Startseite

Das schwarze Gold

Das Risiko, das BMW derzeit fährt, ist groß. Die dynamischen Bayern setzen nicht nur auf Leichtbau, sondern haben diesen nahezu unzertrennlich mit dem Elektroantrieb und der Submarke BMW i verknüpft. Ein gefährliches Spiel.

Die Elektrowelle droht zu einem Rohrkrepierer zu werden. Die Handvoll stromernder Surridiburr-Fahrzeuge steht wie Blei in den Schauräumen der Händler und längst rudern einige Hersteller mit der Serienumsetzung ihrer E-Projekte heftig zurück. Für BMW ist es dafür zu spät. Die Bayern haben sich bei aller Sportlichkeit und großer Erfolge ihrer Massenprodukte 1er, 3er, 5er und X-Versionen unweigerlich der grünen Elektroidee verschrieben. Mit BMW i wurde eine eigene Submarke kreiert, die im Wesentlichen aus zwei Komponenten besteht: Elektro- und Hybridmotoren und Karbonfaserkarosserien. Beides teure Spielwiesen für blau-weiße Ingenieure, von denen viele die Gelder lieber in neue Verbrenner, Fahrwerke, Elektronikplattformen oder einen Supersportwagen BMW M1 gesteckt hätten.

BMW setzt auf Karbonfaser: Das schwarze Gold
  Karbonfaser-Produktion im SGL-Werk Moses Lake / Washington

Karbonfaser-Produktion im SGL-Werk Moses Lake / Washington

Auch intern ist das Projekt BMW i nicht ohne Gegenwind, doch das strahlende "i" steht nunmehr im steifen Wind und kann nicht wieder zurück in die warmen Halle geholt werden. Los gehen soll es im kommenden Herbst mit dem BMW i3, einem kompakten Citymobil für vier Personen. Im Frühjahr 2014 folgt der sehenswerte Hybrid-Supersportler i8. Das coole Äußere soll die beiden i-Modelle zu iPods auf Rädern werden lassen. Nicht ohne Grund ist die Bezeichnung "i" angelehnt an die hightech-vernarrten Steve-Jobs-Jünger. Auf der Los Angeles Auto Show wurde mit dem i3 Concept Coupé bereits ein erstes Derivat gezeigt. Das Design, diesmal nicht von weißen oder bläulich schimmernden Karosserieelementen zwanghaft zur Ökokiste abgestempelt, kam sehr positiv an. Trotzdem ist die Unsicherheit was das ehemalige "project-i" angeht im BMW-Vierzylinder am Münchner Petuelring in diesem Winter gigantisch.

Der BMW i3 besteht aus einem Live- und einem Drive-Modul. Während das Drive-Modul in einem Alurahmen der Bodengruppe den kompletten Antrieb mit Akkus und Elektromotor für die Hinterachse beinhaltet, besteht die Karosserie aus hochfester Karbonfaser. Ehe diese im BMW-Werk Leipzig zu dem schmucken Cityflitzer wird, hat diese eine wahre Weltreise hinter sich. Das Grundmaterial Pre-Curser kommt per Schiff aus Japan an die Nordwestküste der USA, wo es über Seattle zum SGL-Werk nach Moses Lake im Bundesstaat Washington gebracht wird. Vor Jahren hat sich BMW die Firma SGL, Spezialist für Karbonfaserentwicklung und -produktion, einverleibt.

Die 21.000-Einwohner-Stadt Moses Lake hat nicht viel Interessantes zu bieten. Stuntman-Legende Evel Knievel lebte hier ein paar Jahre und es gibt es großes Flugfeld von Boeing - das war es. Jetzt gibt es seit mehr einem Jahr SGL. Der Grund für die hochmoderne Produktionsstätte liegt in den Energiekosten. Um das Rohmaterial zu den Kohlefaserfäden zu brennen, ist ein gigantischer Energieaufwand nötig. Diese Energie holt sich SGL aus zwei gigantischen Staudämmen des Columbia River im Borden des Bundesstaates. So reduzieren sich die Energiekosten auf bis zu ein Siebtel. "Das ist der Grund, wieso wie hier in Washington sind", so Werksleiter Dr. Jörg Pohlmann, "der Energieverbrauch, der für die Produktion nötig ist, ist gigantisch. Hier zahlen wir drei US-Cent für eine Kilowattstunde, während man uns in Wackersdorf 15 Euro-Cent in Rechnung stellt." Bei der Faserproduktion wird rund 30 Mal mehr Energie benötigt als beim Rest der Fertigungskette.

