. .
News am 25.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
23. Oktober 2008, 12:41 Uhr

Mister X für sieben

VW bringt einen neuen Van auf den Markt. Viel Platz, komplette Ausstattung und das ganze gerade kaum mehr als 17.000 Euro teuer - ein Märchen? Nur für die europäischen Kunden. In den USA feiert der VW Routan in diesen Tagen seine Premiere.

Dieser Van ist neuer als der VW T5, größer als der Touran und günstiger als der Sharan© Hersteller/Press-inform

Über diesen Van würde Volkswagen zumindest in Deutschland gerne den Mantel des Schweigens hüllen. Lange Jahre sinnierte man in der Wolfsburger Konzernzentrale darüber, wie man das Van-Segment mit einer in den USA nach wie vor beliebten Großraumlimousine von Volkswagen bereichern könnte. Der VW Sharan, längst Oldtimer, Bestseller und Dauerläufer im Modellprogramm, wurde vor mehr als 15 Jahren konzipiert und bekäme schon aus Sicherheitsgründen keine US-Zulassung. Als Star im einstigen Euro-Triumvirat aus Ford Galaxy, Seat Alhambra und VW Sharan ist der Deutsch-Spanier längst in die Jahre gekommen, wird jedoch zu Preisen ab 29.000 Euro nach wie vor mit Erfolg in unseren Breiten verkauft. Wer es kleiner will, bekommt den deutlich moderneren VW Touran, den rustikalen Caddy Life oder den mächtigen T5-Transporter. Sie alle sind nichts für den umkämpften und extrem preissensiblen Van-Markt in den USA.

Da ein Eigengewächs fehlt, kaufte man sich noch zu Zeiten eines Wolfgang Bernhard daher bei Van-Spezialist Chrysler ein. Der frisch aufgelegte Klassenbegründer Chrysler Voyager erschien gerade gut genug, um das VW-Logo in den USA kostengünstig zum Strahlen zu bringen. Neuer als der VW T5, größer als der Touran und günstiger als der Sharan hätte der in Kanada produzierte VW Routan auch in Europa alle Chancen - doch er darf nicht. "Ein Import nach Europa ist nicht vorgesehen", so VW-Sprecher Christian Haacke, "das Motorenspektrum ist beschränkt auf zwei V6 Benziner. Es ist kein Diesel verfügbar. Die auf aufgrund dieses Motorenspektrum zu erwartende Kundenresonanz rechtfertigt den Homologationsaufwand nicht."

Solide Baukunst und viel Platz

Das werden viele familiäre Kunden in Deutschland nicht gerne hören. Insbesondere wenn es um den Preis geht. Das gut ausgestattete Volumenmodell VW Routan 3.8 V6 SE kostet mit Klimaautomatik, elektrischen Helfern für Fenster, Sitze und Schiebetüren sowie einer kompletten Sicherheitsausstattung und DVD-Entertainment gerade einmal 32.900 Dollar - macht kaum mehr als 20.000 Euro. Die Basisversion ist bereits für kaum mehr als 17.000 Euro zu bekommen. Dafür gibt es in Deutschland gerade einmal einen schlecht ausgestatteten Touran; schon gar nicht mit sieben Sitzplätzen, Automatikgetriebe und knapp 200 PS.

Dass der 5,10 Meter lange VW Routan mit dem Slogan "the only Minivan in America with German engeneering" angepriesen wird, lässt einen angesichts der Herkunft aus dem Hause Chrysler staunen. Denn von Volkswagen ist an dem VW kaum etwas außer den Leuchteneinheiten, dem Logo auf dem Lenkrad und dem Namen Routan. Egal ob außen oder innen, wohin man schaut sieht man solide Baukunst aus dem Hause Chrysler und viel Platz für bis zu sieben Personen. Ganz nebenbei: der Chrysler Grand Voyager ist natürlich auch in Deutschland verfügbar. Mit einem 2,8 Liter großen Vierzylinderdiesel, der 163 PS leistet. Der treibt den fast drei Tonnen schweren Fronttriebler zwar alles andere als sportlich an - verbraucht aber wenig. Zudem dürften sich nur wenige Fahrdynamiker für einen Grand Voyager interessieren.

Nachfrage in den USA zurückhaltend

Preislich stellt der VW Routan 3.8 V6 auch seinen deutschen Ableger Chrysler Grand Voyager in den Schatten. Der startet bei 34.990 Euro für den 2.8 CRD. Der 3.8 Liter große Benziner kostet mit Komplettausstattung mindestens 43.990 Euro. Das Preis-Wert-Verhältnis ist somit bei einem Preiswert-Modell wie dem VW Routan kaum zu schlagen. Was bei Zwillingsbruder Chrysler "Stow 'n Go-System" heißt, läuft bei Volkswagen ohne Namen - ist aber genauso praktisch. Die hinteren Sitze lassen sich komplett im Wagenboden versenken lassen und mit einer handvoll einfacher Handgriffen wieder entfalten. Schlaufen mit Nummerierungen zeigen wie es geht. So wird in weniger als einer Minute aus einem siebensitzigen Van mit 638 Litern Laderaum ein zweisitziger Transporter mit bis zu 3.300 Litern. Durch die breiten Schiebetüren links und rechts ist der Einstieg in den Fond bequem möglich. Praktisch: die Türen öffnen und schließen vollelektrisch - auf Wunsch auch die Heckklappe. Ebenfalls praktisch sind die zahlreichen Ablagen im großen Touran-Bruder. Typisch amerikanisch ist die Vielzahl der Getränkehalter. In den Boden der zweiten Reihe sind Staufächer eingelassen. Die Nachfrage in den USA ist zum Marktstart zurückhaltend: "Wir haben jetzt die ersten Modelle bekommen", Verkaufsleiter Tim Regenold vom VW-Autohaus Gossett in Memphis / Tennessee, "doch wohl erst einen oder zwei verkauft. Bisher ist die Nachfrage am Routan eher zurückhaltend."

