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18. März 2009, 11:39 Uhr

Der Lifestyle-Kreuzer

Neben Schlagzeilen produziert Opel auch noch Autos. Eines davon heißt Insignia. Über 80.000 Bestellungen sind seit November eingegangen und bringen das Werk in Rüsselsheim an seine Kapazitätsgrenze. Jetzt kommt ein weiteres Objekt der Begierde: die Kombi-Version Sports Tourer. Von Michael Specht

Opel Insignia Sports Tourer, Kombi, Rüsselsheim

Der Opel Insignia entpuppt sich als Bestseller im Mittelklasse-Segment© Hersteller/Press-inform

Wie heil wäre Opels Welt, würde man für einen Augenblick die Wirklichkeit ausblenden? Keine sterbenskranke Mutter in Detroit, keine Bürgschaften aus Berlin zum Überleben, keine Versuche, sich aus der 80-jährigen Beziehung zu lösen und in neuer Formation weiter zu bestehen.

Modellpolitisch war der Rüsselsheimer Autobauer nie besser aufgestellt als heute. Von Absatzkrise keine Spur. Die Kunden rennen den Opelanern die Bude ein, nicht nur wegen der derzeitigen Abwrackprämie. Die Verkäufe im Januar und Februar nahmen gegenüber den vergleichbaren Vorjahresmonaten um 50 und 80 Prozent zu. "Opel surft auf einer Sympathie-Welle", sagt Vize-Präsident GM Europe Alain Visser, "die Loyalität unser Kunden ist unglaublich."

Jede Woche 4000 Insignia-Kunden

Besonders das Flaggschiff Insignia - von europäischen Fachjournalisten zum "Auto des Jahres 2009" gewählt und seit November auf dem Markt - scheint alle Rüsselsheimer Rekorde zu brechen. Über 80.000 Bestellungen sollen laut Hersteller bei den Händlern liegen. "Wöchentlich kommen rund 4000 hinzu", sagt Visser. Doch nur etwa 800 Einheiten können im Zweischichtbetrieb pro Tag hergestellt werden. Und mit dem jetzt anlaufenden Sports Tourer wird die Sache nicht besser. Auf mehr als 70 Prozent schätzt Opel die Kombi-Kaufrate. Es drohen längere Lieferzeiten. Um die so kurz wie möglich zu halten, werden für den Insignia ab Mai jeweils am Samstag Sonderschichten gefahren.

Opels Hoffnungsträger entpuppt sich zu einem Bestseller im Mittelklasse-Segment. In den ersten beiden Monaten 2009 war der Insignia in Europa das meistverkaufte Auto seiner Klasse, lag vor Passat und Mondeo. Dem eleganten Sports Tourer könnte es genauso ergehen. Einen schöneren Kombi hat Opel nie gebaut. Dass sich ein paar Traditionalisten daran gestoßen haben, dass er nicht mehr die Bezeichnung Caravan trägt (so hießen Opels Kombis seit 1953) tut dem Erfolg keinen Abbruch. Auch 1970 gab es mal einen Ascona Kombi, der Voyager hieß und 1989 einen Omega mit dem Namen Power Wagon.

Größer als der letzte Omega

Mit 4,91 Meter Länge überragt der Insignia Sports Tourer sogar den einstigen Omega Caravan, wirkt durch sein Design jedoch deutlich kompakter. Bei allem Sinn für Ästhetik haben die Opel-Entwickler nicht den Nutzwert aus den Augen verloren. Die ungewöhnlich gestylte Heckklappe (sie trägt beide Rückleuchten) gibt einen weiten Bereich zum Beladen frei. Der Kofferraumboden ist durchgängig eben, keine Federbeine engen die Breite ein. Die Rücksitzlehnen lassen sich mit einem Handgriff geteilt umlegen, erweitern das Volumen von 540 auf 1530 Liter. Ein gut durchdachtes Befestigungs- und Schienensystem sorgt für Ordnung im Gepäckabteil. Selbst bis zu 1,91 Meter lange Pakete von Ikea oder Bretter vom Baumarkt können trocken nach Hause gefahren werden und zur Not könnte der Kombi auch als Nachtquartier herhalten.

