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Waidmanns Heil!

Allrad-Nutzwert statt Offroad-Optik lautet das Erfolgsrezept des Forester. Subaru baut den soliden Wagen für diejenigen, die Bodenfreiheit und Traktion im Alltag wirklich brauchen. Mit Gasantrieb fährt es sich außerdem umwelt- und kostenbewusst.

Von Gernot Kramper

Von außen gibt sich der Forester als knorriger Kauz zu erkennen. Hochbeinig, massig und kantig tritt Subarus Verkaufsschlager auf. Ein mattgraues Schürzenkleid umgibt die gesamte Karosse. Nicht in Wagenfarbe lackiert, der Allrad-Waldmeister soll nämlich wirklich durchs Gebüsch fahren können, ohne dass man hinterher zum Lack-Doktor müsste.

Die allgemeine Glättungskur, die Subaru seinen Modellen angedeihen lässt, hat das Massenmodell Forester noch nicht ganz erreicht. Im Blech schwingt eine Welle um die gesamte Karosserie. Genau genommen erinnert der Forester an einen Kanten-Kombi der 90er Jahre mit allerlei Falten im Blech. Nein, auf Make-up-Effekte verzichtet der Bursche.

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Eigenwillig und robust

Auch beim Interieur setzt der Allradler eigene Akzente. Die neueste Mode ist hier noch nicht eingezogen. Der vorherrschende Eindruck ist der einer fast unbegrenzten Leidensfähgkeit. Strapazierfähig im besten Sinne des Wortes wirken Sitze und Kunststoffe. Mögen andere Marken auf ein aufgestyltes Metropolen-Publikum schielen, im Forester dürfen sich auch Förster, Landmänner und Handwerker zu Hause fühlen. Dieser Wagen wird ein wenig Schmutz und Dreck nicht übel nehmen. Wirklich "alt" oder "verstaubt" wirkt aber nichts, das liegt einerseits daran, dass Subaru stets einen eigenen Stil verfolgt und andererseits an einer Verarbeitungsqualität, über die es bei der Allradmarke traditionell nichts zu meckern gibt. Die Instrumente wurden im Modelljahr 2005 renoviert, nun zieren sie Chromringe. Sehr nett ist das 3-Speichen Lederlenkrad. Insgesamt wurde der Innenraum großzügig bemessen, hinten wie vorne sitzt man gut. Das Gepäckabteil ist mit einer Dimension von 387 bis zu 1.629 Litern großzügig ausgelegt. Mit eingebautem Gas-Tank hebt sich die Bodenabdeckung nach oben, die Nutzbarkeit des Kofferraums leidet darunter jedoch kaum.

Unproblematischer Begleiter

In Kombination mit der Vier-Bereichs-Automatik wirkt das Zwei-Liter-Triebwerk sehr domestiziert. Der 125 PS Boxer-Motor ist, wenn man ihn hochdrehen lässt, sehr wohl in der Lage, den Forester gehörig in Schwung zu bringen, doch die Automatik lässt gerade bei der Beschleunigung aus langsamen Geschwindigkeiten in Kurven ein Loch erkennen. Wer nach mehr Spritzigkeit verlangt, sollte zum 2.5 XT-Turbo greifen. Seine 210 PS bringen den Hochbeiner locker auf Tempo 225 km/h. 19 Zentimeter Bodenfreiheit in allen Versionen machen Waldwege befahrbar. Das Fahrwerk ist sehr neutral ausgelegt, in Kombination mit dem permanenten Allradantrieb kann man den Forester zumindest mit der Zwei-Liter-Motorisierung nicht in Verlegenheit bringen. Geländewagen-typische Mucken muss man nicht befürchten, auf der Straße fährt sich der Wagen wie ein Kombi. Zumindest mit den gefahrenen Winterreifen hapert es ein wenig beim Feedback durch die Lenkung. Sie reagiert so irritierend leichtgängig, dass man fast misstrauisch wird.

Gas oder Benzin

Optional kann der Forester zum Flüssiggas-Fahrzeug aufgerüstet werden. Wie erwähnt, schrumpft dadurch der Kofferraum ein wenig. Dafür behält der Wagen seinen kompletten Benzintank. Der Gasantrieb kann während der Fahrt auf Super umgestellt werden, mit einer Reichweite von insgesamt 1000 Kilometern muss niemand fürchten, am Straßenrand liegen zu bleiben.

Sollte überhaupt keine Gastankstelle in der Nähe sein, fährt man einfach mit Benzin. Der Gasantrieb bietet mehrere Vorteile. Zunächst schmeichelt er dem Umweltgewissen, weil Gas wesentlich weniger Schadstoffe an die Umwelt weitergibt. Aber es fährt sich nicht nur sauberer, sondern auch deutlich billiger. Die Umbaukosten liegen bei rund 2.800 Euro. Ein Liter Flüssiggas kostet etwa 0,52 Euro. Subaru rechnet in einer Beispielrechnung aus, dass sich bei einer Jahresfahrleistung von 20.000 km die Anschaffung in drei Jahren amortisiert. Im Alltag ist der Betrieb vollkommen problemlos. Der Gasbetrieb wird per einfachen Knopfdruck am Cockpit gewählt. Auch dann startet der Wagen mit Benzin, nach Erreichen der Betriebstemperatur wird vollautomatisch und unmerklich auf Gasbetrieb umgestellt. Eine einfache und saubere Sache.

Oldfashioned Boy

Der knorrige Allradler kann einen mit seinem herben Charme begeistern. Er ist einer, der sich von allen anderen unterscheidet. Mit der Klasse der Pseudo-Geländewagen, die außer dicken Reifen nichts zu bieten haben, hat er nichts gemein. Er kommt vor allem dann in Frage, wenn der Fahrer die höhere Bodenfreiheit auf unbefestigten Wegen benötigt. Traktion und Sicherheit des permanenten Allradantriebs kommen im Gebirge zum Zuge. Im Vergleich zu den edlen Allroad-Karossen von Audi spricht die Preisgestaltung für den Forester. Entscheidet man sich für den pfiffig gelösten Gasantrieb, wird die Fortbewegung sogar ausgesprochen günstig. Nicht zuletzt spricht für den Forester die Zufriedenheit seiner Kunden. Weil der Wagen auch im Alter keine Probleme macht, dürfte es schwer fallen, unzufriedene Forester-Fahrer zu finden.

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