. .
News am 22.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
2. April 2008, 06:35 Uhr

Mit Vollgas durch die Puszta

Nach der Absage der Rallye Dakar gibt sich die Elite der Extremfahrer im April in Ungarn und Rumänien ein Stelldichein. Statt durch Wüstensand geht es bei der Premiere der Dakar-Series über steiniges und kurviges Terrain. Einer kam bereits vorher kräftig ins Schwitzen: Organisator Szalay Balázs. Von Kai Behrmann

"MAN"-Power im Gelände: Die Veranstalter der "Central European Rally" rechnen bei der Premiere im April mit rund 37 Trucks, 70 Autos und 110 Motorrädern© Kai Behrmann

Eigentlich liebt Szalay Balázs Herausforderungen. Bereits neun Mal ist der Ungar bei der Rallye Dakar an den Start gegangen. Fünf Mal hat er dabei sein Auto bei sengender Hitze durch den staubigen Wüstensand Nordafrikas und über unwegsame Geröllpisten am Ende auch über die Ziellinie in der senegalesischen Hauptstadt Dakar gesteuert. Im Vergleich zu seiner derzeitigen Aufgabe erscheinen die Strapazen bei dem berühmtesten Langstreckenrennen der Welt allerdings in einem anderen Licht. Seit Mitte Januar organisiert der Ungar die "Central Europe Rally (CER)", die Teil der neuen Dakar-Series ist. "Ein Rennen zu organisieren ist anstrengender, als selbst im Auto zu sitzen", musste Balázs mittlerweile feststellen. "Ich hatte vorher keine Ahnung, wie viel Arbeit das ist", räumt er ein.

Balázs' Augen wirken müde. Er spricht mit leiser Stimme. Ursprünglich sollte die CER erst im kommenden Jahr stattfinden. Doch weil die 30. Jubiläumsausgabe der Rallye Dakar in diesem Jahr aufgrund von Terrorgefahr abgesagt wurde, entschied die "Amaury Sport Organisation (A.S.O.)", den Termin vorzuziehen. "Am 19. Januar habe ich grünes Licht von der A.S.O. bekommen, mit den Vorbereitungen zu beginnen", erzählt Balázs. Seitdem arbeitet er fast rund um die Uhr, damit die Dakar-Sparvariante, die vom 20. bis 26. April durch Ungarn und Rumänien führt, ein Erfolg wird.

CER-Organisator Szalay Balázs: "Ich hatte keine Ahnung, wie viel Arbeit das ist"© Kai Behrmann

Schläge für Nacken und Rücken

Bei Dirk von Zitzewitz laufen die Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren. Der deutsche Co-Pilot von VW-Fahrer Giniel de Villiers aus Südafrika studiert bereits intensiv die Streckenkarten. Darüber hinaus arbeitet der Vizeweltmeister bei den Marathon-Wüstenrallyes 2007 hart an seiner Fitness. Ausdauerläufe, Kraftraum und Motocrossfahrten stehen auf dem Trainingsplan des 39-Jährigen. "Besonders Rücken und Nacken sind auf dem unebenen Terrain heftigen Schlägen ausgesetzt", erklärt der achtmalige Dakar-Teilnehmer. "Deshalb müssen wir in der Lage sein, die Wirbelsäule stabil zu halten." In den kommenden Tagen ist außerdem ein weiterer Besuch vor Ort geplant, "um einen Eindruck davon zu bekommen, was uns bei der CER erwartet".

Der Schleswig-Holsteiner gibt zu, anfangs sehr überrascht davon gewesen zu sein, dass ein solches Rennen in Europa veranstaltet wird. "Hier ist der Platz doch relativ begrenzt. Da kann man sich in unserem Sinne nicht so gut austoben", sagt von Zitzewitz, der eher mit Russland oder Asien als Austragungsort für den Auftakt der neu gegründeten Dakar-Series gerechnet hatte. Dennoch ist er froh, bald wieder auf den Beifahrersitz seines 280 PS-starken VW Race Touareg 2 klettern zu dürfen. "Dass die Veranstalter die CER nach der Absage der Rallye Dakar vorgezogen haben, war das Beste, was uns Piloten passieren konnte." Auch die Sponsoren der Teams, die viel Geld in Fahrzeuge und Ausrüstung investiert haben, dürften sich über den vorgezogenen Beginn der Dakar-Series gefreut haben. Neben der Rallye in Ungarn und Rumänien, soll im Herbst der zweite Lauf der in Portugal stattfinden. Die große Unsicherheit, wie es nach der Dakar-Absage weitergeht, scheint damit erstmal vom Tisch.

Widerstand von Umweltaktivisten

Für Balázs bedeutete die Entscheidung der A.S.O. jedoch eine Menge Stress. Statt Hindernisse auf der Strecke zu umkurven, musste sich Ungarns erfolgreichster Rallye-Fahrer in den vergangenen Wochen vor allem dem Widerstand von Umweltschützern erwehren. Auf deren Druck hin wurde zum Beispiel die erste Etappe von ursprünglich 118 auf 78 Kilometer verkürzt. Der Grund: "Die Grünen befürchten, dass die Zuschauer am Streckenrand für große Schäden sorgen könnten." Die Veranstalter rechnen bei den Etappen in Ungarn mit jeweils bis zu 100.000 Schaulustigen, in Rumänien mit rund 50.000. Mit dem Rennen an sich hätten die Umweltaktivisten dagegen keine Probleme, betont Balázs. Allerdings würden die Umweltaktivisten seiner Ansicht nach das große Medieninteresse an der größten Motorsportveranstaltung in den beiden osteuropäischen Ländern dafür nutzen, ihre Muskeln kräftig spielen zu lassen.

  zurück
1 2
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Dirk von Zitzewitz "Sportlicher Wettkampf auf hohem Niveau"

Die Enttäuschung über die Absage der Rallye Dakar war riesig. Doch jetzt freut sich Dirk von Zitzewitz, beim Auftakt der neu gegründeten Dakar-Series wieder ins Rennauto steigen zu können. Im stern.de-Interview spricht der Co-Pilot von VW-Fahrer Giniel de Villiers über seine Erwartungen an den Ritt durch Ungarn und Rumänien. mehr...

Rallye Dakar Bei Zukunft der Rallye sind "alle Pisten offen"

Nachdem der erste Schock über die komplette Absage der legendären Rallye Dakar verflogen ist, arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck an einer Lösung für nächstes Jahr. Dabei sind alle Optionen offen - auch eine Verlegung auf einen anderen Kontinent. mehr...

VW-Motorsport-Chef Kris Nissen "Wir sind schockiert"

Die Komplettabsage der Rallye Dakar 2008 kam für die beteiligten Teams völlig überraschend. Im stern.de-Interview spricht VW-Motorsport-Chef Kris Nissen über die Absage, enttäuschte Fahrer und die logistischen Probleme, den gesamten Renntross wieder nach Deutschland zu bekommen. mehr...

Dakar-Absage "Direkte Bedrohung durch Terroristen"

Aus für die Rallye Dakar. Einen Tag vor dem geplanten Start wurde das Wüstenrennen abgesagt, da Übergriffe von Terroristen in Mauretanien befürchtet werden. Die Fahrer sind enttäuscht: "Es ist traurig, dass eine kleine Gruppe so vielen anderen Menschen die Freude an diesem Ereignis nimmt", sagt Dakar-Copilot Dirk von Zitzewitz zu stern.de. mehr...