Neuer Biturbo-Diesel mit 190 PS

Mit dem Sports Tourer debütieren zwei neue Turbo-Motoren, ein 1,6-Liter-Benziner mit 180 PS sowie ein Zweiliter-Diesel. Letzterer wird sogar von zwei Turbinen beflügelt und leistet 190 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment. Leider gehört er nicht zu den leisesten seiner Art und macht vor allem beim Beschleunigen recht deutlich auf seine Arbeitsweise aufmerksam. Obendrein ist er auch nicht der Sparsamste in seinem Segment. 6,7 Liter gibt Opel an. Zum Vergleich: Ein ähnlich großer Diesel in der neuen Mercedes E-Klasse (204 PS, 500 Nm) soll auf nur 5,3 Liter kommen. Besserung verspricht Opel mit einer für den Sommer geplanten Ecoflex-Version und 160 PS. Hier sind 140 Gramm CO2 das Ziel, was einem Verbrauch von ebenfalls rund 5,3 Litern pro 100 Kilometer entspricht.

Günstig ist der Selbstzünder-Spaß allerdings nicht. Bislang gibt es den starken Dieselmotor nur in Verbindung mit Allradantrieb zu einem Preis von 37.875 Euro. Als Automatik in der Topausstattung Cosmo kostet der Wagen sogar 42.910 Euro. Das sind Welten von der Einstiegsversion entfernt. Mit dem 115-PS-Benziner ist Opels Kombi-Flaggschiff schon ab 23.990 Euro zu haben.

