-haben-Reaktion beim Publikum hervorrufen«, sagte GM-Entwicklungschef Bob Lutz, nachdem er in einem Pontiac Solstice auf die Bühne gerollt war. Das schnittige Sportcabrio gehört, wenn es denn in Serie geht, mit einem Preis von unter 25000 Dollar noch zu den günstigsten Offerten der Messe. Das andere Extrem zeigte die GM-Tochter Cadillac auf demselben Stand: Der 750 PS starke 7,5-Liter-V12-Motor der Studie Cien fauchte auf der Bühne so lautstark und aggressiv, dass er selbst die dröhnende Begleitmusik noch übertönte.

Chrysler präsentierte die in Windeseile zur Serienreife gebrachte Version des Crossfire, nachdem erst vor einem Jahr die gleichnamige Studie dieses Coup?s gezeigt worden war. »Sportwagen«, kündigte Lutz an, »werden in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen.« ¿

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