Während man andernorts noch darüber nachdenkt, wie man Fußgänger sicher über die Straße bringt, können sich die Bewohner der Stadt Pfullingen freuen: Sie haben ein einzigartiges Fußgänger-Beförderungssystem.

Schwabenstreich: der Peoplemover© Jürgen Herdin 11/2001
Sie sind schon clever, die Schwaben. Während man andernorts noch darüber nachdenkt, wie man Fußgänger unbeschadet über viel befahrene Straßen bringt, können sich die Fußgänger der kleinen Stadt Pfullingen bereits über ein weltweit einzigartiges Fußgänger-Beförderungssystem freuen.
»Peoplemover« heißt die Mischung aus Stadttor und Aufzug, die direkt an der Hauptstraße des Ortes, der Bundesstraße 312, jedem Autofahrer sofort ins Gesicht springt. Die Funktion ist einfach: Eine Art Fahrstuhl-Kabine fährt an der Metallkonstruktion entlang senkrecht nach oben, überquert dann in knapp neun Metern Höhe die Straße und fährt auf der anderen Seite wieder nach unten. Der gesamte Vorgang dauert schlappe 30 Sekunden und bringt bis zu 600 Kilo an Fußgängern über die Straße.
Ein Segen für Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen. Immerhin schlängeln sich durchschnittlich 20 000 Fahrzeuge pro Tag an dieser Stelle vorbei in Richtung Schwäbische Alb. Ein Graus für Fußgänger, die ins nahegelegene Einkaufszentrum wollen. Die Fußgängerampel an besagter Stelle ist längst nicht mehr ausreichend. Kein Wunder, dass der Bürgermeister vor knapp drei Jahren hellhörig wurde, als ihm diese Lösung für das Problem mit den Fußgängern und der Hauptstraße angeboten wurde. Jetzt kann die Ampelschaltung ganz auf die Automassen angepasst werden, die Fußgänger »moven« ja über die Straße. »Deshalb haben wir das Projekt auch schon beschlossen, als es noch in der Entwicklungsphase war«, freut sich Bürgermeister Rudolf Heß über die damalige Weitsicht.