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4. November 2008, 14:06 Uhr

Der Billig-Beachboy

Die Franzosen planen einen vielseitigen Strandflitzer. Wie einst Citroën Mehari und Renault Rodeo soll der Dacia Sand’up Cabrio und Pick-up kombinieren – und auch noch als elegantes Coupé durchgehen.

Die Strandcoupé-Studie von Dacia rollt auf 18-Zoll-Felgen über die sandige Küste.© Hersteller/PressInform

Eine Blechkiste mit zwei Sitzen, ein bisschen Motor vorne und rundum ganz viel Platz für die Sonne: Das waren Citroën Mehari und Renault Rodeo. Noch heute sieht man die französischen Strandmobile an den Küsten oder Inseln Südeuropas. Der Mehari basierte auf der Ente, der Rodeo auf dem R4. Nun zeigt Dacia mit der Studie Sand´up Concept, wie das Strandmobil der Zukunft aussehen könnte.

Basis ist der kompakte Viertürer Sandero. Der Sand´up ist ein Zweitürer, bei dem aber nur noch die Front an den Sandero erinnert. Das Auto rollt auf 18-Zoll-Felgen und trägt rundum Schutzleisten. Der hintere Teil des Wagens besteht aus einer Pickup-Ladefläche, die mit einem Hardtop abgedeckt werden kann. Die Türen sind komplett durchsichtig, um dem Fahrer das Rangieren zwischen Felsen und Sonnenschirm zu erleichtern und den Passagieren nicht den Blick auf braungebrannte Bikini-Babes am Strand zu versperren. Mit ein paar Handgriffen wird der 2+2-Sitzer außerdem zum Cabrio.

Dacia Sand´up: Der Strandflitzer lässt sich mit wenigen Handgriffen in ein Cabrio verwandeln.

"Das Concept Car beweist eindrucksvoll, dass auch ein besonders preiswertes Fahrzeug modebewusster Trendsetter sein kann", glaubt man bei Renault.

Entwickelt wurde die Designstudie von der südamerikanischen Konzernabteilung "Renault Design America Latina". Sie hat sich dafür Anregungen bei der Lifestyle- und Strandszene Brasiliens geholt. In Südamerika wird das Billigauto Sandero unter dem Renault-Markenzeichen verkauft, der Dacia Sand´up trägt daher auch den klassischen Rhombus am Kühlergrill.

Meilenweit vom Purismus entfernt

Ob aus dem Entwurf einmal ein Serienmodell werden könnte, verraten die Franzosen nicht. Ein Detail dürfte es jedenfalls kaum in die Massenproduktion schaffen: Die beiden Türen schwingen mit einem Hydrauliksystem wie beim Renault Laguna Coupé Concept Car sanft nach oben.

Wenn man das Hardtop abnimmt, bleiben die beiden bogenförmigen Dachrelingträger aus Aluminium stehen. Sie reichen bis zu den Heckleuchten und dienen zur Befestigung von Surfbrettern oder anderen Sportgeräten. Die hinteren Sitzplätze verschwinden bei Bedarf im Wagenboden. Dann lässt sich die Ladefläche um 40 Zentimeter verlängern, so dass eine Gesamtladelänge von 1,70 Metern zur Verfügung steht. Mit einer Zuladung von einer halben Tonne soll der Strand-Dacia auch für schweres Sportgerät gerüstet sein. Die Heckklappe ist wie beim Renault Koleos horizontal zweigeteilt, wobei die obere Hälfte am Hardtop befestigt ist.

Vom Purismus eines Renault Rodeo ist die Dacia-Studie allerdings genauso weit entfernt wie von der Serienreife. Bei der Entwicklung von Studien dürfen Designer nunmal träumen - auch bei Dacia. Die vorderen Passagiere nehmen in roten Sportsitzen Platz. In die Rückenlehnen sind kleine Koffer integriert. Kameras ersetzen die Rückspiegel und übertragen das Bild auf den Navigationsmonitor. Billig ist anders.

Jürgen Wolff / pressinform
 
 
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