Datenautobahn

15. Dezember 2012, 06:51 Uhr

Internet im Auto? Die Zeiten, in denen man das Web 1:1 auf dem Bordbildschirm abzubilden versuchte, sind längst vorbei. Heute sortieren Systeme wie bei Porsche die Daten vor und sorgen auch beim Fahren für sicheres Handling.

Es gibt Autos, bei denen ist schon das Fahren selbst pures Entertainment. Mit ihnen um die Kurven zu tanzen, den bulligen Sound eines sechs- oder achtzylindrigen Posaunenchors im Ohr und die vorbei fliegenden Schilder und Leitpfosten im Augenwinkel - ganz großes Kino mit Dolby Surround. Autoradio? Stört dann nur. Navi? Nein danke, der Weg ist das Ziel. Ein Porsche gehört ganz sicher zu dieser Sorte Auto. Aber auch in einem Modell aus Zuffenhausen ist nicht jede Fahrt ein Abschied aus dem Alltag. Dann wird der Renner zum lässigen Cruiser mit passendem Musikteppich aus dem Soundsystem oder zum rollenden Büro mit eMail-Zugang und elektronischer Sekretärin.

Entsprechend hat Porsche jetzt seine Infotainmentsysteme überarbeitet. Ziel war es, sicher mit dem Auto zu fahren und gleichzeitig Zugriff auf soziale Netzwerke zu haben oder sich seine eMails einfach vorlesen zu lassen. Das Porsche Communication Management (PCM) dient dabei als Schnittstelle zum Internet, der Kontakt nach außen erfolgt über ein angeschlossenes Handy. Eine zentrale Entwicklung dabei ist das "Aha-Radio". Eine App liefert den Zugang zu mehr als 21.500 Web-Radios, zu über 1.100 Podcasts und ebenso viel Hörbüchern. Außerdem gibt es Zugriff auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, auf Verkehrsmeldungen via TMC Pro, News-Feeds, Wetter- und Restaurant-Infos. Ein Teil der Suchergebnisse liefert Google - auch, wenn alles über ein porscheeigenes Bildschirmlayout gesteuert wird und nur ein Logo auf Google hinweist.

Mit TMC Pro verspricht sich Porsche eine höhere Genauigkeit und Aktualität der Staumeldungen. Denn der Nachfolger des bisherigen TMC greift in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Daten aus über 4.000 Sensoren an Autobahnbrücken, 5.500 Sensorschleifen in der Fahrbahn sowie auf die Daten zu, die Millionen von Handys und ins Auto integrierte Systeme ständig anonym an die Telematikzentrale übermitteln.

Gespeichert werden Daten zum einen im Auto auf der integrierten Festplatte mit 40 Gigabyte - das reicht zum Beispiel für bis zu 5.000 Audiodateien. Das meiste zieht sich Aha über die App allerdings aus der Cloud. Das hat den Nachteil, dass man nicht wirklich immer Herr seiner eigenen Datenbestände ist, aber auch den Vorteil, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Entwickelt Porsche ein neues Angebot, so muss man nicht eigenhändig das System im Auto updaten - man bekommt es über die Cloud frei Haus.

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