So fährt sich der Sportler mit Ökoantrieb

7. August 2013, 19:08 Uhr

Leistungen wie ein Porsche, aber nur ein Verbrauch von 2,5 Litern. BMW bringt beim i8 Nachhaltigkeit und Sportlichkeit zusammen. In der City fährt der Hightech-Renner auch rein elektrisch.

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Noch sind die Vorserienmodelle mit bunten Folien verklebt.©

BMW gibt Vollgas bei der E-Mobilität. Unklar ist jedoch, ob die i-Reihe die Münchner als Visionäre in die Zukunft katapultiert, oder ob der Konzern damit auf ein Debakel zurast. BMW engagiert sich wie kaum ein anderer Hersteller. Die meisten Autobauer begnügen sich damit, bereits vorhandenen Fahrzeuge, die als Verbrenner konzipiert wurden, in Kleinserien nachträglich zu elektrifizieren.

Die i-Familie von BMW stammt nicht von anderen Baureihen ab. Sie wurden von Grund auf als Elektrofahrzeuge konzipiert. BMW hat sich nicht allein mit dem Antrieb beschäftigt, sondern leistet sowohl beim Thema Leichtbau wie auch bei der Fertigung der Karosserie Pionierarbeit. Damit gehen die Münchener voll ins Risiko: Sollte der Verkauf der Stromautos stocken, gibt es keine Benzinbaureihe im Hintergrund, die die Verluste abfedern könnte. Ein Scheitern der i-Reihe könnte BMW kaum überstehen. Das wäre das Worst-Case-Szenario. Damit es nicht eintritt, haben die BMW-Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Sie haben zukunftsweisende E-Mobile auf die Straße gestellt.

Trendwende im Sportwagenbau

Bereits gezeigt wurde der kleinere i3, nun kommt der i8. Ein echter Sportwagen. Dem flachen Hightech-Renner liegt ein komplett neuer Denkansatz zugrunde. Motto: kein Verzicht beim Fahrspaß, trotzdem optimale Effizienz. Ein technischer Spagat, den es in dieser Form bislang nicht gab. Der i8 soll eine Trendwende im Sportwagenbau einläuten. Bereits nächstes Frühjahr steht er beim Händler. Preise will BMW in fünf Wochen bei der Weltpremiere auf der IAA bekannt geben. Im Gespräch sind derzeit 120.000 Euro.

Eine stolze Summe. Doch ein Porsche Carrera 4S liegt auf ähnlichem Niveau. "Beim i8 bekommen Sie zusätzlich die Möglichkeit, elektrisch zu fahren", sagt Projektleiter Carsten Breitfeld. Denn technisch ist der i8 ein Plug-in-Hybrid, der bis zu 35 Kilometer mit Strom rollen kann. Genug, um selbst in großen Innenstädten nahezu geräuschlos und vor allem emissionsfrei unterwegs zu sein. Das mag derzeit noch keine große Relevanz haben, doch es könnte in Zukunft ein wichtiges Thema werden. London mit seiner City-Maut ist bereits ein erstes Signal in diese Richtung.

Wer stellt sich den i8 in die Garage? Reiche Ökos? Produktmanager Henrik Wenders bezeichnet sie als "Innovation Seeking Prospectives", kaufkräftige Menschen, die neuen Technologien sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Alter: 35 Jahre aufwärts, in Asien jünger. "Der i8-Kunde sieht das Thema Nachhaltigkeit als einen festen Bestandteil seines Wertegefüges an und kauft entsprechend danach", so Wenders. Dass BMWs Gene "Aus Freude am Fahren" auch beim i8 nicht auf der Strecke bleiben, zeigte eine erste Fahrt mit noch getarnten Vorserienmodellen. Ort: das hauseigene Testgelände im südfranzösischen Miramas, wo der i8 bis an seine Grenzen gebracht werden kann.

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