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Gut und günstig geht doch

Gute Qualität zum attraktiven Preis: Das Urbano macht es möglich. Die wenig bekannte Firma Trenoli bietet die neueste Technik deutlich günstiger als manche Edelmarken an.

  Die 28er-Felgen geben Laufruhe, das Urbano ist allerdings auch relativ groß.

Die 28er-Felgen geben Laufruhe, das Urbano ist allerdings auch relativ groß.

Es muss nicht immer das Teuerste sein. Beim Thema E-Bike - oder korrekt ausgedrückt "Pedelec" - wird der Kunde meist vor diese Alterative gestellt: Teure Marken oder billige Baumarkt-Chinaware. Billige Baumarktware will natürlich niemand, schon weil man das Gesicht des örtlichen Fahrradhändlers fürchtet, wenn man zur Reparatur kommt.

Bleiben also nur die teuren Top-Marken. Tatsächlich gibt es aber auch ein solides Mittelfeld: kleinere oder unbekannte Hersteller, die natürlich nicht so billig wie das aktuelle Aldi-Bike sein können, aber doch deutlich unter den Preisen der bekannten Großmarken rangieren. Trenoli gehört zu ihnen, so ein Rad haben wir ausgiebig ausprobiert. Tatsächlich braucht sich das Urbano nicht verstecken. Bei ihm handelt es sich um City-Bike, gefahren mit dem "männlichen" Rahmen mit oberer, leicht abgesenkter Stange. Ausgerüstet ist das Rad mit einem breiten Sattel, einem erhöhten und verstellbaren Vorbau und einem geschwungenen Lenker. Der Fahrer sitzt also mit dezenter Vorlage auf dem gefederten Sattel und stützt sich nur leicht auf den Händen ab, die wiederum auf ergonomischen Griffen ruhen. Eine sehr bequeme, aber nicht einschläfernde Haltung.

  Die 28er-Felgen geben Laufruhe, das Urbano ist allerdings auch relativ groß.

Die 28er-Felgen geben Laufruhe, das Urbano ist allerdings auch relativ groß.

Bei der Verarbeitung des Rades gibt es keinen Grund zum Tadel. Verschraubungen, Nähte und Kabelführung sind sauber und stylisch gelöst. Überhaupt macht das Rad einen schicken Eindruck: Es ist schwarz matt anodisiert, die Anbauteile sind ebenfalls in Schwarz gehalten, der Schriftzug Trenoli fällt dezent aus. Für ein Ciytbike ist die Ausstattung schlicht überragend. Gut, die Vordergable von Suntour ist nur solider Standard, aber schon die Magura-Felgenbremsen sind das Beste, was man hier erwarten kann. Richtig auftrumpfen kann das Bike beim Antrieb. Im Hinterrad ist stufenlose Nabenschaltung von NuVinci verbaut, die beste und auch die aufwändigste Lösung für ein Alltags-E-Bike, das noch bezahlbar ist.

Als Motor kommt der neue Bosch-Motor aus der Active Line zum Einsatz. Andere Modelle - auch von Edelmarken - bauen gern noch mal den alten Classic-Motor ein, der nicht nur technisch, sondern auch optisch nicht mit dem schicken ellipsoiden neuen Modell mithalten kann. Als Stromspeicher gibt es den größeren (400 Wh) der beiden Bosch Akkus. Der empfohlene Preis des Rades liegt bei 2700 Euro.

  Die NuVinci-Nabe schluckt immer etwas Leistung, verlangt aber keinerlei Sonderbehandlung.

Die NuVinci-Nabe schluckt immer etwas Leistung, verlangt aber keinerlei Sonderbehandlung.

Und wie fährt sich das Urbano nun? Vor allem problemlos und entspannt. Die Kombination des Boschmotors mit der NuVinci-Nabe ist ein Gedicht. Da vollkommen wartungslos gehört der Ärger über verstellte Schaltungen der Vergangenheit an. Vor allem lässt sich die Nabe aber auch bequem bedienen, wenn der Motor das Rad antreibt. Die Haltung auf dem Trenoli ist entspannt, so dass die gesetzliche vorgeschriebene Abregelung bei 25 km/h als harmonisch und nicht als Zwangsbremse wahrgenommen wird. Im ebenen und leicht abschüssigen Gelände fährt man mir eigenen Muskelkraft locker über die 25 km/h hinaus. Auch ohne Motorunterstützung lässt sich das Rad noch bewegen, dann fällt man aber auf den für ein Citybike üblichen Rahmen von 18 bis 22 km/h zurück. Der Akku ist unter dem Gepäckträger angebracht. Von der Gewichtsverteilung ist das nicht optimal, dafür lässt sich der Stromspeicher dort am einfachsten entnehmen und fällt auch am wenigsten auf. Die Bremsen von Magura sind mehr als ausreichend dimensioniert, bissigere Scheibenbremsen wurden nicht vermisst. Der Boschantrieb mit seiner am Drehmoment orientierten Steuerung, ist wie gewohnt gut abgestimmt. Der Motor ist nie laut, aber doch stets hörbar.

Bleibt die Frage der Reichweite: Bis zu 190 Kilometer seien im Sparmodus möglich, sagt Bosch. Das mag richtig sein, bei langen Strecken ohne viel Anfahrverlusten und einem Tempo von etwa 20 km/h. Wer mit dem Rad in der Stadt häufig mal von Null startet, immer auf Top-Speed geht und den flotten Powermodus wählt, wird zwischen 50 und 60 Kilometern Reichweite erzielen.

Gernot Kramper

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