Doch es gibt viele Gründe, die den VW Routan für einen Grauimport aus den USA oder Kanada attraktiv machen würden. VW-Sprecher Christian Haacke: "Von privaten Importen ist aufgrund der fehlenden Infrastruktur in Bezug auf Service und Ersatzteile bei den Volkswagen-Partnern abzuraten." Wer es trotzdem macht, bekommt einen ungemein praktischen und günstigen Van zu einem Wahnsinnspreis. Und wenn es mal ein Ersatzteil sein muss, hilft vielleicht der Chrysler-Händler um die Ecke. Nur bei Karosseriearbeiten an Front und Heck könnte es bei Unfällen eng werden.

Stefan Grundhoff; press-inform
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
stern-schauer (23.10.2008, 21:55 Uhr)
traditionen und neues
@susiwolf - toller kommentar. denke ich auch. es muss endlich mal was passieren. die designer und techniker habe die pläne längst in der schublade liegen, selbst die prototypen dazu gibt es. warum das alles stockt.. weiß keiner so recht. womöglich liegts am geld.. hohhhhh, sicher liegt es daran. vielleicht ist es auch immer das vw-phänomen ständig gg. eine art strom zu schwimmen. siehe van´s oder suv´s. die kamen alle verspätet auf den markt und feiern dennoch reißenden absatz. dennoch, neue ideen, konzepte und womöglich auch traditionelle dinge gehören in den baukasten.
bezüglich nord-amerika.. ja, die bauen dem voyager ein vw-gesicht. die qualität bleibt dennoch bei chrysler. anscheinend steht man in amiland trotzdem darauf. ist vielleicht auch gur, dass die autos gar nicht so sehr nach europa schwappen. hyundai, kia, das chinesenzeug und co reichen zu, um die leute für den mist zu begeistern, da sollte vw an seiner qualität festhalten..
_mk
atlantex (23.10.2008, 19:32 Uhr)
die hohen Spritpreise
aus der Jahresmitte haben sie alle wieder schnell vergessen, schade dass die Preise nicht wenigstens so geblieben sind. Nun geht die Verschwenderei der Rohstoffe weiter.
Elektro oder was auch immer Auto wieder in die Schublade...
Sie haben nichts gelernt und man sieht wiedermal das nur eins zählt - der Profit
salz63 (23.10.2008, 18:10 Uhr)
Homologationsaufwand
Wenn ich schon Worte wie "Homologationsaufwand" höre, dann frage ich mich echt, warum man gerade den Mann da zum Konzernsprecher gemacht hat. Bestimmt nicht, weil er sich anderen Menschen gegenüber verständlich ausdrücken kann.
susiwolf (23.10.2008, 13:27 Uhr)
bull, bulli am bullisten......
....welche Idee für die USA, welche Neuheit, welcher Preis....
innovatives Gedankengut aus Deutschland; dem Land der Dichter und Denker.
Nun, das Geschäft geht weiter. Autos müssen verkauft werden...hie und da.
Also, liebe Blechbüchsenbauer, legt Euch ins Zeug: neue Ideen sind gefragt. Keine Dichtkunst.
Der VW-Bulli muß auferstehen
->wie Phönix aus der Asche.
"Same procedure as last century".....
mit modernem, kleinen Diesel,
viertelrunden Top-fenstern, praktischen Sitz-, -Liege- und Stauideen sowie einem Preis, der die Konkurrenz das Fürchten lehrt.
Oder müssen wir wieder nach Indien, China, (Süd-)Korea, Japan (u.a.) Ausschau halten ?
MEHR ZUM ARTIKEL
VW Bulli Ein Kleinbus für die ganze Welt

Der VW Bulli ist Kult. Ob als Friedensmobil in der Hippizeit oder später als Wohnungsersatz für Surfer: Auf der ganzen Welt schätzt man den Kleinbus aus Wolfsburg. Ein Bildband schaut jetzt tief in die Seelen der Bullibesitzer. mehr...

VW Passat CC 1.8 FSI Vertreter-Träume

Der VW Passat gilt gemeinhin als Dienst- oder Firmenwagen, meist mit Diesel und Sparausstattung aber ohne jeden Charme. Doch es geht auch eleganter. Der Passat CC ist ein Augenschmeichler mit Alltagsqualitäten. mehr...

VW Golf GTI Golf für Besserverdiener

Der VW Golf der Generation sechs ist gerade erst vorgestellt, da klopft auf dem Pariser Salon bereits der neue GTI an die Tür. Wie immer sportlich, dabei nicht zu aufdringlich und alltagstauglicher denn je. mehr...

 
Partnerangebot Kfz-Versicherungsvergleich

Versicherungsbeiträge erhöht? Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht und sparen Sie bis zu 500€ im Jahr. mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft