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10. Februar 2010, 08:49 Uhr

Auch bei Honda ist nichts unmöglich

Bankrotterklärung für Japans Autohersteller: Einen Tag nach Toyota muss auch Honda weltweit Hunderttausende Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordern. Bei zahlreichen Modellen bläst sich bei einem Unfall der Airbag zu schnell auf - und droht zu platzen.

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Dem japanischen Autohersteller Honda ergeht es derzeit nicht besser Toyota: Wegen defekter Airbags müssen hunderttausende Autos zurück in die Werkstatt© Shizuo Kambayashi/AP

Nach Toyota holt auch der japanische Autobauer Honda weltweit hunderttausende Autos in die Werkstätten zurück. Bei mehreren Modellen aus den Jahren 2001 und 2002 "kann der heftige Druckanstieg beim Aufblasen des Airbags bei einem Unfall die Hülle zerreißen und die Insassen verletzen", hieß es in einer Erklärung der Firma.

Von dem Rückruf sind vor allem die USA mit fast 380.000 Autos betroffen, in Japan betrifft es rund 4000 Pkw. Es handelt sich um die Modelle Accord, Civic, TL, CR-V und Odyssey in den USA und Kanada, sowie um die Serien Inspire, Saber und Lagreat in Japan.

Hondas in Deutschland sind vom jüngsten Rückruf nicht betroffen. In Europa verwende der Konzern ein anderes Airbag-System als in den USA, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Offenbach. Seit November 2008 waren wegen des Airbag-Defekts weltweit bereits mehr als 500.000 Fahrzeuge zurückgerufen und umgerüstet worden. In den USA hatten sich mehrere Unfälle ereignet, einer davon verlief tödlich. Insgesamt muss Honda damit fast eine Million Autos wegen des Airbag-Defekts zurückrufen. Im Januar musste der zweitgrößte japanische Hersteller außerdem fast 650.000 seiner Autos in die Werkstätten zurückholen, weil vom Fensterheber-System Brandgefahr ausging.

Probleme auch bei Toyotas Vorzeigewagen

Toyota hatte am Vortag einen weltweiten Rückruf für die Modelle Prius, Prius PHV, SAI und Lexus HS250 angekündigt. In Deutschland sind die Inhaber von 4000 Wagen der neuesten Version des Prius betroffen, die zwischen dem 7. April 2009 und dem 27. Januar 2010 gebaut wurde. Die anderen Modelle sind hierzulande nicht im regulären Handel. Nach Problemen mit den Bremspedalen soll nun die Software für das Antiblockiersystem erneuert werden, wie Toyota Deutschland mitteilte. Bislang galt der umweltfreundliche Prius als Vorzeigewagen Toyotas, der von zahlreichen Prominenten wie den Hollywood-Stars Leonardo DiCaprio, Brad Pitt oder Cameron Diaz gefahren wird.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Mercedesfan (12.02.2010, 02:13 Uhr)
Solide Langeweile
Es ist sicher nicht angebracht, japanische Fabrikate jetzt hämisch zu verurteilen. Meine Kritik an den Japanern ist, dass sie über die Jahrzehnte hinweg nur sehr wenig Innovationen gebracht haben, sondern geschickt die Innovationen (sehr viele von Mercedes, von der Knautschzone zu Airbag und ABS etc) der v.a. deutschen Autobauer abwarten. Sie umgehen daher hohe Investionen und das Risiko von Kinderkrankheiten. Sie legen dann erst eine Generation später nach. Zweiter Kritikpunkt ist das Design. Die Japaner haben halt keine historisch gewachsenen Marken mit starken Designpersönlichkeiten (Mercedes, Porsche z.T. auch BMW) sondern nur glatten Einheitsbrei. Selbst die künstlich von den Marketingstrategen v.a. für den US-Markt geschaffenen Marken wie Lexus, Infiniti und Accura sehen im Grunde austauschbar aus und könnten auch Koreaner sein. Das sind alles Produkte ohne Tradition und gewachsene Substanz. Der Hype um Hybrid (hatte Mercedes im Prinzip schon in den 70er Jahren bei den Nutzfahrzeugen) stellt keine wirkliche Lösung dar. Mercedes und auch BMW sowie VW haben schon vor Jahrzehnten diese Technik getestet und für wenig zukunftsträchtig gehalten. Schade, dass jetzt so ein unverständlicher Hype aufgekommen ist, dem sich kaum ein Hersteller entziehen kann. Hybrid ist eine Übergangstechnik, die nur in bestimmten Einsatzgebieten wie extrem überwiegender Stadtverkehr etwas bringt. Doch was soll's: Die Japaner haben geschicktes Marketing, solide Alltagstechnik und gute Qualität (auch durch Reduzierung der Ausstattungsvielfalt). Aber bei den grundlegenden Werten Innovation und Tradition führen Europäer, allen voran Mercedes, BMW und Porsche
Katastrophenjunkie (11.02.2010, 08:53 Uhr)
von welcher Qualität wären wohl heute noch die Autos....
wenn die Japaner die deutschen Firmen nicht aufgemischt hätten, damals in den 70ern?

