Schnelle Hausmannskost

26. März 2009, 16:33 Uhr

Neben all den sportlichen Geländewagen wirken Kombis uncool. Doch unterm Strich bieten sie deutlich mehr Nutzwert. In der Mittelklasse gibt der Passat den Ton an. Als TSI schafft er den Spagat zwischen Fast Food und Futtern wie bei Muttern.

VW Passat Variant 1.8 TSI, Kombi, Mittelklasse, Volkswagen

Ein Auto zum Wohlfühlen: Der VW Passat Variant 1.8 TSI©

Gäbe es einen Wettbewerb der Automarken darin, hinter welchem Steuer man sich am schnellsten zuhause fühlt - es stünde bestimmt ein VW auf dem Treppchen. Die Wolfsburger verschonen ihre Kunden mit allem Unerwarteten. Das Passat-Cockpit unterscheidet sich letztlich wenig vom Golf, es ist nur größer. Und zwar deutlich - auch gut genährte Fahrer können es sich hinter dem Volant in alle Richtungen bequem machen und der Beifahrer-Fußraum bietet auch neben einem Einkaufskorb noch genug Platz zum Ausstrecken.

Praktische Ablagen wie die zwei Schublädchen im Armaturenbrett oder die Mittelkonsole mit ausklappbaren Becherhaltern erhöhen die Wohnqualität. Im Fond ist reichlich Platz für alle Mitreisenden. Im Gegensatz zu manchen Kombi-Konkurrenten (Mazda 6, Opel Insignia, Ford Mondeo) ist im Passat beim Rückwärtsfahren und Spurwechsel die Übersicht nach hinten ganz ordentlich - manchmal zahlt es sich eben aus, nicht alles dem Diktat des dynamischen Designs zu unterwerfen.

Auch beim Laderaum gibt der Passat in der Mittelklasse den Ton an. 603 Liter schluckt sein Gepäckabteil. Zum Vergleich: Der Opel Insignia Sports Tourer schafft 540 Liter, der Ford Mondeo Turnier 554 Liter, der Renault Laguna Grandtour 508 Liter, der Skoda Octavia Combi 580 Liter und der Mazda6 Kombi 519 Liter.

Wenn man die Rücksitze umklappt, stehen im Passat maximal 1731 Liter zur Verfügung - da können nur wenige Kombis wie das T-Modell der E-Klasse, der Opel Vectra Caravan oder der Dacia Logan MCV (satte 2350 Liter) mithalten. Zudem verfügt der Passat über eine sehr breite und tiefe Ladekante und einen optimal nutzbaren Raum. Seitlich stehen noch zwei offene Fächer für Einkaufstüten oder Kleinkram zur Verfügung. Über einen Taste in der Fahrertür lässt sich die Heckklappe entriegeln.

Wer hat das bessere Navi?

Die Bedienung des Passat geht gewohnt leicht von der Hand, doch an manchen Stellen bekommt das positive Bild kleine Risse. Beim Navigationssystem zum Beispiel hat Erzrivale Opel die Wolfsburger mittlerweile rechts überholt. VWs farbenprächtiges System ist übersichtlich und funktionsreich - doch die Mischbedienung mit Tasten und Touchscreen ist während der Fahrt nicht sehr bequem. Beim Opel Insignia hinterlässt das Fernbedienungssystem mit Drehregler an der Mittelkonsole einen besseren Eindruck und sorgt für mehr Premium-Ambiente im Innenraum.

Aus der Typenbezeichnung hat VW mittlerweile den Hubraum verbannt: Auf der Heckklappe der Turbo-Benziner ist nur noch der Schriftzug TSI zu lesen. Der Vierzylinder-Turbo-Direkteinspritzer mit 118 kW/160 PS und 1,8 Litern Hubraum liegt bei der Leistung im Mittelfeld zwischen dem 1.4 TSI (122 PS) und dem 2.0 TSI (200 PS).

