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Geländelook im Mini-Format

Der Mokka ist ein SUV, das in jede Parklücke passt. Der kleine Opel fährt wieselflink, bietet ein großzügiges Raumgefühl, doch wirklich günstig ist der Winzling nicht.

  Der Mini-SUV bietet viel Platz und Fahrspaß bei kleinen Dimensionen.

Der Mini-SUV bietet viel Platz und Fahrspaß bei kleinen Dimensionen.

Die "Sports Utility Vehicles" fahren unbeirrt nach oben, trotz Krise. Rund eine halbe Million SUV werden bis Jahresende erstmals zugelassen sein. Tendenz steigend, und der Trend hat auch das Kleinwagen-Segment erreicht. Die Entwickler trimmen die Minis auf Geländeoptik. Wie stark die Nachfrage ist, bekommt derzeit Opel mit seinem ab 18.990 Euro erhältlichen Mokka zu spüren. Europaweit liegen bereits über 40.000 Bestellungen vor. Nachteil: Händler müssen Kunden mit der Auslieferung bisweilen auf Februar vertrösten.

Opel steigt damit als erster deutscher Hersteller ins Subkompakt-Segment der SUV ein, das derzeit vor allem vom Skoda Yeti, Nissan Juke und Mitsubishi ASX dominiert wird. Gebaut wird der Mokka in Korea, zusammen mit seinem Schwestermodell Chevrolet Trax, das nächstes Frühjahr an den Start geht. Dennoch legt Opel gesteigerten Wert darauf, dass der Mokka sich deutlich vom Chevy unterscheidet und auch andere Kunden ansprechen wird. "Wir haben den Mokka durch und durch europäisch abgestimmt", sagt Chef-Ingenieur Marcus Lott. Dies soll sich nicht nur in einem höherwertigen Innenraum, sondern auch in einem präzisen Handling und besserem Komfort widerspiegeln.

Großzügiges Raumgefühl

Eine erste Testfahrt im Mokka 1.7 CDTI bestätigte das. Wieselflink und direkt lässt sich der kleine Opel-SUV selbst durch engere Kurven lenken, ohne dabei in störende Wankneigung zu verfallen. Die hohe Sitzposition behindert das sportliche Fahrgefühl. Ein wenig Kritik müssen die Rüsselsheimer höchstens für die Laufkultur des Selbstzünders einstecken. Der Vierzylinder-Diesel mit 130 PS fährt nicht mehr auf Höhe der Zeit, nervt mitunter durch ein Brummen im Bereich von 3500 U/min. Die bessere Wahl ist da momentan der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS. Die Einstiegsversion hat 1,6 Liter und 115 PS. Alle Motoren besitzen eine Start-Stopp-Funktion. Komplett neue Aggregate verspricht Opel erst ab Ende nächsten Jahres.

Eine Überraschung erlebt man im Mokka beim Thema Raumgefühl. Trotz nur 4,28 Meter Außenlänge bietet der Mini-SUV gute Platzverhältnisse, vorne wie hinten. Das Lenkrad – optional gibt es sogar ein beheiztes – lässt sich in zwei Ebenen verstellen, so dass sich eine sehr bequeme Sitzposition ergibt. Beim Cockpit setzt Opel auf eine bewährte Aufteilung, heißt: klassische Rundinstrumente mit Info-Display hinter dem Lenkrad und Klima- und Audioanlage in der Mittelkonsole. Alles lässt sich nahezu intuitiv bedienen. Hinter den Passagieren bleiben 356 Liter Kofferraumvolumen. Kein Bestwert, aber gutes Mittelmaß. Soll größeres Gepäck mit, lassen sich die Rücksitze geteilt umklappen und es entsteht eine durchgängig ebene Ladefläche – was bei SUV nicht immer selbstverständlich ist. Das maximale Volumen steigt so auf 1.372 Liter.

Preise deutlich über der Marke von 20.000 Euro

Gerade in der Stadt sorgt die ansteigende seitliche Fensterunterkante für schlechte Sicht nach schräg hinten. Parksensoren sind also zu empfehlen. Sicherheitshalber bietet Opel auch gleich eine Rückfahrkamera an. Unschlagbar zeigen sich die Rüsselsheimer Entwickler mit ihrem Fahrradträgersystem Flex-Fix (Aufpreis 590 Euro), das wie eine Schublade im hinteren Stoßfänger verschwindet. Kein anderer Hersteller bietet so eine pfiffige Lösung an. Im Mokka bekommt der Kunde zudem erstmals Sicherheitsextras, die es bislang nur in höheren Fahrzeugklassen gegeben hat. Dazu zählen adaptives Fahrlicht, Frontkamera, Abstands- und Kollisionswarner, Verkehrsschilderkennung und Spurassistent.

Die Ausstattungslinien im Mokka heißen Selection, Edition und Innovation. Schon die Basis verfügt über Radio und Klimaanlage. Der Diesel zwingt zur mittleren Ausstattung und kostet ab 23.380 Euro. Wer gelegentlich vier angetriebene Räder benötigt, muss ebenso Edition wählen und mindestens 23.790 Euro bezahlen. Eine Automatik gibt es derzeit nur für den Diesel-Mokka (24.680 Euro), soll aber nächstes Jahr auch für den Turbobenziner folgen.

Michael Specht/MID/MID
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