Schon der Vorgänger des neuen Audi A4-Cabrios war ein »Oben-Ohne-Auto«, das es zum echten Klassiker brachte. Wir waren mit dem »Neuen« auf Teneriffa unterwegs.
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Ein neuer »Klassiker«© stern.de
Schon der Vorgänger des neuen Audi A4-Cabrios war ein »Oben-Ohne-Auto«, das es trotz seines stattlichen Preises zum echten Klassiker brachte. Wer sich, nach der Abdankung des offenen Audis im letzten Jahr, vor Cabrio-Verlockungen aus Ingolstadt sicher fühlte, hat jetzt ein Problem. Mit dem A4-Cabrio schickt Audi einen würdigen Nachfolger ins Rennen um die beigeisterungsanfällige Freiluft-Klientel. Wir waren mit dem Audi A4 Cabrio auf Teneriffa unterwegs.
Keine Frage, das Cabrio ist ein echter A4. Oder doch nicht? Auf den ersten Blick könnte man den offenen Viersitzer glatt mit seinem geschlossenem Bruder verwechseln. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, dass das neue Ingolstädter Cabrio dem A4 neben einem schicken Stoffdach noch andere Karosserie-Merkmale voraus hat. So ist zum Beispiel die Frontpartie des Cabrios zwar ein typisches A4-Gesicht, doch können der mit Chrom eingefasste Doppel-Kühlergrill und die Scheinwerfer eine enge Verwandtschaft zum Audi TT nicht verbergen. Die Frontscheinwerfer sind hinter flachen Klarglas-Schlitzen untergebracht - nein, das Cabrio soll gar nicht freundlich lächeln. Das ist eher ein jung-dynamischer Yuppie-Blick, der da auf die Straße blinzelt.
In den markanten Radhäusern stecken serienmäßig 16-Zoll-Räder, die potenzielle Cabrio-Kunden ohne Sorge gegen 17-Zoll-Räder tauschen können. Das ausgeglichene Fahrwerk verkraftet die größeren Walzen, ohne dabei auf den Rücken der Passagiere einzuprügeln. Im Vergleich zur A4-Limousine fällt das Cabrio vor allem durch die leichte Keilform auf. Das Spiel mit der coupéartigen Linienführung ist durchaus gewollt und soll die sportlichen Ambitionen des Cabrios betonen. Ähnliches im Sinn hatten die Audi-Ingenieure auch mit dem markanten Heck, an dem zwei chromblitzende Auspuffrohre das optische Highlight bilden. Spötter mögen hier anführen, dass die Endrohre Ähnlichkeiten mit den Griffen einer Schubkarre haben, doch irgendwie passen die Chrom-Stummel ganz gut zum gedrungenen Cabrio-Hintern.
Freunde von erhöhten Sitzpositionen sollten sich vielleicht doch nach einem Kleinbus umsehen, denn das ganze Cabrio duckt sich samt Sitzen tief über die Straße. Das liegt natürlich auch daran, dass das Fahrwerk des Ingolstädters um zwei Zentimeter tiefer liegt als das der A4-Limousine. Die Sache mit der Sportlichkeit ....
Viel mehr gibt es aber beim Weg ins Auto nicht zu meckern. Die angenehm sportlichen Sitze bieten beinahe endlose Verstellmöglichkeiten. Wer das Einstellen der Sitzposition zelebrieren möchte, kann außerdem noch das Lenkrad horizontal wie vertikal durchs Cockpit schieben. Selbst die Fingerkuppen werden sich schnell mit dem A4-Cabrio anfreunden. Die Verarbeitung ist, genau wie die Materialwahl, über jeglichen Zweifel erhaben. Da fasst man gerne zweimal hin.