Da der Passat mit 1,5 Tonnen nicht übermäßig schwer ist - erst bei voller Zuladung (671 Liter) überspringt er deutlich die 2-Tonnen-Marke - lässt er sich mit 180 Turbo-PS sehr flott bewegen. Der Motor spricht verzögerungsfrei auf alle Befehle am Gaspedal an, das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern steht schon weit unter 2000 Touren zur Verfügung. In Verbindung mit dem präzisen Sechsganggetriebe bietet der Turbo-Passat eine Menge Fahrspaß und genügend Reserven beim Überholen.

Ruhe im Fahrwerk

VW verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 7,8 Litern pro 100 Kilometer. Unser Testverbrauch lag im Drittelmix bei 8,4 Litern. Außerorts kann man den Durst bei sparsamer Fahrt auf unter 7 Liter drücken, bei hohem Tempo sind es dagegen 10 Liter und mehr.

Das Fahrwerk schluckt Schläge und Bodenwellen gut weg. Für 1025 Euro Aufpreis hat der Passat eine aktive Fahrwerksregelung an Bord, mit der man die Fahrwerkseinstellung per Knopfdruck in die Betriebsarten Sport, Comfort oder Normal schalten kann. Einen wirklichen Gewinn bringt das System nicht - allenfalls bei hohem Tempo auf der Autobahn bringt die Sport-Stellung etwas mehr Ruhe ins Fahrwerk, das aber auch im normalen Modus schon straff abgestimmt ist und nur wenig Wankbewegungen der Karosserie zulässt.

Die Preise des Passat Variant 1.8 TSI starten bei 28.550 Euro (Trendline), in der zweiten Ausstattungsstufe Comfortline sind es 29.650 Euro. Das ist weniger, als Opel für den vergleichbaren Insignia Sports Tourer 1.6 Turbo Edition aufruft (180 PS, 31.245 Euro). Der Preisunterschied relativiert sich allerdings schnell, denn beim Opel ist auch das DVD-Navigationssystem serienmäßig an Bord. VW lässt sich sein System mit 2575 Euro extra bezahlen. Den TSI-Motor des Passat bekommt man übrigens auch im Skoda Octavia Combi (mit Elegance-Ausstattung 25.730 Euro) und im Audi A4 Avant (ab 31.250 Euro).

Plus und Minus

  • Großzügiges Platzangebot
  • viel Laderaum
  • niedrige Ladekante
  • hohe Zuladung
  • spritziger Motor
  • vergleichsweise gute Übersicht
  • ausgewogenes Fahrwerk
  • Navi nicht sehr bequem zu bedienen
  • hohe Aufpreise für Sonderausstattung
  • unübersichtlich nach vorne
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Ford Mondeo Navigationssystem TSI
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Eisenbaer (28.03.2009, 16:33 Uhr)
Typenbezeichnung
Die Typenbezeichnung ist nur vordergründig gleich. Zwar steht bei allen drei TSI-Versionen nur "TSI" am Heck, aber es gibt einen subtilen Unterschied in der Anzahl der roten Buchstaben. Das ist genauso, wie (früher) bei den TDI-Motoren. Auf Bild 2 erkennt man denn auch, dass den 1,8 Liter TSI zwei rote Buchstaben zieren: einen weniger, als bei der 2 Liter Variante, aber einen mehr als bei dem 1,4 Liter Motor.

Das ist wie Understatement mit Zierleiste... ;-))
Eisenbaer (28.03.2009, 13:13 Uhr)
festeingebaute Navigationsgeräte....
...haben den besonderen Charme recht teuer zu sein und nach spätestens fünf Jahren zum Alteisen zu gehören. Da bezahle ich lieber ein mittelprächtiges Radio mit Single-CD-Player und bleibe bei meinem TomTom Navi wenn das nach fünf Jahren überholt ist, dann gibt es für wenige hundert Euro was Neues. Und dabei ist auch noch das Diebstahlrisiko weitaus geringer!!! Was will man also mehr?
Salzsteuer (26.03.2009, 17:46 Uhr)
Aufpreis
für Navigationssystem: 2575 Euro.
Danke, das genügt, nicht mit mir!
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