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29. Mai 2010, 11:10 Uhr

Kleiner ist besser

Der Polo ist einfach toll. Punktum. Wer weder Kinder, noch Rennräder oder einem Wohnwagen befördern muss, für den gibt es nur eine Option: Kaufen! Eingefleischte Volkswagen-Hasser sollten also besser nicht weiterlesen.

Polo 1,2 L Highline, Auto des Jhares, Volkswagen, B-Segment

Frontschürze und Scheinwerfer schaffen ein dynamisches Gesicht© Volkswagen

Kleiner Trost für die Konkurrenz: Selbst bei Volkswagen sticht der Polo hervor. Neben ihm wirkt der Golf fett und bräsig. Für zwei Personen muss ein Golf nicht sein, für vier ist er auch immer noch klein. Besonders im direkten Vergleich sieht der Polo einfach knackiger aus, ist schärfer gezeichnet, setzt auch mal ein paar mutige Linien im Blechkleid. Innen hält er ohnehin den Golfstandard ein. Kunststück: viele Dinge ähneln sich nicht nur, sie sind baugleich. Was die Materialien angeht, handelt es sich beim Polo nicht um die Sparversion des Klassenprimus. Eklatant fällt der Unterschied zum Vorgänger ins Auge. Der alte Polo war gewiss nicht schlecht und konnte sich durchaus positiv von Konkurrenten wie dem Corsa oder den Peugeot 207 absetzen. Aber der Nachfolger steckt den Vorfahren einfach die Tasche.

Polo 1,2 L Highline, Auto des Jhares, Volkswagen, B-Segment

Der Polo ist kein Lastesel, bietet aber genügend Stauraum© Volkswagen

Der 1,2 L TSI-Motor liefert überschaubare 105 PS ab. Das reicht nicht, um im Kleinwagen den lauernden Porschekiller zu wecken. Doch die 105 PS-chen genügen beim Polo für ein gefühltes, sportliches Fahrerlebnis. Wer nicht die Schlacht auf der linken Spur sucht, wird sehr gut bedient. Der Einstiegsmotor ist dagegen eher nicht zu empfehlen, diese Mehrausgabe sollte man also einplanen. Wer auf die Schaltempfehlung im Anzeigendisplay achtet, kann tatsächlich in die Nähe des Normverbrauchs von 5,5 Litern kommen. Wer dem aufgeladenen Minimotor allerdings auch mal die Sporen gibt, muss eher mit 6.5 Litern kalkulieren. Sicher macht ein DSG-Getriebe immer Spaß, doch wer noch mit dem Tausender rechnen muss kommt auch mit dem Sechs-Gang-Getriebe gut zurecht. Der Testwagen war ein Dreitürer. Für Mütter und Väter eine Katastrophe, aber zu zweit sehr schick. Für den gelegentlichen Transport von Passagieren reicht der Platz hinten gut aus, der Einstieg durch die Vordertüren bleibt aber beschwerlich – so wie bei allen kleinen Dreitürern.

Polo 1,2 L Highline, Auto des Jhares, Volkswagen, B-Segment

Die markanten, eckigen Leuchten schärfen die Heckansicht© Volkswagen

Der Polo besitzt im Kofferraum eine Ladekante. Manche halten das für einen Nachteil, doch es stellt sich die Frage, ob es wirklich Sinn macht, immer einen riesigen zweiten Stauraum unter dem Kofferraum anzulegen, nur damit ein vollkommen ebener Ladeboden attestiert werden kann. Der reguläre Kofferraum umfasst 280 Liter. Für alltägliche Besorgungen reicht das. Unter dem Ladeboden gibt es weitere Staufächer, und durch Umklappen der Rückbank wächst das Kofferraumvolumen auf immerhin bis zu 952 Liter. Preislich startet der Dreitürer bei 16.600 Euro – rechnet man noch etwas an Ausstattung hinzu und streicht etwas Rabatt wieder weg, bleiben doch etwa 17.000 Euro für ein Neufahrzeug. Im Preisgefüge spiegelt sich damit der Qualitätssprung zu den Mitbewerbern, auch Volkswagen möchte nichts verschenken. Weniger glückliche Fahrzeuge aus der gleichen Klasse kann man in halbwegs brauchbarer Ausstattung als Kurzzulassung schon für etwas über 12.000 Euro bekommen.

Der Polofahrer kann sich mit einem sehr guten Werterhalt trösten, aber auch bei solchen Gegenrechnungen ist der Polo ein sehr gutes, aber nicht das billigste Angebot.

Korrektur: Natürlich handelt es sich bei dem Polo-Modell um einen Dreitürer und nicht um einen Dreisitzer.

 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
LaoLu (31.05.2010, 00:58 Uhr)
@manta: "Opels aus der Zeit des Golf1"
Danke, das reicht, sagte der Staatsanwalt.
Tbis (30.05.2010, 23:09 Uhr)
Rennräder im Polo?
Natürlich geht das. Zwei Stück passen (demontiert) locker hinten rein - bei umgeklapten Rücklehnen. - Ich hatte bis vor kurzem einen 1,2-L-Polo mit 63-PS-3-Zylindermotor. Am Ende der Leasingzeit hat sich das Motörchen angehört wie eine leere Erbsendose. Ansonsten war es ein schönes Auto. Sparsam war es allerdings nur bei 80 auf der Landtraße. :(
manta (30.05.2010, 21:22 Uhr)
Dass die Gölfe bzw Derbys,Jettas,K70's und Passats damals so gerostet haben ist der extrem schlechten Blechqualität damals zu verdanken deren sich VW bedient hat. Das Stahlblech war billiges Recyclingblech und hatte einen verhältnismäßig hohen Kupferanteil. Das führte zur sog. interkristallinen Korrosion und ließ das Blech leider schon unterm Lack rosten. Diese Tatsache plus die billigen (jedoch durchaus Leistungsstarken und sparsamen) Zahnriemenmotoren lassen mich bis heute Abstand zu VW halten. Der Frontantrieb gibt sein übriges dazu. Ansonsten war der Golf I doch ein absolutes TOP Auto und damals hochmodern. Die Form war genial, der Verbrauch auch heute noch spitze, wie bereits gesagt wurde. Die Hartplastikwüste verbitte ich mir aber ;-) Elastomerkunststoffe waren damals Luxus. Umschäumtes Lenkrad, Schaltknauf etc. Vorher gabs Holz und Bakelitlenkräder etc..
Klar, beim Unfall siehts nicht gut aus. Damals fuhr man aber auch nicht abartig schnell auf der AB. Für die Stadt ist die Sicherheit ausreichend würde ich sagen.

