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1. Dezember 2009, 09:54 Uhr

750 Millionen für den Audi-Maximus

Eine dreiviertel Milliarde Euro pumpte Audi in die Entwicklung des Top-Modells. In Miami Beach wurde der neuen A8 enthüllt. Der Über-Audi soll die Konkurrenz deklassieren. Von Michael Specht

Premiere Audi A8

Die Oberklasse wird wieder boomen, wenn die Krise vorbei ist© Audi

Audi ist eine Macht geworden – die SUV's aus Ingolstadt, der A4 und der A6 müssen sich vor den BMW- und Mercedes-Modellen nicht verstecken. Der A8 müsste das eigentlich auch nicht, nur in der Oberklasse fehlt den Wagen mit den vier Ringen noch der Nimbus. Das soll der neue A8 nun ändern.

"Der A8 steht für alles, was Audi kann." Große Worte für ein großes Auto. Audi-Chef Rupert Stadler ist sichtlich stolz auf sein "Baby", das er gestern im Rahmen der beiden berühmten Messen "Design Miami" und "Art Basel Miami Beach" erstmals der Weltöffentlichkeit präsentierte. Der neue A8 - intern D4 genannt - ist außerdem das erste Audi-Modell, das komplett unter seiner Regie entstand. Die Luxuslimousine, dessen Entwicklung rund eine dreiviertel Milliarde Euro verschlang, soll in der automobilen Oberliga künftig das Maß der Dinge sein. Vorsprung durch Design, durch Effizienz, durch Qualität, durch Technik.

Zu den wirklich verbesserungswürdigen Automobilen gehört Audis Flaggschiff eigentlich nicht. Auch nach sieben Produktionsjahren steht das Aushängeschild der Marke optisch noch immer proper dar. 145 000 Stück verkaufte Audi weltweit von dieser Baureihe, so viel wie nie zuvor. Für Stefan Sielaff war dies auch ein Grund, dem Nachfolger kein radikal anderes Blechkleid zu verpassen. Behutsam verändern hieß seine Devise. Evolution. Keine Kunden verschrecken, keine Experimente. Wie beim Porsche 911. Sielaff, Chef-Designer von Audi und ein Mann, der lieber Dior-Schal als Krawatte trägt, gelang es, den neuen eine Spur eleganter erscheinen zu lassen als den alten, ohne jedoch bei der Sportlichkeit einzubüßen. "Der neue A8 ist sehniger", sagt Sielaff.

Premiere Audi A8

Der stolze "Papa": Audi-Chef Rupert Stadler© Audi

Leichteste Limousine der Klasse

Zunächst einmal ist er mit 5,13 Meter sechs Zentimeter länger. In der Breite wuchs die Limousine um vier Zentimeter. Trotz des Größenwachstums konnte Audi mit 1825 Kilogramm das Gewicht halten. Der A8 ist dank seiner Alukarosserie fast 200 Kilo leichter als ein Siebener-BMW mit Allradantrieb. Zur Mercedes S-Klasse beträgt der Unterschied 120, zum Lexus gar 250 Kilogramm. Da die Höhe beim A8 nahezu unverändert blieb, wirkt das Auto gedrungener. Wer trotzdem Schwierigkeiten hat, das Flaggschiff auf Anhieb als Nachfolgemodell auszumachen, braucht ihm nur in die Augen zu schauen. Ein solch hakenförmiges LED-Band als Tagfahrlicht hat kein anderes Mitglied der Audi-Sippe. Nicht wenige Kunden könnten diese Optik allerdings als zu aggressiv empfinden.

Touchpad im Cockpit

Ruhe dagegen kehrt in den Innenraum ein. Hier zeigt Audi erneut, für was die Marke steht und auf was es im Interieur ankommt: klassische Eleganz statt Deko-Firlefanz, hochwertige Materialien, perfekte Verarbeitung, intuitive Bedienung. Wieder wurden Holz, Metall, Leder, Kunststoffe und Farben so geschickt miteinander kombiniert, dass man sich wie in einer edlen Designer-Lounge fühlt. Sofort ins Auge fallen die in die Breite gezogenen Instrumente. Dazwischen hat jetzt ein großes Display Platz. "Wir möchten das Cockpit flacher und leichter erscheinen lassen", so Sielaff. Markant ist auch der riesige, ausfahrbare Monitor über der Mittelkonsole. Bedienen lässt er sich sowohl über den bekannten MMI-Dreh-Drücksteller als auch über ein Touch-Pad unmittelbar vor dem kleinen Automatikhebel. Ähnlich wie bei einem Laptop genügen ein paar zarte Fingerberührungen. Kleines Gimmick: Wer möchte, kann beispielsweise die Navi-Adresse handschriftlich über das Touch-Pad eingeben. Das System erkennt den gemalten Buchstaben.

