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3. Dezember 2008, 07:38 Uhr

Glückswürfel auf Rädern

Wahre Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Wenn der Nissan Cube nächstes Jahr nach Europa kommt, wird man ihm eines jedenfalls nicht vorwerfen können: Dass er im Straßenbild untergeht.

Der Nissan Cube hat eine Ausstrahlung wie ein rollendes Küchengerät© Hersteller/PressInform

Kantige Kombi-Vans sind wieder im Kommen. Der Renault Kangoo hält seit langem die Fahne hoch und wurde für 2009 auch in der verkürzten Lifestyle-Version Be Bop angekündigt. Fiat schickt den Qubo ins Rennen, ein Hochdach-Kombi auf Nutzfahrzeug-Basis. Kia will im nächsten Jahr den Soul nach Europa bringen.

Der Nissan Cube ist auch kein Neuling, sondern kommt 2009 in der dritten Generation auf den Markt. Allerdings versucht Nissan zum ersten Mal auch in Europa sein Glück mit ihm. Hier konnten sich kastenförmige Kleinwagen wie der Suzuki Wagon R bislang nie so recht durchsetzen, während derartige Fahrzeuge im verstopften Tokio wegen der kompakten Abmessungen und der guten Übersichtlichkeit sehr beliebt sind.

Der japanische Mikrovan ist nur 3,98 Meter lang, hat aber einen Radstand von 2,53 Metern. Damit lässt sich im Innenraum fast jeder Winkel ausnutzen. "Der Cube ist mehr ein Fortbewegungsmittel denn ein Automobil – ein Fahrzeug, das auch solche Menschen ins Herz schließen können, die Autos nicht lieben", glaubt der amerikanische Nissan-Vize Al Castignetti.

Das ungewöhnlichste Element an diesem Karosserie-Würfel mit abgerundeten Kanten ist die Heckklappe. Weil der Cube nur eine D-Säule hat, zieht sich die Heckscheibe komplett ums rechte Fahrzeugheck herum. Die Heckklappe schwingt wie eine Tür zur Seite auf – ein Konzept, das in engen Parklücken freilich seine Tücken hat, wie man am Toyota RAV 4 oder Daihatsu Terios sieht. Grund für die ungewöhnliche Heckscheibe ist eine bessere Übersicht nach hinten beim Spurwechsel.

Tausendsassa im Innenraum

Das Interieur des Cube ist sehr geräumig. Durch das klobige, komplett auf einer Höhe verlaufende Armaturenbrett fühlt man sich ein bisschen wie in einem Boot. Die Rückbank ist höher montiert als die Vordersitze und in Längsrichtung verstellbar. Außerdem kann man sie umklappen und als Liegefläche oder Stauraum nutzen. Im ganzen Innenraum sind diverse Becher- und Flaschenhalter verteilt.

An mehreren Stellen, sogar im Dachhimmel, findet sich das Gestaltungselement konzentrischer Kreise. Es sieht aus wie die Wellenkreise, die ein Wassertropfen in einer Pfütze hinterlässt. Es gibt im Cube Haken zum Aufhängen von Einkaufstüten, die man an diversen Orten – darunter am Armaturenbrett und an den hinteren Türen – anbringen kann. Farbige Gummibänder passen in Ausschnitte der Türarmlehnen und sichern Landkarten und diversen Krimskrams. Die Kunden sollen außerdem viele Möglichkeiten zur Individualisierung des Cube bekommen, etwa verschiedene Glasdächer und Karosserie-Dekorsets.

Den Antrieb des Fünfsitzers übernimmt in der für Nordamerika bestimmten Version ein 1,8-Liter Benziner mit 122 PS. Für den europäischen Markt wird Nissan den Fronttriebler wahlweise mit einem 1.6-Liter-Benzinmotor oder einem Dieselmotor anbieten. Als letzteren wählen die Japaner den 1.5 dCi, das sparsame Diesel-Arbeitspferd im Renault-Nissan-Verbund. Die europäische Markteinführung soll Ende 2009 beginnen. Zu den Preisen hat Nissan noch keine Angaben gemacht.

Sebastian Viehmann / pressinform
 
 
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