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22. April 2008, 16:30 Uhr

Rächer im Land der Plagiate

Auf Chinas Straßen gibt es bereits einen Mogelsmart. Technisch ist der Noble von Diamond on the Crown nur ein Abklatsch. Aber ein billiger: Er kostet etwa 2000 Euro. Im Sommer 2009 wagt sich der echte Fortwo in die Höhle des Löwen.

Der SUV-Smartie kommt natürlich nicht aus Schwaben. Es handelt sich um Weiterentwicklung aus China© Press-Inform

Der Daimler-Konzern hat mit der zweiten Fortwo-Generation einiges vor. Anders als beim 1998 vorgestellten Ursprungs-Smart kommt der aktuelle Einkaufshelfer nicht nur nach Europa oder Nordamerika, sondern auch nach China. "Auch in China beobachten wir inzwischen ein immer stärkeres Interesse der Kunden an unserem hochwertigen und gleichzeitig verbrauchsarmen Smart Fortwo. Ich bin sicher, dass er durch sein einzigartiges Konzept binnen kurzer Zeit viele Lifestyle-orientierte Kunden in den Großstädten Chinas begeistern wird", so Daimler-Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche auf der Auto China. "Denn der Fortwo überzeugt nicht nur durch seine beispielhafte Sicherheitsausstattung, dem smart typischen Design, sondern natürlich auch durch höchste Qualität und Zuverlässigkeit."

Plagiat kostet keine Kunden

Derzeit ist der kleinste Mercedes in 37 Ländern erhältlich. Seit der Einführung der ersten Modell-Generation im Jahr 1998 wurden über 870.000 Smart Fortwo ausgeliefert. Mit dem Verkaufsstart in China sollen nicht nur neue Kunden gewonnen werden, sondern auch ein Zeichen im Reich der Mitte gesetzt werden. Man will sich von Plagiatsfirmen wie Diamonds on the Crown mit einem nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Der chinesische Hersteller zeigt auf der Auto China mit dem "Noble" die neueste Generation des viersitzigen Smart-Zwillings. Dr. Dieter Zetsche: "Wir müssen uns gegen die Plagiate natürlich formell wehren und haben die nötigen Schritte unternommen. Doch den Schlaf rauben die uns nicht. Hier verlieren wir keinen Kunden."

Technisch anderes Konzept

Die optischen Ähnlichkeiten fallen innen und außen sofort auf. Technisch liegen der 2,70 Meter lange Smart und sein 3,01 Meter langes Gegenüber dagegen alles andere als eng beieinander. So ist der Noble ein kleiner 2+2-Sitzer, während im Fortwo nur Platz für zwei Personen plus Gepäck ist. Für den Antrieb des Noble stehen zwei Vierzylinder mit Leistungen von 55 und 69 PS zur Verfügung. Die 1,0- bzw. 1,1 Liter großen Triebwerke mit acht und 16 Ventiltechnik und Drehmomenten von 74 und 88 Nm maximalem Drehmoment sollen durchschnittlich nicht mehr als 4,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen und die Schadstoffklasse drei einhalten. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 125 bzw. 140 km/h. Während die Basisversion mit manueller Fünfgangschaltung und Automatik zu bekommen ist, ist das Topmodell ausschließlich mit einer Handschaltung versehen. Während der Smart Fortwo Motor, Antrieb und Getriebe im Heck trägt, hat der Noble sein komplettes Energiebündel im Vorderwagen.

Das Original ist clever, wertig und deutlich teurer© Hersteller

Aufwändig gegen Billig

Serienmäßig bietet der asiatische Doppelagent unter anderem vier sitze, elektrische Fensterheber und eine Funkfernbedienung sowie 15 Zoll große Alufelgen. In der Liste der Optionen findet man unter anderem ein Sonnendach, Doppelairbags, vier Scheibenbremsen, DVD-Navigation. Die Tridion-Sicherheitszelle des Smart ist optisch angedeutet. Technisch muss der Noble jedoch mit einem gewöhnlichen Rahmen auskommen. Ähnlich wie Plastikinterieur gilt: mehr Schein als Sein.

Wenn den Daimlern zum Marktstart im übernächsten Sommer etwas Kopfzerbrechen bereiten wird, dann wird es der Preis sein. In China wird der Noble für umgerechnet kaum mehr als 2.000 Euro angeboten. Lifestyle hin und Sicherheitsausstattung her wird sich der Smart Fortwo mächtig bücken müssen – der startet in Europa über 11.000 Euro.

Stefan Grundhoff; press-inform

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
guinness.1 (22.04.2008, 18:14 Uhr)
Von wegen höchste Qualität....
...und smart typisches Design!
Wer die Gelegenheit hat, den neuen mit dem alten Smart zu vergleichen, der wird unter anderem folgendes feststellen im neuen Smart:
- große Einsparungen im Innenraum durch billige und billig wirkende Verarbeitung (z.B. am Schiebedach)
und
- zusammengeschustertes Design im Innenraum, die Proportionen stimmen nicht zusammen, alles sieht spießig-konservativ aus
- außen die Proportionen stimmen auch nicht mehr, seit der Smart an manchen Stellen normgerecht umgebaut werden mußte, er wurde dadurch länger und zum Teil eckiger.
Wen Herr Zetsche damit hinterm Ofen vorlocken will, ist unklar.
Zumal er bei normaler Fahrweise auch nicht gerade sparsam im Verbrauch ist.
Für mich ist dieser Smart ein alter Hut.
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