6. Februar 2002, 10:32 Uhr

Audi, Opel und VW aus dem Supermarkt?

Gegen den Widerstand von Bundeskanzler Schröder und der Autohersteller hat EU-Kommissar Mario Monti seine Vorschläge zur Neuordnung des Autovertriebs durchgesetzt.

Gerhard Schröder ist skeptisch©

Gegen den erklärten Widerstand von Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Autohersteller hat EU-Kommissar Mario Monti seine Vorschläge zur Neuordnung des Autovertriebs durchgesetzt. Auch einige seiner Kommissionskollegen stimmten gegen die Pläne, mit denen Monti das Autofahren in der EU billiger machen will. Nach den Vorstellungen des Wettbewerbskommissars sollen sich vor allem die Autohändler und Werkstätten künftig mehr Konkurrenz machen. Falls der Vorschlag im Sommer verwirklicht wird, könnten Autos künftig auch im Supermarkt verkauft werden.

Verkauf auch an Re-Importeure

Montis umstrittene Pläne sehen vor, dass Autohändler entweder ihre festgelegten Vertriebsgebiete verlieren oder auch an Zwischenhändler wie Supermärkte und Re-Importeure verkaufen können. Beide Alternativen würden den Wettbewerb zwischen den Händlern erhöhen, kalkuliert Monti. Ein VW-Händler in Amsterdam könnte so, nach Montis Worten, künftig eine Niederlassung in Großbritannien eröffnen, wo ein VW-Golf derzeit noch 23 Prozent teurer sei als in den Niederlanden.

Schröder sieht die Nachteile

Diese Aufhebung der bisherigen Vertriebsgebiete war auf heftige Kritik gestoßen. »Wer in gewachsene Strukturen und Systeme eingreift, muss sich nicht nur klar machen, was er fördert, sondern auch was er zerstört«, sagte Bundeskanzler Schröder bei der Eröffnung des neuen Opel-Werks in Rüsselsheim. Die geplante Regelung berge enorme Wettbewerbsnachteile für die deutsche Autoindustrie.

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