Wo der VW Käfer zu Hause ist

30. Juni 2013, 21:30 Uhr

Eine Stadt nur für das Auto gebaut, das als VW Käfer weltberühmt werden sollte: Vor 75 Jahren wurde das heutige Wolfsburg gegründet. Hier die Geschichte des vielleicht wichtigsten Exportschlagers. Von Matthias Brügge

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Die Stadtgründung erfolgte in Deutschlands dunkelster Zeit, und auch ihr erster Name war hässlich: Als "Stadt des Kraft-durch-Freude-Wagens" wurde Wolfsburg vor genau 75 Jahren gegründet. Dort sollten die Arbeiter wohnen und leben, die im Auftrag der Nationalsozialisten das erste Fahrzeug zur Massenmotorisierung der Deutschen zusammenschrauben würden.

Die ersten Prototypen des KdF-Wagens, größtenteils von Ferdinand Porsche entworfen, sahen noch kaum aus wie das Auto, das unter dem inoffiziellen Namen VW Käfer seinen Siegeszug um die Welt antreten würde. Aber das Prinzip war da: die rundliche Form, der luftgekühlte Boxermotor im Heck, Platz für vier Personen. Doch zunächst verfolgten die Nationalsozialisten Pläne für einen Siegeszug der entsetzlichen Art. Und so trat das eigentlich friedliche motorisierte Krabbeltier in den Kriegsdienst und diente in Form von Kübelwagen, Schwimmwagen, Limousine und sogar als Cabriolet an der Front.

Das Dritte Reich ging unter, die KdF-Stadt wurde in Wolfsburg umbenannt. Seit Ende der 1940er-Jahre war das niedersächsische Städtchen der Ort, das den Kugelporsche millionenfach ausstieß und in alle Welt exportierte. Bis 1974 wurden dort fast zwölf Millionen der liebenswerten, aber inzwischen hoffnungslos veralteten Fahrzeuge produziert. Der erste Golf verdrängte den Käfer, die Produktion wurde erst nach Emden, dann nach Mexiko verlegt. Im Juli 2003 endete die Ära neuer Krabbeltiere mit Boxermotor bei einer Produktionzahl von gut 21,5 Millionen Autos.

Dann begann die beispiellose Karriere des Käfers als Oldtimer. Allein in Deutschland waren Anfang 2013 mehr als 27.000 VW Käfer aller Art als über 30 Jahre alte Oldtimer angemeldet, die jüngeren und normal angemeldeten gar nicht mitgezählt. Ein Ende des Käfers ist nicht abzusehen, genügend Enthusiasten halten die verbliebenen Exemplare am Leben.

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