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3. Januar 2010, 10:22 Uhr

Deutscher Pilot verursacht tödlichen Unfall

Kaum gestartet wird die Rallye Dakar von einem tödlichen Unfall überschattet: Der deutsche Fahrer Mirko Schultis kam bei seiner Dakar-Premiere von der Piste ab und raste in eine Menschengruppe. Eine 28-jährige Frau starb, zwei weitere Zuschauer wurden schwer verletzt.

Rallye Dakar, Unfall, Mirco Schultis, Etappe, Argentinien

Die 28-jährige Zuschauern wird in einen Rettungshubschrauber gebracht, im Krankenhaus erlag sie aber ihren schweren Verletzungen© Diario La Voz del Interior/AFP

Schock bei der Rallye Dakar: Gleich auf der ersten Etappe der in Argentinien gestarteten 32. Auflage der gefürchteten Rallye ist am Samstag eine 28-jährige Argentinierin tödlich verletzt worden. Es war bereits der 59. Todesfall bei Rallye Dakar seit der ersten Austragung im Jahr 1978. Der deutsche Fahrer Mirco Schultis und sein Schweizer Beifahrer Ueli Leardi waren bei Kilometer 75 der Wertungsprüfung in ihrem "Desert Warrior" in einer Kurve von der Straße abgekommen und in eine Zuschauergruppe gerast. Vier weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Nach Angaben des Krankenhauses von Cordoba, in das die 28-jährige gebracht wurde, starb sie an ihren schweren Verletzungen am Hirn, am Unterleib und an der Brust. Sie sei vor ihrem Transport ins Krankenhaus an Ort und Stelle zweimal wieder belebt worden, kurz nach ihrer Ankunft im Krankenhaus aber gestorben. Überlebt haben den Unfall ein 24-Jähriger, der mit einer schweren Schienbeinfraktur ebenso in die Klinik gebracht wurde wie ein Neunjähriger, dessen Zustand aber stabil sei. Zwei Zuschauer kamen mit leichten Blessuren davon.

Deutscher Unglückspilot Schultis gibt auf

Die Rennleitung betonte, dass sich der Unfall an einem nicht für Zuschauer zugelassenen Streckenabschnitt ereignet habe. Medien berichteten jedoch, die Opfer hätten dem Rennen von ihrem eigenen, umzäunten Grundstück aus zugesehen.

"Wir sind in einer Staubwolke hinter einem Konkurrenten hergefahren und haben ihn auch mit dem Sentinel-System gewarnt", erzählte Leardi später. "Durch die schlechte Sicht haben wir eine Kurve übersehen." Das sogenannte Sentinel-System soll die Gefahren beim Überholen minimieren. Schnellere Fahrzeuge, die von hinten auf einen langsameren Gegner auflaufen, betätigen einen Knopf, wodurch der Vordermann ein Warnsignal erhält. Nichtbeachtung wird durch die Rallye-Dakar-Organisation bestraft.

Das Fernsehen zeigte ein Foto von Schultis, dass ihn direkt nach dem Unfall geschockt zeigt. Zeugen berichteten, der Deutsche habe nach dem Unfall verzweifelt versucht, so schnell wie möglich Hilfe für die Opfer zu organisieren und sei tief erschüttert gewesen.

Die beiden Piloten kamen gegen acht Uhr abends in Begleitung der Polizei in ihrem eigenen Fahrzeug ins Biwak. Erst dort erfuhren sie vom Tod der Argentinierin. Die Polizei verhörte sie im Anschluss vor Ort. Von der Organisation hieß es, dass den beiden ein Arzt zu Seite steht. Schultis will das Rennen - es seine erste Teilnahme an der Rallye Dakar - Medienberichten zufolge aufgeben.

Spanier Roma gewinnt Auftaktetappe

Den Auftakt der Rallye, die diesmal über insgesamt 9000 Kilometer durch Argentinien und Chile führt, gewann in der Kategorie Autos der Spanier Juan "Nani" Roma im BMW X3 des hessischen X-Raid-Teams. Der 37 Jahre alte Motorradsieger von 2004 fuhr einen Vorsprung von 2:07 Minuten auf seinen Landmann Carlos Sainz im favorisierten VW Touareg heraus. Vorjahressieger Dirk von Zitzewitz aus Karlshof und sein südafrikanischer Fahrer Giniel de Villiers erreichten in einem weiteren VW Touareg mit einem Rückstand von 4:31 Minuten die fünfte Tagesposition.

Stefanie Szlapka mit DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
rynaldo (04.01.2010, 11:35 Uhr)
@NewWorld
... toll das Sie dabei waren und uns "hautnah" von den Geschehnissen berichten können.
NewWorld (04.01.2010, 11:20 Uhr)
Das Opfer...
...befand sich in einem eigentlich gesperrten Bereich. Also selber Schuld.

@rynaldo: Wieso unter Ausschluß der Öffentlichkeit? Wäre das so, gäbe es keine tote Zuschauerin. Und Zuschauer gab es reichlich, nicht nur ein paar. Also erst informieren, Gehirn einschalten und dann schreiben...
madicus (03.01.2010, 15:32 Uhr)
@rynaldo
Das ist doch purer Schwachsinn!
Wo war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen? Was passiert denn da so "hinter den Kulissen"? Und: "Umweltfreundliche Autos" haetten so einen Unfall verhindern koennen?
Diskutieren Sie doch bitte an Ihrem Stammtisch weiter.
arniston (03.01.2010, 14:31 Uhr)
rennsport ?
hier hat die zivilisation wiedermal den geist aufgegeben , auf völlig sinnlose weise.
reimberto (03.01.2010, 14:03 Uhr)
Wer die Sorlosigkeit..........
Wer die Sorglosigkeit von Veranstaltern und Zuschauern bei solcher Art Veranstaltungen hier in Argentinien kennt,
den wundert der Unfall nicht.Argentinien
ist gemessen am Verkehraufkommen bei der Zahl der Toten fuehrend.Wer hier Auto
faehrt,steht mit einem Fuss im Krankenhaus oder im Gefaengnis.
Neugieriger12 (03.01.2010, 11:54 Uhr)
Ziemlich Sinnlos
Die Rallye ist mehr als sinnlos, gefährdet sie doch in übelster Weise Menschenleben, die sich nicht mal wehren können. Der Tod fährt ständig mit. Jedes Jahr liest man von Menschen, die bei diesem Irrsinn ihr Leben lassen. Es wird willkürlich durch die Wüste gerast, ohne das irgendjemand etwas davon hat. Keine der Erkenntnisse aus dem Wüstenwahn fließt in die Serienproduktion ein (Ok Ok... vielleicht eine Verbesserung des Navis, wenn überhaupt).
Wenn schon Rennsport dann in abgeschlossenen Rennstrecken, da bleiben wenigstens die Zuschauer am Leben... hoffentlich
rynaldo (03.01.2010, 11:21 Uhr)
Sinnlos
Eine Rallye ist in der heutigen Zeit ein Wahnsinn, man pflügt sich durch noch einigermaßen intakte Natur, nur um die wieder kaputt zu machen. Alles findet statt unter Ausschluss der Öffentlichkeit - die paar die da am Straßenrand stehen oder zufällig den Weg kreuzen fährt man dann noch zusammen. Möchte gar nicht wissen, was da noch alles hinter den Kulissen passiert. Alles einpacken, zurückfahren und das Geld für die Entwicklung umweltfreundlicher Autos ausgeben!
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