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KOMMENTARE (10 von 25)
 
Aquarius2 (03.12.2009, 19:14 Uhr)
@SpringbokCT
In allen Fällen, in denen Gewinne und Verluste
vollständig privatisiert oder
vollständig sozialisiert werden.
(Dumm macht die Kenntnis einiger Werke des K.M. übrigens auch nicht.)
SpringbokCT (03.12.2009, 06:40 Uhr)
Aquarius2
Bei welchem Thema bauen Sie denn keine Brücke zum Marxismus?
gesox (02.12.2009, 20:14 Uhr)
CO2-Ausstoß von 219 Gramm
Das nenne ich zeitgemäß - ein Wagen, der doppelt so viel Sprit verbraucht und doppelt so viel CO2 raushaut wie eine andere fünfsitzige Limousine, und einen Hybrid gibt es erst 2011, also lediglich 12 Jahre nach Markteinfühung des Toyota Prius. Unsere Autobauer sind wieder mal ganz vorne mit dabei...
Es mag ja sein, daß Asiaten und Amerikaner solche Dickschiffe mögen, aber geht da nicht noch was, liebe Audi-Ingenieure? Muß es denn unbedingt die Motorleistung eines Flugzeugträgers sein, wenn der Wagen denn so schön leicht geworden ist kann man doch als angemessene Beschleunigung von Null auf halbe Lichtgeschwindigkeit auch ein paar Sekunden mehr ansetzen.
Aquarius2 (02.12.2009, 18:17 Uhr)
"Audi-Maximus"
Der Titel ist gut.
Irgendwie baut sich in den letzten Monaten bei mir auch eine gedankliche Brücke zwischen Auto und Marxismus auf.
Woher kommt das nur?
mid63 (02.12.2009, 12:56 Uhr)
Im Exteriordesign eine Melange in Alu ...
aus Versatzstücken des A4/A5 gekreuzt mit dem abzulösenden A8. Gewürzt von den Leuchtenstylisten des A3 und R8, die nun mal was Großes machen durften, aber nicht konnten.

Vom Exteriordesign der Audis bin ich schon seit Jahren nicht verwöhnt, doch schlimmer geht wirklich immer. Herr Sielaff hat das Ziel erfolgreich erreicht, mit minimalstem Design größtmögliche Langeweile zu verbreiten! Er selber träumt zwar, wie an anderer Stelle zitiert, vom neuen A8 im Museum-of-Modern-Art. Egal was er für diese Vision vorher eingeworfen hat, er soll mehr davon nehmen, dann kommt auch möglicherweise wieder Bewegung in das festgefahrene Audi-Design!

Dumm nur, wenn die eigenen Händler wegen des benötigten Spezialwerkzeugsatzes zur Reparatur des in solchen Fällen heiklen Audi Space Frames und der Vermarktungsvorgaben in Sachen Showroom und Vorführfahrzeugen besonders viel Geld in die Hand nehmen müssen, um den A8 überhaupt verkaufen zu dürfen.Oder wird das beim neuen A8 anders gehandhabt - im Zeichen der Finanzkrise?
tomcat68 (02.12.2009, 12:35 Uhr)
im westen nichts neues....!!!
kommt mir beim betrachten des A8 in den sinn. man nehme einen A4, bläßt ihn auf, die front unverändert, nur die rückleuchten wurden designmäßig durchgestylt, fertig ist der neue A8. größer, teurer....etc.

mit den singleframegrill hat sich audi ein ei ins nest gelegt, von den die audianer nicht mehr so schnell wegkommen. es sei dann nur, wenn ein designer mut zeigt, das audigesicht zu verändern.
SeppJones (02.12.2009, 12:26 Uhr)
Irgendwie habe ich das Gefühl da wurde
die geplante Neuauflage des VW Phaeton ein wenig Richtung altem A8 abgeändert und fertig war der "Neue" A8.
Da gibt es wohl für den Phaeton keinen Nachfolger mehr?
jo--jo (02.12.2009, 12:25 Uhr)
Au ne
Sehr geschmäcklerisch und überladen... das Kunstwerk aus dem großen Baukasten ;-)
ks1301 (02.12.2009, 11:27 Uhr)
na, alles korrekt?
ein Schelm der da Böses denkt! Freiflug, 5-Sterne Hotel, tolle Bewirtung... Wer da nicht Positives berichtet ist beim nächsten Mal nicht dabei! Nehme den Artikel nicht ernst!
GKF1964 (02.12.2009, 10:55 Uhr)
Ein gelungenes Nachfolgemodell
Dass die Ingolstädter sehr gute und qualitativ hochwertige Fahrzeuge bauen, kann man an dem Nachfolgemodell sehr schön erkennen.

Hier wird deutsche Ingenieurskunst in reale Werte umgesetzt.
Man darf vermuten, dass man selbst bei diesem Fahrzeug, die Uhr noch im Stillstand ablesen kann. Dies ist bei Entwicklungsleistungen ausserhalb Deutschlands, nicht immer gegeben. ;-)
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