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3. Mai 2010, 10:20 Uhr

Im Land der Schönen und der Schnellen

Wo könnte ein weißer Luxusroadster besser hingehören, als auf die Straßen von Südflorida? Eine Fahrt im Mercedes SL 63 AMG durch Miami Beach, Fort Lauderdale und Boca Raton ist wie ein Kurztrip in die Welt der Schönen und Reichen.

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Den Prestigestart an der Kreuzung Lincoln Road/Collins Avenue im Herzen von South Beach schafft der Sonnenanbeter in 4,6 Sekunden© Hersteller/Press-inform

Mit einem Auto an den Küsten Floridas aufzufallen, ist kein leichtes Unterfangen. Die ebenso sonnenverwöhnten wie finanzkräftigen Bewohner im Süden des amerikanischen Sonnenstaates leben zu zehntausenden in abgeschirmten Villen und Luxus-Condominiums. Natürlich ist man in diesem Kreise nicht in Mittelklassemodellen eines Toyota Camry, Chevrolet Impala oder Hyundai Sonata unterwegs. So sieht man auf Ocean Drive, der A1A oder dem Florida Turnpike Sonnenroadster, Luxus-Cabriolets und Mega-SUV zuhauf. Mercedes S-Klasse, Porsche 911 oder Maserati Quattroporte werden zu wahren Massenerscheinungen. Nach einem Mercedes SL 63 AMG dreht sich daher keiner um. Dafür reichen die strahlend weiße Lackierung und der wild bollernde Achtzylinder kaum aus.

Dabei sind die Straßen von Miami das perfekte Umfeld für den SL 63 AMG. Der warme Wind fährt durchs Haar, wenn es über den Causeway hinein nach SoBe geht. Im Satellitenradio klingt der begnadete Sender "80's on 8" - gerade tönt 80er-Star Don Hanley sanft aus den Boxen. Oben herum klingt das Boxensystem zu dünn. Da gibt es in der Cabrio- und Roadsterklasse bessere Klangkörper. Doch eigentlich säuselt Hanley nur nebensächlich im Hintergrund, denn bereits ab unteren Drehzahlbereichen hat der 6,3 Liter große Prachtkerl unter der Motorhaube das akustische Zepter übernommen. Kein Turbo, kein kleiner Hubraum, Leistung im Überfluss - so lieben es die Amerikaner in den sonnigen Breiten unweit der Everglades.

Schnelles Beiboot

386 KW/525 PS bei 6.800 U/min und ein maximales Drehmoment von 630 Nm bei 5.200 Touren sind für den geschniegelten SL, der fast zehn Jahre auf dem Markt ist, imposante Werte. Ein paar Meilen in dem weißen Geschoss sind ein sicherer Nachweis dafür, dass es in dem SL der Baureihe R 230 aktuell keine bessere Besetzung gibt. Die kleineren Sechs- und Achtzylinder spielen ebenso nur die zwei Geige wie die übermächtigen Zwölfzylinder, die niemals so begeistern können wie der 63er. Den Prestigestart an der Kreuzung Lincoln Road/Collins Avenue im Herzen von South Beach schafft der Sonnenanbeter in 4,6 Sekunden - wenn das ein Cop sieht, war es das mit Führerschein, Sonne im Haar und handschuhweichen Lederstühlen. Zum weiteren Austesten der sportlichen Fähigkeiten sollte man sich lieber auf der Rennstrecke von Homestead, eine gute halbe Stunde südlich von Miami, einmieten. Für ein paar Dollar macht die Streckenwacht eine Ausnahme und lässt einen auf dem Hochgeschwindigkeits-Oval ein paar schnelle Runden drehen.

Unverständlich, wieso Mercedes sein schnelles Beiboot nicht offen von der Leine lässt. Eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 250 km/h passt so wenig zu 525-Power-PS wie die bissige Sportautomatik mit sieben Gängen in einen Messerschmitt Kabinenroller. Trotz allen sportlichen Engagements bleibt der 4,61 Meter lange Mercedes SL 63 AMG bei allen Ambitionen ein Cruiser. Wer messerscharf sportlich unterwegs sein will, der wird sich an der zu direkten Lenkung, an den spürbaren Wankbewegungen im Grenzbereich und dem Leergewicht von zwei Tonnen stoßen. Daran ändert auch der jederzeit hungrige Achtzylinder nichts. Der genehmigt sich ganz nebenbei gut und gerne 16 bis 17 Liter Super auf 100 Kilometer. Hier im noblen Boca Raton stört das niemanden. Mit Wohlwollen wird allerdings zur Kenntnis genommen, dass der Mercedes SL 63 AMG hier im sonnigen Florida ein paar Zehntausender günstiger als in Deutschland, wo er mindestens 149.047 Euro kostet. Hier liegt er gerade einmal bei 139.050 Dollar - kaum mehr als 103.000 Euro.

Luxus in jeder zweiten Einfahrt

Dort, wo Tenniskönigin Stefanie Graf lange Jahre ihren bevorzugten Wohnsitz hatte, gehört ein Sportroadster wie der 63er SL noch zu den zurückhaltenden Fahrzeugen. Ferrari, Lamborghini, Rolls Royce oder Bentley sieht man hier in jeder zweiten Einfahrt. Zwei Insassen kann man sich in dem schneeweißen Mercedes SL 63 AMG bestens vorstellen: Sonny Crocket und Ricardo Tubbs aus Drogenfahnder der Miami Vice. Die hätten die Replika des Ferrari Daytona oder den ebenfalls weißen Ferrari Testarossa sicher mit Kusshand gegen den SL umgetauscht. Doch die Serienhelden Don Johnson und Philipp Michael Thomas sind längst in Cop-Rente. Das Schicksal teilen sie ganz nebenbei mit vielen Silverbirds, die in Florida einfallen, wenn es am normalen Wohnort schlechtes Wetter hat. Und welcher Silverbird würde sich auf der Weg zur Cheesecake Factory von Fort Lauderdale keinen Mercedes SL 63 AMG wünschen? Man kann ja nicht jede Fahrt mit der eigenen Yacht hinter dem Haus machen.

Stefan Grundhoff; press-inform
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
S-achte (03.05.2010, 20:19 Uhr)
Versteh ich nicht
Was ein Supersportwagen und das ganze Geraffel in Amerika zu suchen hat, versteh ich wirklich nicht!
Die dürfen die Dinger ja gar nicht richtig benutzen! Ein SL 63 mit max. 80 Meilen!
Das ist verschwendetes Material!
Gebt's mir, ich fahr es in die Berge, juchhee, hier, in Europa!
PS: Ein Tip an Daimler etc: Baut einfach einen 1.6 Motor rein, macht ein wenig Soundoptimierung, nehmt aber das gleiche Geld. Schafft Gewinne und reduziert den Aufwand. Die merken das eh nicht! :)
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