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5. August 2009, 08:24 Uhr

Viele Autos landen im Ausland statt auf dem Friedhof

Die Abwrackprämie verschafft nicht nur Kleinwagenherstellern steigende Umsätze, sondern auch Kriminellen. Rund 50.000 verschrottete Autos sind illegalerweise ins Ausland transportiert worden, schätzen Experten. Recycler machen damit ihr Geschäft.

Abwrackprämie, Autos, BdK, Polen

Schrottplatz in Norderstedt: Viele abgewrackte Wagen gelangen von der Halde ins Ausland und werden dort ausgeschlachtet© Maurizio Gambarini/DPA

Bei der Abwrackprämie ist es in den vergangenen Monaten offenbar zu Tausenden Betrugsfällen gekommen. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtete, sind bis zu 50.000 in Deutschland abgewrackte Fahrzeuge illegal ins Ausland verkauft worden. "Organisierte Recycler machen hier Geschäfte", sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Wilfried Albishausen der Zeitung zufolge. "Fünf bis zehn Prozent der bisher verschrotteten Fahrzeuge wurden nach Afrika und Osteuropa transportiert."

Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) haben bisher mehr als 500.000 Bundesbürger ihr Altfahrzeug abgewrackt und dafür die Prämie von 2.500 Euro kassiert. Albishausen bemängelte, die Betrugsfälle könnten nicht in der Kriminalstatistik erfasst werden. Er forderte die Bundesregierung zu entsprechenden Konsequenzen auf. "Die Rechtslage ist völlig unklar. Künftig muss es bei Regelungen wie der Abwrackprämie, bei der auch Straftatbestände provoziert werden, eine Möglichkeit zur Sondererfassung in der Kriminalstatstitk geben", sagte er der "Bild".

