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Austariert

Es hat ein paar Jahre gedauert - aber nun gibt es von Toyota wieder einen Sportwagen, der dieses Prädikat verdient. Der GT86 entstand in Zusammenarbeit mit Subaru.

Es ist schon eine Weile her, dass Toyota einen reinrassigen Sportwagen im Programm hatte. Die Produktion des zuletzt nur noch als Roadster gebauten MR2 wurde 2005 nach rund 20 Jahren Bauzeit ebenso eingestellt wie die des Sportcoupés Celica. Doch "die Leidenschaft ist wieder da", verspricht jetzt Fabio Capano, Kommunikationschef von Toyota Europa: Der neue GT86 sei "eine Fahrmaschine." Ein "Auto für Menschen, die den Weg genießen und nicht nur das Ziel". Nicht gerade das, was man über die aktuellen Toyota-Modelle von iQ über Auris bis zu Prius und Avensis behaupten mag. Solide und umweltfreundlich - aber auch brav, bieder und ziemlich langweilig.

Toyota GT86: Austariert
  Toyota GT86

Toyota GT86

Der Toyota GT86 ist in enger Zusammenarbeit mit Subaru entstanden. Den Toyota ziert zudem über den vorderen Radkästen eine von zwei stilisierten Boxer-Kolben eingerahmte "86" als Typenlogo - der Subaru hat dort ein stilisiertes Lüftungsgitter mit einem Pfeil. Ansonsten sind beide Modelle innen und außen praktisch identisch. Und auch technisch beschränkt sich der Unterschied allenfalls darauf, dass der Toyota beim Fahrwerk ein klein wenig komfortabler abgestimmt ist als der Subaru. Für das nahezu klassische Sportwagen-Design der 4.240 mm langen und bei einer Breite von 1.775 mm nur 1.285 mm hohen Sportler zeichnet Toyota verantwortlich. Ebenso wie für die Gestaltung des Innenraums. Die Sportsitze bieten auch bei schnellem Kurvenwechsel einen sicheren Halt. Das mit 365 mm Durchmesser kleinste Lenkrad, das Toyota überhaupt im Programm hat, ist griffig und lässt sich in Tiefe und Neigung optimal einstellen. Rundum ist die Verarbeitungsqualität auf Toyota-Niveau.

Vor dem Fahrer liegen in bester Porsche-Manier groß, zentral und kontrastreich abzulesen der Drehzahlmesser, links davon der Tacho und rechts ein Rundinstrument mit Tank- und diversen anderen Anzeigen. Damit man es nicht übersieht, zeigt im Drehzahlmesser eingeklinkt auch noch mal eine Digitalanzeige die gefahrene Geschwindigkeit. Der Starterknopf liegt auf der Mittelkonsole. Alle Knöpfe und Schalter sind vom Fahrer gut zu erreichen. Die 6-Gang-Handschaltung kommt mit knackig kurzen und präzise geführten Wegen aus. Die Automatik kann man sich sparen - auch sie ist identisch mit der im Subaru BRZ. Dort schluckt sie viel zu viel der Motorkraft.

Der GT86 ist bei allen Sportwagen-Genen ein alltagstauglicher 2+2-Sitzer. Die beiden ausgeformten Sitze in der zweiten Reihe kann man ernsthaft zwar allenfalls Kindern zumuten. Als verlängerter Laderaum taugen sie allerdings bestens. Doch schon so bietet der Kofferraum mit seinen 243 Litern Fassungsvermögen ordentlich Platz. Bei Bedarf lassen sich die Lehnen der Rückbank umklappen. Das reicht dann selbst für Gegenstände bis zu über 1,45 Meter Länge. Das Herz des Toyota GT86 ist der Boxermotor, den Subaru liefert. Durch seine kompakte Bauart lässt er sich tief hinter der Vorderachse einbauen. Das sorgt nicht nur für einen sportlich schlanken Vorderwagen, sondern auch für einen tiefen Schwerpunkt und zusammen mit dem Sperrdifferenzial an der Hinterachse für eine ausgewogene Gewichtsverteilung von 53 Prozent vorne und 47 Prozent hinten.

Bewusst habe man auf Turbopower verzichtet, heißt es bei Toyota und auf einen Sauger gesetzt. Aus zwei Litern Hubraum holt der Boxer 145 kW/200 PS und ein maximales Drehmoment von 205 Nm - bei der rassigen Optik des GT86 hätte man da erst mal mehr erwartet. Den Spurt von 0 auf 100 km/h verspricht Toyota in 7,6 Minuten, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 226 km/h liegen. Auch das sind nicht gerade Spitzenwerte - ein VW Golf GTI hält da locker mit und setzt noch ein Sahnehäubchen oben drauf. Der GT86 verlangt zudem hohe Drehzahlen und will entsprechend schaltfreudig und hochtourig bewegt werden - die volle PS-Leistung ist zum Beispiel erst bei 7000 U/min. erreicht, das maximale Drehmoment erst bei 6400 Umdrehungen. Bei 7400 Umdrehungen setzt der Begrenzer ein. Der offizielle Durchschnittsverbrauch von 7,8 Litern auf 100 Kilometern dürfte mit der Realität denn auch nicht allzu viel zu tun haben, wenn man den GT86 artgerecht fährt. Dann allerdings kann der Toyota durchaus Lust bereiten. Nicht zuletzt dank des niedrigen Schwerpunks und der guten Gewichtsverteilung zirkelt die direkt und präzise ausgelegte Lenkung den heckgetriebenen 1,2-Tonner wie auf Schienen um die Kurven.

Der Toyota GT86 soll ab September 2012 bei den Händlern stehen und ab 29.990 Euro kosten. Die Aufpreisliste ist erfreulich kurz - das meiste hat er schon serienmäßig an Bord. Gegen Aufpreis gibt es allenfalls noch ein Navigationssystem (550 Euro), Lederausstattung (1.600 Euro), Einparkhilfe(390 Euro), ein Aeropaket (1.400 Euro) oder die Tieferlegung für 189 Euro. Auf die 6-Stufen-Automatik für 1.550 Euro kann man getrost verzichten.

Press-Inform/pressinform

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