Von Michael Specht
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
tolate (20.03.2009, 09:26 Uhr)
Zu Teuer
würde dieses Auto zwischen 18tsd (Grundausstattung) und 25tsd (Topversion) kosten wäre es eine wirkliche Alternative für "normalverdiener" und könnte den überteuerten Premiumkisten Paroli bieten. Für den Preis? Da legt man dann wirklich lieber noch 3-5 tsd Teuronen drauf (wenns sein muss!)und kauft sich RICHTIGEN Luxus.
michianso (19.03.2009, 09:42 Uhr)
Geschmackssache
Per Zufall stand ich letzte Woche in einem Opelautohaus und konnte mir den Insignia Sports Tourer in aller Ruhe betrachten.
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Mag der Innenraum zwar einen deutlich besseren Qualitätseindruck erwecken als frühere Modelle und auch schwungvoll harmonisch und damit relativ ansprechend designed sein, so empfand ich es dennoch als unmöglich, sich auf Anhieb wohlzufühlen. Alles wirkte eng, wuchtig, klobig, die Schalter nicht wirklich logisch verteilt. Mit 190 Grösse war zudem trotz höhenverstellbarer Sitze keine Luft mehr zwischen Dach und Kopf, so dass eine aufrechte, bequeme Haltung unmöglich war.
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Als den grössten Witz empfand ich jedoch den Kofferraum. Diese überdimensional breite Klappe, die eine 30 cm tiefe Ladekante offenbart, sich nicht weit genug öffnen lässt um darunter stehen zu können ohne sich den Kopf anzuschlagen und die als Spielerei in die Seitenwände integrierten Warn-Leuchten sind einfach nur lächerlich. Letzteres sieht aus, als hätte der Wagen einen Nissan Micra verschluckt. Würde ich den Wagen fahren, würde ich die Einkäufe auf die Rückbank legen und die Kofferraumklappe versiegeln.
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Auch die sonstigen Spielereien wie z.B. die Lichtkante, die hinter den vorderen Kotflügeln beginnend über den Seitenschweller hinweg auf die hinteren Kotflügel zugeht, ist nichts weiter als ein erbärmlicher Versuch, sich von der Masse abzuheben, der aber nur dazu führt, die ansonsten schöne Seitenansicht zu zerstören.
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Wie man einen wirklich schönen Insignia baut, zeigt ausnahmsweise mal Chrysler mit dem 200C: http://static.rp-online.de/layout/showbilder/40972-Chrysler%20200C%20EV%20electric%20concept%20_afp.jpg. Zwar ist das Ding - wie üblich - etwas zu gross geraten, aber dafür stimmen Linien und Proportionen einfach perfekt.
JanvanHelsing (19.03.2009, 07:36 Uhr)
qblacky007
Es spielt eigentlich keine Rolle mehr ob man zu echtem Holz greift oder zu Plastik.
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Das Trägermaterial ist immer Kunststoff, rein aus Gewichtsgründen.
Der Kunde verlangt immer mehr Komfort/Ausstattung bei niedrigerem Verbrauch, dies lässt sich nur durch sparen am Gewicht realisieren.
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Im übrigen alle Fahrzeuge mit viel Elektronik und Komfort werden nach ca. 10Jahren eh stehen bleiben, weil es keine Softwareupdates mehr gibt und alle Airbaigs ausgetauscht werden müssen, weil die Zünder nicht mehr funktionieren könnten.
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Aber Hauptsache das Image ist gut, Ein Wagen soll mich von A nach B transportieren, mit ein wenig Komfort.
Wohnen tue ich zu Hause
JanvanHelsing (19.03.2009, 07:22 Uhr)
@blacky007
Einen Unterschied gibt es in der Tat.
Das Furnier wird auf gepresste Pflanzenfasern aufgeklebt.
Jedoch das Fotoholz eben so, nur das hier die Oberfläche einer Holzstruktur nachempfunden wurde bevor die Folie aufgebracht wurde.
Das gemeine ist, Optik und Haptik sind nicht von Echtholzfurnier zu unterscheiden, ausser man würde es wiegen, das echte ist schwerer.
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alles weitere unten unter Wiederverkaufswert???
Blacky007 (18.03.2009, 21:17 Uhr)
@JanvanHelsing
Dass ich Echtholz nur bei Bentley, Rolls und anderen Kisten dieser Klasse bekomme ist mir bewusst, genauso, dass es sich bei Autos in meiner Preisklasse um Funier handelt. Aber es besteht wohl ein Unterschied zwischen Furniert und Plastik?
Eisenbaer (18.03.2009, 19:27 Uhr)
Ascona Voyage bitteschön...
...abgeleitet aus dem Französischen und die Luxusversion des gleichzeitig hergestellten Ascona Caravan darstellend.
Silbador (18.03.2009, 18:16 Uhr)
Wertverlust bei Opel ist extrem
oder wie Stromberg sagen würde "extremst".
Jahreswagen vom Vectra kosten in der Regel die Hälfte des Neupreises. Da rechnet sich der Neuwagen nur für Opa Schmitz, der den Wagen fährt bis er auseinanderfällt und der maximal 10.000 km im Jahr fährt.
Und ob der mit einem Mazda nicht doch besser bedient ist, weil der qualitativ mehr zu bieten hat, will ich hier gar nicht zur Diskussion stellen.
JanvanHelsing (18.03.2009, 17:29 Uhr)
@blacky007
Sie scheinen mir ja ein richtiger Experte zu sein...
Gehören sie auch zu den Echtholzgläubigen???
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Dann muß sie nun enttäuschen, es gibt drei Arten von "Holz", das Furnier auf Plastik, ab ca 50.000 Euro aufwärts und das Fotoholz mit Holzhaptik, ist en bisserl teurer aber kein Holz, dann gibt es noch Holzoptik, was z.Zt am meisten verbaut wird, neben Klavierlack und KevlarCarbon Optik...aber Holz verbaut man nur noch in England und bei Maybach...oder in den Tuningmanufakturen.
Blacky007 (18.03.2009, 17:20 Uhr)
Johann58
Seien Sie mir nicht böse, aber wenn ich 30.000 und mehr Euro auf den Tisch lege, dann möchte ich doch etwas hochwertigere Materialien, als eine billige Plasitkleiste im Holzdesign. Wenn ich nur 10.00 ausgeben will/kann, dann schraube ich meine Ansprüche auch entsprechend nach unten.
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Zudme finde ich es ohnehin einen Witz: da wird ein Auto bereits vor Release zum Auto des Jahres gekürt, obwohl es sich noch keinen Meter bewährt und seine Alltagstauglichkeit nicht für eine Sekunde unter Beweis gestellt hat.
JanvanHelsing (18.03.2009, 17:11 Uhr)
Wiederverkaufswert???
Was, Bitteschön, hat denn heute von den Kisten noch einen angemessenen Wiederverkaufswert?
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Wenn wir hier über Sportwagen ala Ferrari, Porsche o. so sprechen dann haben wir Wiederverkaufswert, sogar Wertsteigerung, aber ob BMW, Mercedes, OPEL, VW, AUDI, FORD und wie sie noch alle heißen, einen Wiederverkaufswert haben wage ich dezent zu bezweifeln.
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Im EU- Bereich zahle ich für einen Wagen der hier diskutierten Klasse zwischen 10 und 20% weniger, bei gehobenerer Ausstattung als in De..
Warum?, weil der deutsche Autokäufer immer noch so blöd ist und für jedes sinnvolle Zubehör Aufpreis bezahlt, die in F, B, L, E, I, A, und Skandinavien serienmäßig verbaut sind.
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Aber dem Deutschen Michel ist sein Auto ja was wert, die Industrie hat bis zum heutigen Tag gut daran verdient und auf Messen in D lachen wir uns kaputt über die Deppen die staunend vor den Exponaten stehen und beim nennen des Preises große Augen kriegen....
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Viel Spaß beim nächsten Autokauf...
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