Was aus dem Polo geworden ist, ist allerdings schon krank. 1,1T bringt er auf die Waage. Das Fahrwerk entspricht dabei übrigends genau dem Golf I (McPherson vorne und Verbundlenkerachse hinten)....soviel zum Fortschritt ;-)

BTW: Opels aus der Zeit des Golf I hatten damals vorne eine moderne und sehr gute Doppelquerlenkerachse und hinten eine sehr gut ausbalancierte angetriebene Starrachse. (Sogar der kleine Kadett hatte Heckantrieb und kaum Gewicht hinten...im WInter Fahrfreude pur ;-))
Die Motoren hatten eine Duplexkette und waren unkaputtbar. Damals hatte Opel auch fast 25% Marktanteil. Das waren noch Zeiten :-(

Weiterhin frage ich mich wie lange das 1.2L Motörchen hält wenn es so extrem aufgeblasen wird. Aber den Versuch führe ich gerade hier in unserer Famillie durch mit einem C250CDI (204PS Diesel aus 2.2L)....Düsen hat er schon neue bekommen. Mal sehen wann einer der Turbos verreckt oder gar mehr.

Danke an den Stern für die Überschrift (Eingefleischte Volkswagen-Hasser sollten also besser nicht weiterlesen.) Da musste ich grinsen :-D
Sicher ist der Polo ein tolles Auto, aber er verdient weder den Namen Kleinwagen, noch Polo. Das Teil ist ein ausgewachsenes Auto und abartig teuer für seine Größe.
netter_fahrer (30.05.2010, 17:49 Uhr)
Trauern um den Golf I?
Träum weiter, Mann...!
Ich hatte auch mal einen Golf I, als rappeligen 50-PS-Diesel, dessen einziges Extra ein simples Radio in einer gruseligen Hartplastikwüste war. Er war sparsam (um 5 Liter), ging dröhnende 140 km/h und man konnte ihm bei Rosten zugucken.
Nee, ehrlich - auf die Qualität heutiger Autos möchte ich nicht verzichten, und auf die Sicherheit erst recht nicht! Was glauben Sie würde ein Unfall mit einem modernen Auto aus dem Einser-Golf machen? Ich wollte jedenfalls da nicht drin sitzen...!! Aber bitte, alte Gölfe kann man immer noch kaufen - wer's braucht ;-) wir fahren lieber den neuen Polo, macht Laune!
JoachimBuch (30.05.2010, 13:39 Uhr)
Ich trauere immer noch um den Golf 1
der hat mal gerade eben 750 kg gewogen und ging mit 75 PS ab wie Schmidts Katze. Wenn man den in vernünftiger Qualität bauen würde und ihn ohne den ganzen Sicherheitsschnickschnack lassen würde, würde ich ihn heute wieder kaufen... Der Motor war ohne jede Elektronik und dabei fast ebenso sparsam, wie der genannte Polo.
GlobalKlaus (30.05.2010, 02:56 Uhr)
Noch peinlicher geht es nicht!
Der beschriebene POLO ist größer als der GOLF II, dann kann man auch erwarten, dass er auf mehr Platz mehr bietet ... Dass gerade Autos der unteren und mittleren Kategorien von Modelljahr zu Modelljahr wachsen wird gerne unterschlagen, ebenso das steigende Gewicht, würde man den Verbrauch pro Gewicht ermitteln, würde man schnell sehen, dass im Prinzip nur "gespart" wurde um mehr Leistung und Komfort "bezahlbar" zu machen ...
Peterkom (29.05.2010, 17:55 Uhr)
Polo
Vernunftauto und dazu noch "süss". aber gibt es den jetz mit ordentlichem Panoramaschiebedach? Sonst bleibe ich doch bei der Konkurrenz.
netter_fahrer (29.05.2010, 17:32 Uhr)
Stimmt in jeder Hinsicht!
Obwohl der Artikel aus der VW-Presseabteilung stammen könnte - ich kann ihm nur zustimmen! Seit gut vier Wochen fahren wir einen roten Polo 1.2 mit (beachtlichen) 105 PS und dem feinen DSG, als Reimport-Vorführwagen durchaus günstig bekommen. Die Comfortline-Ausstattung ist ordentlich, Verarbeitung wie beim Golf (Note 1), Platz gut, Fahrverhalten: Jedes mal erstaunlich, wie der bei Bedarf dezent knurrend loslegt wie ein Großer! Verbrauch bei ziviler Fahrweise um 6 Liter, und wir merken, dass wir immer öfter den "Kleinen" nehmen -gerade für die Stadt- als den Kombi... Mein Kompliment für den hübschesten VW!
dreissigvau (29.05.2010, 16:19 Uhr)
Detailtreue......
Sie meinen Dreitürer.
Dreisitzer gibt' beim Polo nicht.
Peinlich.
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