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Ein Hybrid für jedermann

Umweltfreundliche Antriebskonzepte spielen vor allem in Ballungsgebieten eine immer wichtigere Rolle. Da passt es, dass der Toyota Auris Hybrid der deutschen Öffentlichkeit erstmals im Ruhrpott vorgestellt wird.

  Von außen unterscheidet sich der Hybrid-Auris kaum von normalen Modell

Von außen unterscheidet sich der Hybrid-Auris kaum von normalen Modell

Keine Gegend in Europa ist so dicht besiedelt wie das Ruhrgebiet. Wo früher rauchende Schlote standen, gibt es heute grüne Parkflächen und quirlig bunte Städte. Passend zum Wandel des Ballungsgebietes verändert sich spürbar die Mobilität. Neben innovativen Konzepten des öffentlichen Nahverkehrs spielen dabei auch kleine Autos und umweltfreundliche Pkw-Antriebe eine zunehmende Rolle. Genau deshalb präsentierte Toyota seinen Auris Hybrid in den Ruhrmetropolen Essen und Duisburg. Der Kompakte steht ab dem 18. September zu Preisen ab 22.950 Euro bei den Händlern.

Ein Hybrid für Jedermann

Mit dem Japaner hält die Doppelmotortechnik, bestehend aus dem 1,8 Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 73 kW/99 PS Leistung und einem 60 kW/82 PS starken Elektromotor, Einzug in die beliebteste Fahrzeugklasse der Deutschen. 17 Prozent aller hierzulande gemeldeten Pkw sind Kompaktklässler. Bislang hatten zum umweltfreundlichen Antrieb geneigte Kunden nur die Wahl zwischen teuren Luxusmodellen und Design-Sonderlingen vom Schlage eines Toyota Prius. Der Auris Hybrid will das ändern und tritt gegen Wettbewerber wie VW Golf und Ford Focus an.

  Im Cockpit sind die Unterschiede zur Benzinversion spürbar

Im Cockpit sind die Unterschiede zur Benzinversion spürbar

Lautloses Anfahren

Im Gegensatz zu ihnen tritt die fünftürige Steilhecklimousine rein elektrisch und damit geräuschlos ihre Fahrt an. Durch die Abwesenheit von Motorengeräuschen vermeint man nicht zu fahren, tatsächlich ist der Toyota jedoch genauso schnell wie alle anderen Autos. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h und über eine Distanz von zwei Kilometern kann das Fahrzeug so durch die Straßen gleiten. Dann ist der gespeicherte Stromvorrat erst einmal aufgebraucht, bis der Benzinmotor und das Bremsenergierückgewinnungssystem für energetischen Nachschub sorgen. Der Verbrennungsmotor dient vor allem bei Geschwindigkeiten über 50 km/h als Hauptantrieb. Nebenbei lädt er bei Bedarf als Generator die Batterie auf, die den Elektromotor mit Strom versorgt. Zusätzlich kann der Fahrer zwei weitere Fahrprogramme per Knopfdruck wählen: den sogenannten Eco-Modus, der das Hybridsystem auf maximale Sparsamkeit ausrichtet, und den Power-Modus für eine stärkere Kraftentfaltung, die sich beim Tritt auf das Gaspedal durch ein besseres Ansprechverhalten bemerkbar macht.

Sparsam, aber kein Wunderwerk

Gemeinsam leisten die beiden Motoren 100 kW/136 PS. Beide Triebwerke teilen sich die Arbeit stets so, dass am Ende ein möglichst geringer Spritverbrauch in der Bilanz steht. Den gibt der Hersteller mit durchschnittlich 3,8 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern an, was einer CO2-Emission von nur 89 g/km entspricht. In der Praxis sind mit einem angepassten Fahrverhalten 4,3 Liter Spritverbrauch auch auf der Standarddistanz möglich. Je nach Autobahnanteil und der Fahrweise genehmigt sich der Auris Hybrid aber auch schon mal sechs Liter Kraftstoff.

Vom verzweigten Zusammenspiel der Motoren merkt der Fahrer nahezu nichts. Dafür kann er es über die Anzeige in einem der beiden Rundinstrumente im Cockpit verfolgen. Die beiden Triebwerke schalten sich ruckfrei und geräuschlos zu oder ab und verrichten ihre Arbeit ruhig und zuverlässig. Ein temperamentvolles Verhalten darf jedoch von der Elektro-Otto-Kombination nicht erwartet werden. Weniger die Leistung als vielmehr das zähe stufenlose, elektrisch gesteuerte Getriebe macht dem Fahrer hier einen Strich durch die Rechnung. Daher dauert die Beschleunigung von null auf 100 km/h auch 11,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht.

Geringe Einschränkungen durch den Hybridantrieb Die Leistungsdaten herkömmlicher Kompaktklässler sind zwar besser, doch beim Auris Hybrid steht nicht die Sportlichkeit, sondern der Verbrauch im Vordergrund; und an den reichen die bisher üblichen Verbrennungsmotoren allein nicht ran. Zugunsten der Hybridtechnik muss allerdings im Vergleich zum normal motorisierten Auris auf 40 Liter Gepäckraum verzichtet werden.

  Das Zusammenspiel der Antriebe beherrscht Toyota perfekt

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Moderater Aufpreis

Die Nickel-Metallhydrid-Batterie des Elektromotors ist im Kofferraum untergebracht, so dass dieser lediglich 310 Liter fasst. Getarnt wird die durch die Batterie entstandene Stufe als zusätzliches Staufach unter dem Laderaumboden. Durch das Umlegen der Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf 1290 Liter, bleibt damit aber unter dem Klassendurchschnitt. Die Passagiere können sich hingegen nicht über Platzmangel beschweren, sowohl vorn als auch im Fond liegen Kopf- und Beinfreiheit auf ordentlichem Niveau. Rund 1800 Einheiten des Auris Hybrid will Toyota noch in diesem Jahr in Deutschland absetzen, 2011 sollen es bereits 2800 Stück sein. Der Einstiegspreis von 22.950 Euro liegt 850 Euro über der Normalversion mit 2,0-Liter-Diesel-Motor.

MID/Kosi/MID

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