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Das feuerrote Spielmobil

Der Polo GTI ist da. Wie sein großer Bruder aus der Golf-Klasse markiert er das sportliche obere Ende der Baureihe. Man kann es auch anders sagen: Der Kleine ist ein rasantes Stück Fahrspaß auf vier Rädern.

Über das Thema Polo selbst muss man in der vierten Generation nicht mehr viel sagen: Der einstige Mini der Wolfsburger hat in der aktuellen Generation längst die Dimensionen der ersten Golf-Versionen erreicht. Innen reicht der Platz allemal großzügig für zwei, mit ein paar Abstrichen (und wenn es nicht gerade in einem Rutsch von Hamburg nach Valencia gehen soll) auch auf den hinteren Plätzen. Die Verarbeitung macht VW-typisch einen guten Eindruck. Fürs Gepäck ist angemessen Platz zwischen Heckklappe und Rückbank - auch wenn man nie vergessen sollte, dass man in der Kompaktklasse unterwegs ist. So weit, so Polo.

Drei Buchstaben verpflichten

Aber auf diesem feuerroten Spielmobil stehen die drei Buchstaben GTI. Und das verpflichtet. Aber, das gleich vorneweg zur Beruhigung: Der Polo GTI wird dieser Verpflichtung rundum gerecht. Das beginnt schon beim ersten Kontakt. Der mächtige schwarze Wabenkühler mit dem GTI-Logo verrät die Zugehörigkeit zur GTI-Familie schon auf den ersten Blick. Einmal rundum: Die schwarz umrandeten Scheinwerfer, der Dachkantenspoiler, die rot lackierten Bremssättel, die durch die Felgen leuchten, das Doppelrohr der Abgasanlage - jep, kein Zweifel, zumindest optisch ein GTI.

Details, die zählen

Also nächste Prüfung: Innenraum. Auch da lässt VW keine Skepsis aufkommen. Nicht nur wegen der Schriftzüge, auf die das Auge allenthalben stößt - GTI am Schweller, GTI eingeprägt in die Rücklehnen, in das Lenkrad. Das ist das nächste Indiz für die nahe Verwandtschaft: Die Form hat es direkt aus dem Golf GTI übernommen - unten abgeflacht, griffig. Schon im Golf fanden wir dieses Lenkrad als so ziemlich das beste, das derzeit in Alltagsautos montiert wird.

Auch die kleinen Details, die einen GTI (mit) ausmachen, fehlen nicht: Die roten Ziernähte an Handbremshebel, Lenkrad und Gangschaltung, die roten Säume an den Sicherheitsgurten. Und dann: Die Sitze. Sportsitze. Wie gewohnt im karierten Interlagos-Design. Passgenau auch für breitere Männerhüften, mit erstklassigem Seitenhalt und bestens einstellbar. Die Instrumente im Chronometer-Look passen zum sportlichen Outfit. Dass die darauf angegebene Endgeschwindigkeit auch von dem kleinen Kraftpaket nicht annähernd erreicht wird - geschenkt.

Lass brüllen, Kleiner!

Nächster Punkt: Sound. Auch da muss sich der Polo GTI nicht vor seinem großen Bruder verstecken. Wer den Zündschlüssel dreht, wird von einem tiefen, sonoren Grollen begrüßt. Wie ein Großer. Und der Klang aus dem Doppelendrohr bleibt auch beim Fahren in der gleichen Tonlage. Wer Gas gibt, den belohnt der GTI nicht nur mit einem forschen Vorwärtsdrang, sondern auch mit einem kernig ungestümen Donnergrollen. Der Kleine ist definitiv schon aus dem Stimmbruch.

Vor allem aber: Der Polo GTI fährt sich wie ein GTI. Eigentlich sogar besser wie ein Golf GTI. Denn wenn dessen Fahrwerk doch immer noch merkbar auf eine Mischung aus Komfort und Sportlichkeit getrimmt ist, kommt der Polo straffer und kompromissloser daher. Um 15 mm haben die Ingenieure sein Fahrwerk tiefer gelegt als beim "zivilen" Polo, die Federn gekürzt und straffer abgestimmt.

Macht einfach Spaß

Das Resultat - macht einfach Spaß. Mit Elan und Lust nimmt der Polo GTI jede Kurve, lässt sich mit der schön direkten Lenkung präzise zirkeln. Seitenneigung, Aufschaukeln - wenn, dannkaum zu merken. Dafür aber eine ausgezeichnete Traktion beim Herausbeschleunigen aus der Kurve. Wer rechtzeitig Angst vor der eigenen Courage bekommt, dem helfen vor der Kurve die kräfig zupackenden Bremsen in den sicheren Bereich zurück, spätestens aber die elektronischen Assistenzsysteme. Alles, was nicht jenseits physikalischer Gesetze liegt, bekommen sie wieder eingeregelt. Auch auf nasser Fahrbahn. Und im normalen Alltag sowieso. Denn auch dafür taugt er - ist schließlich ein Polo.

Der Motor ist in dem Spaß-Polo das eigentliche Prunkstück. Mit seinen 110 kW/150 PS ist der 1,8 Liter große Turbomotor mit Ladeluftkühler zwar 50 PS "schwächer" als der im großen Bruder Golf. Aber dafür muss das Aggregat auch 350 Kilogramm weniger Gewicht bewegen: Das kleine Temperamentbündel bringt gerade mal etwas über eine Tonne Leergewicht auf die Räder.

Subjektive Rakete

Die offiziellen Fahrwerte sind akademisch: 8,2 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h. Im subjektiven Empfinden ist der Polo einfach schneller. So spontan, wie er das Gas annimmt, so kräftig, wie er verzögert, so knackig, wie sich das 5-Gang-Getriebe schalten und hochdrehen lässt (einzige Kritik: Sechs Gänge würden noch besser passen). Zu dem subjektiven Erleben hilft auch zu einem guten Teil, dass der Motor schon unter 2000 U/min. sein maximales Drehmoment von 220 Nm erreicht, er also praktisch nie mit einem Durchhänger schwächelt. Der Verbrauch von - laut VW - 7,8 Litern Super auf 100 km ist angesichts der Leistung zumindest nicht unangemessen.

Wem ein Kompakter im Alltag reicht und wer sich das auch noch so richtig schön sportlich wünscht, der hat mit dem Polo GTI nun für 18.950 Euro Basispreis eine mindestens gleichwertige Alternative zu Fiesta ST & Co. Und, mit Verlaub, auch zum großen Bruder Golf GTI. Der ist gut 5000 Euro teurer, größer, imageträchtiger und - nun ja: bequemer. Aber nicht unbedingt mehr unumschränkter Herrscher im Rennstall von VW.

Pressinform/PRESSINFORM

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