VW-Busse, bei denen das Ausbauen der hinteren Sitze die Arbeit von Stunden war und viele anderen Sachen, die deutsche Firmen erst auf massiven (Konkurrenz-) Druck für nötig befanden...

Habe vor Jahren selbst einen Toyota Diesel gefahren und würde mir jederzeit wieder einen kaufen! Wäre schön, wenn deutsche Autos wieder durch Qualität überzeugen würden, anstatt durch Häme gegenüber einem ausländischen Mitbewerber.
brigitteramsau (10.02.2010, 23:31 Uhr)
Habe bei Mazda, Toyota geschafft...
...und war erstaunt wie zerlegt die Unfall-Fahrzeuge dieser Marken ausschauten.

Wusstet ihr das die Japaner diese Totalschaeden aufkaufen, um schlechte Presse zu verhindern.

Leute kauft diesen Muell nicht.
wellerinski (10.02.2010, 20:49 Uhr)
Rückrufe negativ überbewertet
es ist falsch , Rückrufe generell als schlechtes Qualitätszeugnis zu bewerten.Es gab in den letzten 50 Jahren in der europäischen Automobilproduktion eine Vielzahl von produziertem Murks, -ohne daß man Rückrufe organisierte, man ließ die Mängel auf Kosten des Kunden beseitigen, bzw. versuchte es zumindestens, indem man die Mängel leugnete. Oft reagierte man erst, nachdem ADAC oder Automobilzeitschriften dieses propagierten, kundenfreundlich.
iosono (10.02.2010, 16:21 Uhr)
Spott?
Schauen Sie mal US TV-Werbung amerikanischer Firmen an.Von dieser Unfairniss und dem Spott sind deutsche Autobauer und Kommentatoren weit entfernt.
Deutsce Autobauer können nur lernen,aber lustig ist es auch-
Japaner sind also doch nur Menschen.
Eulenspiegel (10.02.2010, 15:51 Uhr)
Nur keine Schadenfreude
Diese Geschichten sind nicht die Einzigen in der Branche, sondern nur ausgeblasen.
Wer Erfolg hat, der hat Neider und in der Branche geht es sogar um höchste Politik eines Staates. Mit aller Gewalt muss der Vorsprung der Japaner und nun auch anderer asiatischer Staaten schrumpfen, sonst sind auch wir, als Autonation weg vom globalen Fenster..
Die alternativen Antriebssysteme werden in Kürze darüber entscheiden, wer auf dem Weltmarkt weiterhin mitspielen darf.
Auf diesem Sektor sind die Japaner sehr gut aufgestellt und die Franzosen nutzten die Gunst der Stunde zusammen mit ihrer Stromenergie. (Mitsubshi I-MIEV-Technik f. Europa)
Bei Mercedes ist nichts unmöglich, wie die aktuelle Dieselproblematik zeigt, bei VW traditionell auch nichts.
Eines steht jetzt schon fest, KEIN Autobauer der Welt wird mehr tun, die Scharten auszubessern, als die Japaner.
Eher kürzt sich ein dortiger Autoboss sein Gehalt auf Null, bevor er nicht die Mängel riguros beseitigt hat.
Bei uns ruiniert man die ganze Firma und erhält Millionen zusätzlicher Boni dafür.
Der Endspurt um die 1.Plätze auf der Welt hat soben begonnen. Viele Konzerne werden nicht übrigbleiben. FIAT hatte schon voriges Jahr prognostiziert, wer nicht mindestens 5.5 Mio Einheiten pro Jahr absetzt ist weg. In der Liste der Mängel sind Honda und Toyota wahrlich keine Anwärter auf eine 6, sondern immer noch an vorderster Front und die Japaner werden dafür sorgen, dass es so bleibt.
Was ist eigentlich mit den Türen beim Golf, die bei Frost aufreissen, mit dem Permarost bei Mercedes, mit den Prioblemen der Einspritzdüsen.
Man sehe nur die Mängel bei Autobild in der Dauertestliste. Wo steht da der Prius?
Ich kenne Marken, wo der Lenkradkranz abbrach, die Pedale brachen, Transaxelkupplungen durch den Wagenboden schlugen und den Dachhimmel aufwickelten, alle 4 Räder wegen fettloser Radlager auf der Autobahm blockierten, Achsstummel die dadurch abgeschweißt wurden, Motoren die reihenweise ausfielen, was beim Überholen sehr viel Spass bereitet, Stromanlagen die plötzlich im Nebel bei Dunkrelheit total ausfielen, Spurstangen die abfielen, Lenksäulen die glatt durchbrachen, Bremsschläuche die undicht wurden......
Aber so einen Wirbel wie jetzt kenne ich nicht.

iosono (10.02.2010, 10:19 Uhr)
schwaches Immunsystem
Tja,Toyota hatte eben keinen Virenschutz.Wenn man alles,weil es kostengünstiger ist,von einem einzigen Hersteller nimmt bzw. von so Wenigen wie möglich ,dann tut das millionenfach weh wenn man dann eine leichte Erkältung bekommt.
Das Unternehmen wäre wesentlich widerstandsfähiger gewesen ,wenn es ''mehr Vielfalt'' zugelassen hätte.
Evolutionsgesetze greifen eben auch wenn sich ein Unternehmen ''entwickelt und wächst''.
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