
Sehr erfolgreich im Motorsport: Der BMW 3.0 CSL - hier im Jahre 1971
Für den Spurt von 0 auf 100 km/h in unter sieben Sekunden oder die Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h war das weit weniger wichtig als für das Handling, das selbst nach heutigen Maßstäben vorbildlich ist.
Der Sportwagen zielte auf einen Einsatz in der Gruppe 2, doch dafür mussten mindestens 1.000 Fahrzeuge produziert werden. Dem stand der Preis von deutlich über 30.000 Mark (Normalversion 23.000 Mark) entgegen. So wurden zunächst gerade mal 165 Fahrzeuge mit dem 180 PS-Vergasermotor hergestellt.
Mit der Gründung der BMW Motorsport GmbH im Mai 1972 änderte sich das nachhaltig. Das junge Team rund um Jochen Neerpasch stellte den CSL zunächst in den Fokus jeglicher Bemühungen. Um das Sportcoupé für engagierte Kunden reizvoller zu machen, installierten die Ingenieure den neuen Einspritzmotor mit 147 kW/200 PS, der zudem noch leicht auf 3003 Kubikzentimeter Hubraum vergrößert worden war.
"Da 1973 für uns als Entwicklungsjahr gilt", sagte Jochen Neerpasch damals, "können wir nicht damit rechnen, diese Europameisterschaft auch zu gewinnen." Knapp 1,1 Tonnen brachte der Wettbewerbswagen auf die Waage. Unter der Haube arbeitete ein modifizierter Reihensechszylinder mit 3340 Kubikzentimeter, zwölf Ventilen, Einspritzung und einer Verdichtung von 11:1. Die Leistung lag bei 360 PS.
Doch nicht nur der Renn-CSL sorgte für Gesprächsstoff an den europäischen Rennstrecken. Zum ersten Mal trat ein Rennteam vom Autotransporter bis zum Zündschlüsselanhänger im einheitlichen Design an. Es waren jene drei Farbstreifen blau-violett-rot auf schneeweißem Grund, die bis zum heutigen Tag das Erscheinungsbild des Motorsports im Hause BMW prägen.
Der große Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring ging denn auch an Hans-Joachim Stuck und Chris Amon. Der Gesamtsieger der Tourenwagen-Klasse des 24 Stunden-Rennens von Le Mans hieß ebenfalls BMW auf einem CSL. Niki Lauda gewann den Meisterschaftslauf in Monza und gemeinsam mit Hans-Peter Joisten das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife.
Die stärksten Modelle des 3.0 CSL leisteten Dank Turboaufladung bis zu 800 PS und waren durch imposante Spoiler-Aufbauten nahezu unkenntlich. Die meisten Straßenfahrzeuge wurden nach Kundenwunsch teilweise wieder zahmer gemacht. Auf normale Verglasung, elektrische Fensterheber, Chromstoßstangen und das komfortablere Serienfahrwerk des CSi wollten die meisten nicht verzichten. Das letzte Modell des CSL leistet 206 PS.