Die erste Produktionslinie arbeitet bereits auf Hochtouren; eine zweite wird gerade erstellt. Das BMW-Unternehmen SGL Karbon verarbeitet nach eigenen Angaben zukünftig zehn Prozent der weltweiten Karbonfaserkapazitäten. Während bei der Fahrzeugproduktion jährlich 1,5 Billionen Tonnen Stahl verbaut werden, sind es aktuell gerade einmal 4.000 Tonnen Karbon.

Pohlmann erklärt genauer: "Die Kohlefaser ist 30 Prozent leichter als Alu und 50 Prozent leichter als Stahl. Normal gibt es Fäden mit 3.000 bis 6000 Fasern. Bei uns sind es 50.000 und wir arbeiten mit Gelegen statt Webstrukturen." Dadurch sollen die BMW-Modelle i3 und i8 leicht und hochfest sein. Während bei einem BMW X5 zum Beispiel 800 Roboter 350 Teile zusammenfügen, sind es beim Drive-Modul des BMW i3 gerade einmal 30 Teile, die miteinander verklebt werden. Jeder schwarze Faden selbst ist zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Ein Problem bleiben die Kosten. "Wir wollen in den nächsten Jahren an die Produktionskosten von Aluminium herankommen", so BMW-i-Entwicklungsleiter Ulrich Kranz, "und zwar nicht 2025, sondern in den nächsten Jahren." Es geht um jedes Gramm Gewichtseinsparung. Denn gerade bei Elektroautos wie dem BMW i3, der im Herbst 2013 auf den Markt kommt, kann der Akku dann kleiner, leichter und günstiger sein. Die Reiserei des Materials um die ganze Welt lohnt sich. "Der CO2-Anteil der Logistik an der Gesamtproduktion liegt unter einem Prozent", unterstreicht Pohlmann, dass es keine Energieverschwendung sein die einzelnen Produktionsteile über Japan, USA und Europa zu verteilen.

In der Produktionshalle von SGL selbst erinnert nichts an eine Autoproduktion. Aus der weißen Legeware Pre-Curser, der in Kartons aus Japan nach Moses Lake kam, wird in mehreren Großöfen, jeder 15 Meter lang, neun Meter hoch und 80 Tonnen schwer, die Karbonfaser gebrannt - hoch fest und extrem beanspruchbar. Die Halle selbst erinnert mehr an die Symbiose aus Großbäckerei, Walzwerk und Spinnerei. Und genau genommen ist die Karbonfaserproduktion bei SGL genau das. Am Ende der rund 400 Meter langen Halle kommen schwarze Fäden heraus, die auf Spulen aufgerollt und letztlich abtransportiert werden. Jede Spule trägt 2,7 Kilometer hochfester Karbonfaser auf sich und ist neun Kilogramm schwer. Von Moses Lake aus geht es per Lastwagen und Schiff zum SGL-Werk nach Wackersdorf. Hier findet die Weiterverarbeitung der Fasern zu Matten statt. Mit Zwischenstation Landshut, wo unter dem Zusatz von Harzen feste Elemente entstehen, geht es letztlich nach Landshut und Leipzig, wo das Elektromodell BMW i3 und der Hybridsportler i8 mit der Fusion aus Life- und Drive-Modul dann produziert werden.

Der Aufwand in Sachen Kosten und Entwicklung ist gigantisch. Jetzt müssen nur noch BMW i3 und i8 einschlagen. Technisch sind beide ein Sprung in die Zukunft. Die Karbonfaser macht es möglich. Bleibt die Frage, ob das auch der Kunde zu schätzen weiß. Der Basispreis für den elektrischen BMW i3 liegt mit knapp 40.000 Euro inkl. Reichweitenverlängerer auf dem Niveau eines BMW 520d. Günstig war High-Tech noch nie.

Press-Inform/pressinform

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools