Beim Kreativ-Kongress "TED" in Longbeach/Kalifornien wurde das bisher schnellste Elektro-Motorrad der Welt vorgestellt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und einem Preis von 54.000 Euro ist es jedoch auch das teuerste.

240 Km/h für 54.000 Euro.© Hersteller
Lange Zeit gelang es "Öko-Motorrädern" nicht, sich auf dem Markt durchzusetzen. Einerseits lag das daran, das die Höchstgeschwindigkeit der "Grünen-Bikes" nicht an die der Serienkollegen heranreichen konnten und außerdem wurde das Handling der Elektro-Räder durch die schweren Akkus stark beeinflusst.
Mit dem "Mission One" schickt das kalifornische Start Up Unternehmen "Mission Motors", nun das bislang schnellste und wohl auch teuerste Elektro-Motorrad der Welt ins Rennen.
240 Km/h soll das umweltfreundliche Super-Bike laut Hersteller leisten und das bei einer Akku-Reichweite von akzeptablen 240 km. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich die Reichweite der Lithium-Ionen Batterien unter voller Belastung auf ca. 200 Km beschränkt.
Mehr als nur akzeptabel ist die Beschleunigung. 135 Nm lassen die Mission One aus dem Stand nach vorne preschen. Schon ab 0 Umdrehungen ist das Bike in der Lage seine Kraft, die erst bei einer Drehzahl von 6500U/min endet, zu entfalten. Leider hält sich Mission Motors bedeckt was die genauen Beschleunigungswerte des Bikes angeht. Bekannt ist jedoch, dass Beschleunigung zu den großen Stärken von Elektro-Motorrädern zählt. Das "Killacycle", welches ebenfalls einen elektronischen Antrieb hat, schafft die Beschleunigung von 0 auf 100, nach eigenen Angaben, in sagenhaften 0,7 Sekunden. Gebremst wird die Mission One von einer Brembo-Bremsanlage und einer Elektrobremse, die die Energie die bei einem Bremsvorgang anfällt, automatisch wieder den Batterien, zuführt. Aufgeladen wird das Bike laut Herstellerangabe in nur zwei Stunden bei 240 Volt.

Designer des Superbikes war Yves Béhar, einer der gefragtesten Designer der USA
Das Design der Mission One prädestiniert es für eine Nebenrolle im nächsten Superheldenstreifen. Verantwortlich für die Gestaltung des Motorrads war Yves Béhar, einer der gefragtesten Designer der USA, der auch für Nike, Mini-BMW und Birkenstock arbeitete. Sein Ziel beim Mission One war es, traditionelle Rennelemente mit futuristischen Zukunftselementen zu verbinden.
Mission Motors wurde 2007 von ehemaligen Tesla-, Ducati- und Google- Mitarbeitern gegründet. Nach eigenen Angaben, habe man aus der Entwicklung des Tesla Roadsters gelernt. Nun versucht Mission Motors ein voll konkurrenzfähiges Elektro-Motorrad herzustellen.
Dass sich die gesamte Motorradgemeinde mit einem geräuschlosen Motorrad identifizieren kann, wird nicht der Fall sein. Stören muss das den Hersteller jedoch nicht, weil das Mission One 2010 in einer Auflage von nur 50 Stück hergestellt wird und sich der Preis pro Bike auf 54.000 Euro belaufen soll. Umgerechnet bekommt man dafür fast 6 Harley Davidsons der Serie Sportster.
Mission Motors hält es jedoch nicht für unrealistisch vor 2010 eine billigere und trotzdem leistungsstarke Version eines Elektro-Motorrads vorzustellen.
Text: Kilian Wagner