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4. Dezember 2007, 17:24 Uhr

Das Popo-Mobil

Männer schwärmen vor allem von seinem Hinterteil, dazu hat der Renault Laguna Grandtour auch etliche innere Werte. Und dank des Sicherheitspaketes möchte man - fast - das Crashballett aus der Werbung nachspielen. Von Sabine Franz

Teilt der Kombi auch das Antlitz mit der Limousine, so ist vor allem sein Po optisch gelungen© Hersteller

Vorbei die Zeiten, in denen ein Kombi einfach ein Kombi war. Längst heißen sie Touring (BMW), Tourer (Mercedes), Avant (Audi) oder eben Grandtour beim Renault Laguna. Das alles klingt weniger nach Familienplanung und Praktikabilität des Alltags als - die Abenteurer-Seele fährt schließlich weiterhin mit - nach viel "Avanti, Avanti", Flexibilität und großer Fahrt. Mit Größe werben die Franzosen dann auch gleich: Neun Zentimeter ist der Laguna Grandtour länger als das Vorgängermodell (jetzt 4,80 Meter), der Kofferraum ist von 475 auf 508 Liter gewachsen, dazu gibt es noch elf Millimeter mehr Kopffreiheit und 20 Millimeter mehr Kniefreiheit im Fond. Wenn sich Fahrer und Beifahrer nicht gerade bis zum Sitzanschlag lümmeln, verspricht das ausreichend Platz auf der Rückbank.

Sollen hinten Gepäckstücke statt Passagiere untergebracht werden, lassen sich die zweigeteilten Sitze per serienmäßigem "Easybreak"-System umklappen. Das heißt: Einfach Haken ziehen im Rahmen der hinteren Türen oder an den Seitenwänden des Kofferraums, schon fallen die Rückenlehnen um und bieten einen fast (!) flachen Ladeboden von 2 Metern Länge. Praktisch: Staufächer in den glatten Seitenwänden (verschließbar) und unter dem Laderaumboden. Entgegen mancher männlicher Bedenken - auch Frauen ohne Hulk-Kräftepotential können die Sitze leicht wieder in die Ausgangssituation befördern. Die Gurte verklemmt dabei niemand mehr, sie sind außer Klappreichweite angebracht. Frauen dürften sich zudem über den halbautomatischen Einzug der Gepäckraumabdeckung, die niedrige Ladekante von knapp 55 cm und das optionale separat zu öffnende Heckfenster freuen - falls es beim Einparken mal eng wird.

Knackiger Po, sportlicher Look

Teilt der Kombi auch das Antlitz mit der Limousine, so ist vor allem sein Po optisch gelungen, was bei Umfragen unter Kollegen besonders die männlichen Fahrer bestätigen. Die Macher des Autos sprechen von "Lifestyle-Charakter" des Modells. Übersetzt heißt das, dass die abfallende Hecklinie die Rückfront elegant-sportlicher und damit Coupéhafter und weniger Kombi-like erscheinen lässt. Zum sportlichen Look passen die zwei verchromten Auspuffenden links und rechts, die alle Zweiliter-Diesel und den Turbobenziner zieren, sowie die Dachreling.

Mit Sicherheit flott

Szenenwechsel: Vorderpartie. Sechs Motoren kombiniert mit drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl, darunter zwei Benziner (140 und 170 PS) und vier Diesel (110 bis 173 PS). Laut Produktmanager Marc Osseux rechnet man bei Renault damit, dass sich 70 Prozent der Käufer für einen Diesel entscheiden werden, die 150-PS-Variante mit 6-Ganggetriebe sei dabei die Kernmotorisierung. Auch als Single und eingefleischter Kombi-Gegner kann man sich im komfortablen Cockpit wohl fühlen - vor allem beim Gasgeben auf Landstraße oder Autobahn. Schon der 1,5 dCi-Antrieb mit 110 PS ist agil und beschleunigt akzeptabel, wenn er es auch "nur" auf 187km/h Spitze bringt. Dafür punktet der Motor mit niedrigem Verbrauch (5 Liter) und CO2-Ausstoß (133 g/km).

