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Wie geschaffen für den Stromantrieb

Klein, leicht und für lange Strecken sowieso denkbar ungeeignet: Der Smart bringt ideale Voraussetzungen für einen Elektroantrieb mit. Der Smart eletric drive überzeugt. Leider ist er viel zu teuer.

  Eingermaßen flott, lädt der Smart nur an der Schnellladesäule. Kostenpunkt 3500 Euro.

Eingermaßen flott, lädt der Smart nur an der Schnellladesäule. Kostenpunkt 3500 Euro.

Elektrisches Fahren sei für den Smarteine riesengroße Chance, sagt Smart-Chefin Annette Winkler. Mal wieder eine neue Chance, möchte man ergänzen. Seit 1998 wird der Smart gebetsmühlenartig als Mobilitätprojekt angepriesen. Glaubhafter wurden die Aussagen dadurch nicht und der Kunde strafte das kleinste Modell in der Daimler-Familie meist mit eindrucksvoller Missachtung.

Immer wieder dufte man sich anhören, dass der Smart seiner Zeit einfach voraus und schlicht zu früh am Markt war. Fehler eingestehen möchten bei Daimler nur wenige, dabei war und ist der Smart ein Flop - und zwar ein gigantischer. Wirtschaftlich hat das Projekt seit Mitte der 90er Jahre weit mehr als fünf Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

Doch noch bevor die nächste Smart-Generation aus den zusammen mit Renault-Nissan gelegten Eiern schlüpft, könnte der Smart Fortwo eletric drive eine erste Trendwende einleiten. Denn ernsthaft betrachtet bietet er das, was Ideengeber Johann Tomforde Anfang der 80er Jahre ausbaldowerte. Die dritte Generation ist Smart Fortwo ed unterscheidet sich optisch nur marginal von seinem Vorgänger und auch die Leistungsdaten reißen einen nicht in den Begeisterungsstrudel Richtung Elektromobilität. Doch so zahlreich und erfolglos die meisten Elektroprojekte bisher auch sind: wenn ein Elektromotor in ein aktuelles Fahrzeug passt, dann ist es der Smart. Der hat mit mäßigen Fahrleistungen, wenig Platz und keinerlei Langstreckenkomfort auf Autobahnen sowieso nichts verloren.

Da fällt es auch kaum negativ ins Gewicht, dass die Elektroversion statt der sonst üblichen 145 km/h gerade einmal 125 km/h Spitze läuft und auch sonst keinen Micro-GTI zu mimen versucht. Doch der neue Permanentmagnet-Synchron-Elektromotor im Heck mit dem 17,6 kWh großen Akkupack und verbesserter Technik sorgen immerhin dafür, dass man nicht mehr als bewegliches Verkehrshindernis durch die Städte surrt. "Andere haben Benzin im Blut", so Dr. Annette Winkler, "unser Smart hat das elektrische Fahren in den Genen."

35 Kilowatt Dauerleistung und ein kurzeitiger Zugriff von 55 kW sind allemal ausreichend, um den knapp eine Tonne schweren Heckriebler in der Stadt flott zu bewegen. Das Mehrgewicht von rund 150 Kilogramm im Vergleich zu den Verbrennermodellen ist gigantisch und durch den Lithium-Ionen-Akku im doppelten Boden zu erklären. Doch besonders die Kick-Down-Funktion mit vollem Leistungsabruf ist ein echter Gewinn für den Fahrer, der sich nach wie vor über das Fahrwerk des Citywinzlings ärgert. Statt des schlechten sequentiellen Getriebes ist die Elektroversion nur mit einer Untersetzung ausgestattet, die die Drehzahl des 130 Nm starken E-Motors von 12.000 U/min auf Maximaltempo 125 herunterjongliert. Das nervige Nicken des Fahrzeugs in Benziner und Diesel bleibt außen vor.

Die Reichweitenangabe von bis zu 145 Kilometern erscheint bei den ersten Testfahrten realistischer als bei vielen anderen Elektroautos. Das ist nicht viel und insbesondere für das Sicherheitsempfinden vieler potenzieller Kunden immer noch zu wenig. Doch an sich hat der mehr als alltagstaugliche Smart Fortwo electric drive nur zwei echte Makel. Eine Ladezeit von sieben Stunden an einer normalen Steckdose ist schlicht indiskutabel. Mit der Schnellladung sind es immer noch sechs Stunden und nur wer sich für eine mehr als 3.500 Euro teure Power-Ladestation in der Garage entscheidet, kommt mit einer Stunde aus, um den müden Akku wieder zu erstarken.

Problem Nummer zwei ist nicht weniger einschneidend. Der Preis für einen Elektro-Smart ist schlicht zu teuer. Daimler will sein Elektromodell am liebsten nur als Kauf-Miet-Modell an den Kunden bringen. Heißt, das Auto wird für 18.910 (Coupé) bzw. 22.000 Euro (Cabrio) erworben und der Akku für 65 Euro monatlich gemietet - zehn Jahre lang. Heißt, in dieser Dekade bezahlt der Kunde für Wartung und Garantie 7.800 Euro zzgl. der jährlichen Servicekosten. Bei den Stromkosten spart man im Vergleich um Benziner, die Schnelladesäule zehrt diesen Vorteil allerdings auf.

Wer das Auto mit dem Akku komplett kaufen will, bezahlt mindestens 23.680 bzw. 26.770 Euro. So wird der Smart Fortwo electric drive zu einem wahren City-Vergnügen, aber einem wahrhaft teuren. Das hatte Johann Tomforde in den 80ern ganz anders im Sinn, als er zusammen mit Swatch-Gründer Nicolas Hayek das smarte Mobilitätskonzept entwarf.

Press-Inform/pressinform

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