Pünktlich zum Frühjahr, traditionell die Jahreszeit des Autokaufs, hat BMW der kompakten 3er-Baureihe ein Lifting verordnet. Dynamischer wollten die kompakten Münchner werden - auch unter der Haube. So darf sich nun erstmals auch ein Diesel-Triebwerk von seiner sportlichsten Seite Zeigen.

Dass unter der schicken Hülle ein Diesel steckt, sieht man dem 3er-Coupé nicht an
Pünktlich zum Frühjahr, traditionell die Jahreszeit des Autokaufs, hat BMW der kompakten 3er-Baureihe ein Lifting verordnet. Dynamischer wollten die kompakten Münchner werden - auch unter der Haube. So darf sich nun erstmals auch ein Diesel-Triebwerk von seiner sportlichsten Seite Zeigen. Wir waren mit dem 204 PS starken 3er-Diesel-Coupe rund um Malaga unterwegs.
"Coupé [kuuhpee]: zweitüriger Kraftwagen in sportlicher Form", definiert der große Brockhaus. Von einem Diesel-Motor findet man im allwissenden Nachschlagewerk an dieser Stelle allerdings kein Wort. Kein Wunder, stammt die Eintragung doch aller Wahrscheinlichkeit noch aus einer Zeit, in der Selbstzünder lediglich als träge und stinkende Arbeitstiere herhalten durften.
Mit derartigen Vorurteilen müssen sich die Diesel-Triebwerke inzwischen nicht mehr herumschlagen. Direkt-Einspritzung, Turbolader und Geräuschdämmung haben den Diesel salonfähig gemacht. Lediglich die Tür zur Boxengasse wollte man den drehmomentstarken Triebwerken bisher nicht öffnen. Auch nicht beim BMW. Sportliches Fahren, das stand in München bisher für tanzende Drehzahlmesser-Nadeln und fauchenden Motorsound - viel Kraft aus hohen Drehzahlen eben. Eine konservative Linie - zugegeben. Aber nicht stur! Denn pünktlich zum 3er-Facelift wurde der aus der7er-Reihe bekannte Sechzylinder-Diesel zum adäquaten Treibsatz für das kompakte BMW-Coupé befördert.
Optisch war das Münchner Coupé ja noch nie ein Leisetreter. Große Lufteinlässe, die aggressiv wirkende Motorhaube, dynamische Linienführung - da griffen nicht nur ambitionierte Landstraßen-Sprinter gerne zu. So soll es auch weitergehen. Deshalb haben sich die BMW-Designer vor allem die Front des kompakten Sportlers zur Brust genommen. Ziel: Die optische Eigenständigkeit gegenüber Limousine und Kombi.

Grimmiger Blick und markante Formen - das 3er-Coupé nach dem Facelift
Operation gelungen, Patient topfit! Selten wirkte ein "3er" bereits ab Werk so dynamisch. Eine dicke Chromleiste rund um die große BMW-Niere im Kühlergrill betont das neue Selbstbewusstsein des Coupés. Die ausgeprägt Frontschürze wirkt größer und verschafft dem Triebwerk nicht nur subjektiv mehr Atemluft. Neu ist auch die breitere Form der Pfeilung, die die Motorhaube durchpflügt. "Powerdome" nennt BMW diesen Buckel neuerdings. Wem´s gefällt...
Die Modifikationen am Coupé-Heck sind nicht ganz so offensichtlich. Neben einer breiten Griffleiste an der Heckklappe signalisieren vor allem die Heckleuchten mit Leuchtdioden-Technologie den Premium-Anspruch der Münchner.
Dem wird das geliftete Coupé auch im Innenraum gerecht. Edelste Materialen, minimale Spaltmaße, hochwertiger Gesamteindruck - so kennt man das aus München. Allerdings wirkt das Armaturenbrett nicht mehr ganz taufrisch. Vor allem im konservativen Edelholz-Dekor macht der zerklüftete Armaturenträger wenig her. Das kann die Konkurrenz inzwischen besser. Dafür haben die BMW-Ingenieure unter dem kuschelweichen Softlack mächtig aufgerüstet. Alleine die Handykonsole mit Bluetooth-Schnittstelle weckt das Kind im Manne. Selten war es so schön, mit einem Handy im Auto zu telefonieren. Kein Kabel-Gestöpsel, keine schwergängigen Handy-Halterungen. Dank der neuen Technik bleibt das Handy in der Tasche und kommuniziert mit der Freisprecheinrichtung per Funk, inklusive Telefonbucheinträgen und Kurzmitteilungen. Aufpreis fürs schnurlose Quasseln: 1.200 Euro. Die Anpassung von Handy und Bordsystem erfordert allerdings einen technischen Hochschulabschluss - oder einen Blick ins Handbuch. Aber wer schaut da schon rein...
Betrachtet man die sportliche Ausrichtung des er Coupés, geht es hinterm Lenkrad erstaunlich komfortabel zu. Das in Entfernung und Neigung verstellbare Multifunktions-Lenkrad (Aufpreis 390 Euro), die elektrisch befeuerte Sitzverstellung und eine Armlehne werden sicherlich nicht nur von Weicheiern gerne gesehen. Besonders die Sportsitze hinterließen bei unserer Probefahrt einen exzellenten Eindruck. Trotz wuchtiger Seitenflanken und straffer Polsterung fühlt sich selbst ein geschundenes Redakteurs-Rückrad bestens aufgehoben. Vor allem dann, wenn die Physik in engen Kurven ihr Recht auf die Trägheit der Masse einfordert.
| BMW 330cd | |
|---|---|
| Motor | Sechzylinder Common-Rail-Turbodiesel |
| Hubraum | 2.993 cm³ |
| Leistung | 204 PS / 150 kW |
| Bremsen | Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum, ABS und DSC serienm. |
| Länge/Breite/Höhe | 4.488/1.757/1.369 Millimeter |
| Leergewicht | 1.615 Kilogramm |
| 0-100 km/h | 7,2 Sekunden |
| Höchstgeschw. | 242 km/h |
| Durchschnittsverb. | 6,6 Liter (Werksangabe) |
| Grundpreis | 35.750 Euro |