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Pixelschubser (05.08.2009, 12:43 Uhr)
Ich habe abgewrackt
Schweren Herzens habe ich meinen 14 Jahre alten Polo abwracken lassen und mir dafür ein futschneues koreanisches Auto gekauft. Der Polo hatte verhältnismäßig wenig Kilometer auf der Uhr, stand in gutem Lack da und hätte sicher noch 150.000 bis 200.000 Kilometer laufen können - bei guter Pflege noch mehr.
Er hatte eigentlich nur zwei Mankos: den Wertverlust und den Verbrauch. Hätte der kleine nicht gesoffen wie ein Trecker, hätte ich den Wertverlust ignoriert. Aber so musste ich ihn loswerden, ein Verbrauch von über 9 Litern auf 100 km sind schlicht indiskutabel.
Wie man hier gut erkennen kann, hat das mit Umweltschutz wirklich nichts mehr zu tun. Ich habe nach dem Motto entschieden "Hemd näher als Hose", und wenn der Staat mir für einmal Schwachsinn begehen 2.500 Euro schenkt (abzüglich ca. 800 Euro Restwert des Autos), dann nehme ich dieses Geld gerne an und begehe einmal umwelttechnischen Unfug.
Dafür wurde jetzt ein zuverlässig funktionierendes Auto, das irgendwo auf der Welt noch eine Weile seinen Dienst hätte tun können, verschrottet. DAS nenne ich Schwachsinn.
.
Ich wäre nicht dagegen gewesen, wäre der kleine Polo nach "irgendwo" verschifft worden, um jemandem noch ein paar Jahre Mobilität zu schenken.
Styx2007 (05.08.2009, 12:42 Uhr)
Ach wirklich????
Nein - da wurde jetzt festgestellt, dass die Autos weiterverkloppt wurden, anstatt sie zu verschrotten! Wirklich???? Tolle Leistung. So doof kann auch nur der Politiker sein. Wenn man nicht von vornherein Auflagen mit der vergabe der Abwrackprämie festlegt, dann darf man (oder besser der Politiker) sich nicht wundern, wenn hier Mehrfachgeschäfte laufen. Wer so doof ist, sich nicht im Vorfeld mal Gedanken zu machen, glotz nun eben doff aus der Wäsche und wundert sich. Wieder ein Beweis mehr für die Kompetenz der Politiker!
Midnight_74 (05.08.2009, 12:34 Uhr)
Warum soll man...
... die Fahrzeuge auch verschrotten? Wenn man sieht, was für Gurken in Afrika und naher Osten unterwegs sind, dann sind unsere Fahrzeuge für diese Märkte ein Gewinn, besonders ökologisch. Ausserdem: durch die Abwrackprämie wird der Markt mit Ersatzteilen bei uns geschwächt. Beim Altautoexport können wir noch ein Geschäft mit den Ersatzteilen machen. Diese einfache Logik ist unseren Politikern und ihren hochbezahlten Beratern wohl nicht wissenschaftlich genug...
Kasper_Hauser (05.08.2009, 11:39 Uhr)
Hätte mich auch gewundert...
... wenns anders gewesen wäre.
Ich sag da nur.. selbst Schuld. Wer, wie meistens irgendwelche undurchdachten und löchrige Bestimmungen und Gesetzt erläßt arbeitet entweder bei unserer Bundesregierung oder bei Microsoft..
Kasper Hauser
tri.star (05.08.2009, 11:32 Uhr)
eine saubere Lösung
sorry, das ist nicht kriminell sondern sinnvoll. Kriminell gegen die Umwelt war es nur, saubere Euro 2 Autos zu verschrotten, statt den Export nach Afrika und Osteuropa zu erlauben. So dumm kann nur unsere CDU Regierung sein, das man annahm die guten Altautos würden in die Presse wandern. Was ist schlimm daran, es entsteht doch niemand ein Schaden und die Recycling Branche kann dadurch wenigstens die Verluste durch das totale Einbrechen des Stahlschrottpreises kompensieren.
danny2410 (05.08.2009, 11:29 Uhr)
Ja und?
Wo ist jetzt das Problem? Über den Sinn der Abwrackprämie kann man streiten aber warum man diese Autos verschrotten sollte, hab ich noch nie verstanden. Gehen sie halt in unsere Osteuropäischen Nachbarländer oder nach Afrika (schadet ja keinem), und dass ist ja nichts neues, viele Händler leben davon, die Schiffahrt verdient damit Geld usw. Von dem Schrott hat niemand was, ausser das der Preis für Stahl auch noch fällt und wieder Leute, die nichts mit der Automobilindustrie zu tun haben, darunter leiden müssen.
Es war halt von Anfang an eine Schnapsidee und unsere Politiker denken ja auch nicht so weit im voraus!
acitapple (05.08.2009, 11:20 Uhr)
warum....
kommt kein politiker darauf, daran noch etwas zu verdienen ? man sollte diese prämie dauerhaft einrichten, ABER eine behörde sollte die noch intakten autos nehmen und in die länder exportieren, in denen sie gefragt sind. so würde der bund noch ein wenig geld machen und diese länder würden ihre richtig alten kisten verschrotten !!
testsieger2006 (05.08.2009, 11:02 Uhr)
ökologisch sinnvoll
Meine Freundin hat nen 9 Jahre alten LUPO. Für uns stellte sich die Frage, ob man den jetzt verschrottet und die 2500.- vom Staat und dann noch die Umweltprämie von VW, auch 2500.-€ und dann noch die Prozente(ca. 12%) einstreicht. Wir haben uns dagegen entscheiden, da es uns in der Seele wehtun würde ein völlig intaktes Auto zu verschrotten.
buchen74722 (05.08.2009, 10:31 Uhr)
Ist doch toll!!!
durch die deutsche Abwrackprämie werden nun endlich gute, neue (in Afrika ist ein Golf mit 9 Jahren neu) umweltfreundliche (wenn man bedenkt, was bisher an Schrott dort áuf den Strassen fuhr)Autos ins Ausland gebracht. Damit hat die Abwrackprämie einen der Umwelt zuträglichen Sinn, da nun dort die alten Stinker (die über 20-30 Jahre alt sind) verschrottet werden.
Es sollten viel mehr Autos in diese Länder gehen anstatt diese recht sauberen und sparsamen Autos bei uns zu verschrotten.
whismerh2 (05.08.2009, 10:01 Uhr)
Wenn wunderts
War doch klar, das ein Großteil der Autos ins Ausland vertickert wird, ist übrigens schon seit langem bekannt, und es wurde seitens der Regierung eine neue Hürde eingebaut,
die sich aber, wie auch anders, als locker überwindbar ist.
@Armin42, Volle Zustimmung,
ich denke nicht nur die Autolobby, sonder auch die Versicherungs-und Bankenlobby, hat gezielt für die
Abwrackprämie mit gearbeitet.
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