Leider gibt es den 1,5er im Gegensatz zu allen anderen Dieselmodellen erst ab Ende 2008 mit serienmäßigem Russpartikelfilter. Dafür bekommt ihn ab Ende 2007 zum Einstiegspreis von 23.750 Euro. Zum Vergleich, der 2.0 dCi mit 150 PS kostet ab 26.650 Euro - beides inklusive jeder Menge Sicherheit, die sich Renault seit geraumer Zeit erfolgreich auf die Fahnen schreibt. Mit dem Laguna Grandtour plant man, erstmals die neue Klasse der sechs Sterne im NCAP-Crashtest voll zu machen. Sechs Airbags, Kopfstützen mit Aufpralldämpfung an den Vordersitzen, Anti-Submarining-Stützen unter den Sitzflächen kombiniert mit Gurtstraffern polstern die Insassen des Familienvehikels im Crashfall.

Kein Crashtestballett zu Weihnachten

Zum Serienstandard gehören außerdem: ESP, dynamisches Kurvenlicht und Bremsassistent mit "Prefill"-Funktion, wobei der volle Bremsdruck für eine Notbremsung bereits in dem Moment aufgebaut wird, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Nur auf das Navigationssystem während der Fahrt sollte verzichten, wer sich nicht gern von einer gelangweilt klingenden, wenig sympathischen und einfach nervigen Frauenstimme den Weg erklären lasst. Sonst ist am Ende doch noch die innere Sicherheit gefährdet.

Bei Renault ist man jedenfalls so von der Qualität seines Neuen überzeugt, dass man eine Garantie von drei Jahren oder 150.000 Kilometern gleich mit auf den Weg gibt. Trotzdem, liebe Kinder, gebt fein Acht, Papi wird Euch zu Weihnachten nicht das Crashtestballett aus dem Werbespot nachspielen!

Renault Laguna Grandtour 2.0 dCi Hubraum: 1995 ccm
Leistung: 150 PS
Kraftstoff: Diesel
Beschleunigung (0-100 km/h): 9,7 sec
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
Verbrauch (Mix): 6,1 l
CO² Ausstoß: 160 g/km
Länge: 4803 mm
Breite: 1811 mm
Höhe: 1445 mm
Gepäckraum: 508 Liter bis 1593 Liter (umgebaut)
Preis ab: 26.650 Euro

Von Sabine Franz
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
wilburwalsh (05.12.2007, 17:38 Uhr)
atticus
Atticus Finch war eine als toleranter, liberaler und kluger Rechtsanwalt angelegte Romanfigur.
Leider scheint hier ein bornierter Spiesser diesen Namen zu missbrauchen...
Über Design mag und soll man ja noch streiten und dikutieren dürfen, aber Machosprüche, Anti-
Frauen und/oder wahlweise Schwulensprüche haben hier und bei dem Thema aber wohl nix verloren.
CheSmittyVara (05.12.2007, 15:23 Uhr)
Innere Werte?
Wenn da auch noch über innere Werte geschrieben wird: hat schon jemand mal einen KfZ-Sachverständigen in den Motorraum eines (zugegeben älteren) Renault oder Citroen schauen lassen?
Ich schon: da wechseln sich Erstaunen, Verwunderung und Verzweiflung sekündlich ab. Nur Bewunderung kommt nie auf, weil die Franzosen zwar viel, viel in ihre Autos reinpacken, aber eben nicht so richtig zusammen passt (das mag bei WRC-Cars anders sein).
atticus (05.12.2007, 11:01 Uhr)
Ich schließe nicht von mir auf andere,
ich bleibe dabei. Auch wenn man vom biologischen Standpunkt möglicherweise männlichen Geschlechts ist, wenn man diese Kiste aufregend/außergewöhnlich/anders findet, ist man kein Mann... Naja vielleicht kann man ja einen Regenbogenaufkleber ans Hinterteil pappen. ;-)
ao77 (04.12.2007, 18:59 Uhr)
"Kein Mann..."
Wieso schließen Sie eigentlich von sich auf andere??
atticus (04.12.2007, 17:50 Uhr)
Kein Mann,
es sei denn er heisst Jean, Pierre oder Louis, wird je von einem Renault Laguna(!) (Maximal von einem Alpina) schwärmen und schon gar nicht von einem Heck, das aussieht, wie 150 andere ebenfalls...
Aber wenn Frauen schon mal über Autos (aus Werbeprospekten ab)schreiben und versuchen, sich vorzustellen, was Männer so denken. Und wenn ich dieses Marketinggewäsch über Coupeartige Linie etc. schon wieder höre, dann kommt mir das Croissant von heut morgen wieder hoch.
Heutzutage wird doch noch der schlimmste Designunfall zum Fast-Coupe hochgejazzt...
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