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3. Juli 2003, 17:38 Uhr

Brutalstmöglicher Super-Käfer

Ausbaustufen für den 911er Porsche finden sich genug. Und alle sind sie durch mehr oder weniger logische Kürzel voneinander zu unterscheiden.

Wenig Gewicht und viel Leistung - die Porsche-Fans wird's freuen© Porsche

Ausbaustufen für den 911er Porsche finden sich genug. Und alle sind sie durch mehr oder weniger logische Kürzel voneinander zu unterscheiden. Wenn man sich damit auskennt. Ein Signet bedarf allerdings keiner Erklärung: "RS". R wie "reine Lehre" und S wie "sauschnell". Im Oktober kehrt der 911er für die ganz harten Kerle zurück.

Wohlstands-Speck

Ein 911er von der Stange ist alles andere als eine verweichlichte Ego-Prothese. Nach wie vor rennt so ein Standard-Porsche schneller als fast alles, was man üblicherweise auf der linken Spur zu sehen bekommt. Die atemberaubende Brutalität der Ur-911er ist allerdings verschwunden. Mit Klimaanlage, Multimedia-System und unzähligen Elektromotörchen hat sich die einstige Heckschleuder reichlich Wohlstands-Speck angefuttert.

Flügeltier

Das weiß man auch in Zuffenhausen und lässt ab Oktober einen Rennsport-Porsche mit Straßenzulassung auf die Piste. Mindestens 200 Stück will Porsche vom 911 GT3 RS bauen und verkaufen. Zu einem Preis von 120.788 Euro. Damit passt das Flügeltier nicht unbedingt in die aktuelle "Geiz ist geil"-Kampagne, dafür aber umso besser in die RS-Ahnengalerie.

Der Klassiker: Carrera RS 2.7 von 1972© Porsche

1995 ließ Porsche den letzten RS von der Kette. Das Carrera RS 3.8 Coupé rannte in fünf Sekunden von null auf 100 Sachen und brachte es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 277 km/h. Ein echter Straßenfeger für 147.900 Mark. Alle nachfolgenden Rennsport-Ableger wurden in GT3 umgetauft.

Zierstreifen müssen sein

Optisch steht der neue RS in einer Linie mit dem Carrera RS 2.7 von 1972. Weiß lackiert und mit roten oder blauen Zierstreifen dekoriert. Am Heck ein mehr oder weniger ausladender, fest installierter Spoiler. Der Bürzel tut Not. Im Heck lauert der Sechzylinder-Boxermotor auf seinen Einsatz. Er schöpft aus 3,6 Litern Hubraum 381 wassergekühlte PS. Da ist man froh, wenn bei zunehmender Geschwindigkeit der Spoiler dabei hilft, das wuchtige RS-Heck auf die Straße zu pressen.

50 Kilo abgespeckt

Der GT3 RS dient als so genanntes Homologationsmodell dazu, die Porsche-Rennfahrzeuge durch das internationale GT-Reglement zu bekommen. Ein Überrollbügel ist deshalb serienmäßig an Bord. Was man im Serienfahrzeug an Gewicht eingespart hat, muss das Rennfahrzeug nicht abspecken. Durch den Einsatz von Carbon (Fronthaube und Heckflügel), Acryl (Heckscheibe) und leichteren Fahrwerksteilen bringt der RS 50 Kilo weniger auf die Waage als der Serien-GT3. Geschaltet wird mit einem eng gestuften Sechsgang-Schaltgetriebe.

104.000 Euro kostet der GT3 RS ohne Mehrwertsteuer. Die Umrechnung in Dollar kann man sich ausnahmsweise sparen. In Amerika und Kanada darf er nicht auf die Straße.

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Porsche 911 GT3 RS
Motor Sechszylinder-Boxermotor
Hubraum 3,6 Liter
Leistung 381 PS / 280 kW
Gewicht 1.270 Kilo
0-100 km/h 4,4 Sekunden
0-200 km/h 14 Sekunden
Höchstgeschw. 306 km/h
Grundpreis 120.788 Euro
Jochen Knecht