Wankel war ein klassischer Tüftler, der sein Hobby zum Beruf machte. Geboren 1902 im badischen Lahr, absolviert er als junger Mann in Heidelberg eine Lehre als Verlagskaufmann.

Archivbild von Felix Wankel© dpa
Wer unter die Motorhaube eines Autos in Deutschland, Mexiko oder Neuseeland guckt, wird heute in der Regel einen einzigen Typ Motor finden, im Fachjargon Hubkolbenmotor genannt. Vor dreißig Jahren schien es noch möglich, dass eine neue Erfindung ihm den Rang ablaufen könnte: Der Wankel-Motor, der als einfacher, leichter und leiser gilt. Doch zur Revolution der Automobilgeschichte kam es nicht. Der vor allem durch den Ro 80 bekannt gewordene alternative Antrieb konnte sich nie durchsetzen. Sein Erfinder Felix Wankel wäre am 13. August 100 Jahre alt geworden.
Wankel war ein klassischer Tüftler, der sein Hobby zum Beruf machte. Geboren 1902 im badischen Lahr, absolviert er als junger Mann in Heidelberg eine Lehre als Verlagskaufmann. Am meisten interessieren ihn Biografien von Technik- und Wissenschaftspionieren. Wankel eröffnet in den 20er Jahren mit Freunden eine kleine Werkstatt und experimentiert mit Motoren - der Beginn einer ungewöhnlichen Karriere, aus der eine der großen vergessenen Innovationen des 20. Jahrhunderts hervorging. Eine Ausbildung als Ingenieur hatte Wankel nicht - und er besaß auch zeit seines Lebens keinen Führerschein.
Mit der Expansion der Rüstungsindustrie unter den Nationalsozialisten zieht Wankels Forschung die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sich. Die Unterstützung ermöglicht ihm, ein eigenes Labor in Lindau am Bodensee einzurichten und dort neuartige Motoren weiterzuentwickeln. Das Kriegsende verhindert eine erste Serienfertigung, Wankels Werkstatt wird von den Franzosen zerstört.